Fernanda Álvarez, Marta Fermín, Dora Ferrero-Melgar, Ricardo Mojardín, Elisa Torreira und Ana Vila zeigen ab Donnerstag, den 06. Sep. bis zum 14. Okt. ihre Werke im Oberhessischen Museum. Eröffnung ist um 19.00 Uhr. Ein Katalog ist erhältlich.
Eingebettet ist diese Ausstellung auch in Apero. Fernanda Àlvarez und Marta Fermín stellen auch ab Samstag in der Galerie Remmele im Seltersweg aus. Dort wird auch das diesjährige Apero um 16.00 Uhr offiziell eröffnet.
Das Gastspiel der asturischen KünstlerInnen ist Bestandteil eines Austausches. Organisiert vom Kulturverein Tunnel e.V. fliegen Anfang Oktober 5 Künstlerinnen aus Giessen nach Avilés, Asturien. Andrea Malkmus, Bertram B. Ohne, Wolf D. Schreiber, Maggie Thieme und Nobi Umsonst werden im dortigen Centro Municipal de Arte y Exposiciones in Avilés ausstellen. Weiterhin bepielen B.Ohne und Schreiber, zusammen mit Moni Scharf, die Galerie aLfaRa in Oviedo. Auch eine deutschsprachige Lesung am dortigen Institut für Germanistik der Universität steht auf dem Programm.
I.
Abenteuer Kunst
Eine Reise, sogar die kürzeste, schließt immer ein Abenteuer ein. Eine Reise, sogar die kürzeste, ist schon ein Abenteuer ab dem Augenblick, in dem man sie ins Auge fasst. Die Reise in eine andere, entfernte und unbekannte Welt, um einen Teil ihrer eigenen Kreationen zu zeigen, bedeutet für eine kleine, heterogene Gruppe asturischer Kunstschaffender, die versuchen, in diesem entfernten Ort Giessen zu zeigen, wie man sich auf der kleinen geographischen Parzelle, in der sie leben und schaffen, in der Gegenwärtigkeit engagiert, ein Abenteuer.
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… Da ist Fernanda Álvarez, die einen Blick in das Universum des Weiblichen in seinem weitesten Begriffssinn anbietet, einen scheinbar unschuldigen und unbefangenen, naiven Blick, der aber eine der schärfsten, schneidenden plastischen Visionen unserer Region einschließt. Da ist Marta Fermín, eine Künstlerin, bei der Intimität und expressive Einfachheit - oder wollen wir lieber das Wort Ökonomie nehmen?- zur primären Eigenschaft werden, einer Einfachheit, die sich breit gefächerter graphischer Kenntnisse bedient, um uns ihre Gefühle und sogar ihre Zweifel zu vermitteln. Da ist Dora Ferrero-Melgar, die von der Malerei zur Graphikkunst kam. Gerade von daher muss sie ihre plastische Sprache verdichtet haben, die in ihrem "Barockismus" und Arbeit nach Arbeit zu einem raffinierten poetisch aufgeladenen Kunststück wird. Da ist Ricardo Mojardín, ein unikaler Gestalter, bei dem man nicht weiß, was man mehr bewundern soll: seine Fähigkeit, jedes Objekt in Kunst zu verwandeln, die kritische Spannung seiner Kreationen, die er so meisterhaft in die Kleider der Ironie steckt oder seine immer der Reflexion entstammende Einstellung zu Kunst und Künstlern. Da ist Elisa Torreira, die ihre Schöpfungen als bunte Felder anbietet, für die sie immer weiß, auch wenn dort Strenge, Genauigkeit und Reinheit dominieren, wie die anscheinende Asepsis in empfindsame Poesie zu verwandeln ist. Und schließlich ist da Ana Vila, die sich mit sehr unterschiedlichen Mitteln so prägnant auszudrücken weiß, bis ihr auf erkennbare und differenzierte Art lyrische Kompositionen gelingen, in denen Farbe und ausgesuchte Unschuld überwiegen.
Die Reise wird bald angetreten. Die Reisenden sind bereit für das größte aller Abenteuer: das der Kunst in der Begegnung mit dem Betrachter.
Ramón Rodríguez, Direktor des CMAE
(Centro Municipal de Arte y de Exposiciones)
Avilés, Asturien
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II.
Besuch auf zwei Zellen in Europa
Ramón Rodríguez schreibt in seinem Text „La aventura del arte“ von einer parcela geográfica, auf der sich die im Oberhessischen Museum in Gießen ausgestellten Künstler und ihre Kunst gewöhnlich tummeln. Nun, Europa hat eine unendliche Vielfalt an Parzellen dieser Art, sie kennen sich untereinander meist nicht, und Europa wird wohl nur wirklich, wenn sich die Parzellen und ihre Bewohner wechselweise und kontinuierlich auf ihren eigenen Spielwiesen besuchen wollen und dies auch tun. Insofern sind die „Diálogos transversales“ nicht nur eine Ausstellung und auch nicht nur begleitendes Element einer Reise auf eine andere Parzelle, ähnliches schafft der Tourismus schon oberflächlich ausgiebig und auch die Touristen selbst, wenn sie Andenken und Geschenke mitbringen, die dann in Schränken im hintersten Winkel gelagert werden fürs Vergessen. Die Ausstellung ist kein Mitbringsel, sondern sie ist nur ein Teil des sichtbaren Besuchs asturischer Künstler in Giessen selbst und zeigt den Bewohnern der Parzelle Giessen, wo und auf welche Weise sie kreativ zu Hause sind.
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(aus der Serie "Diálogos transversales"
von Fernanda Álvarez)

(Marta Fermín in der Werkstatt des Oberhessischen Museums)




("Germinación 1 und 2" von Ana Vila)
Maria Hutsylo
Tunnel e.V.
Giessen, 05. September 2007 / alle Bilder: Wolf D. Schreiber (SumpfNews)
Mai 2012
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