Premiere am 20. Mai 2006
DER KONSUL
Oper von Gian Carlo Menotti
- in deutscher Sprache -
Musikalische Leitung: Herbert Gietzen
Inszenierung: Cathérine Miville
Mit: Sabine Paßow (Magda Sorel), Sebastian Geyer (John Sorel), Cornelia Dietrich (Die Mutter), Klaus Wallprecht (Agent der Geheimpolizei), Henrietta Hugenholtz (Sekretärin), Gregor Rózycki (Mr. Kofner), Gesa Hoppe (Die Italienerin), Alfia Kamalova (Anna Gomez), Kirsten Obelgönner (Vera Boronel), David-Erich Fankhauser (Der Zauberer), Vito Tamburro (Assan) | Philharmonisches Orchester Gießen
Ein Land, irgendwo auf der Welt: Für Magda und John Sorel gelten die Menschenrechte nicht. Als Flüchtlinge sind sie Gestrandete an Ufern, an denen sie niemand haben will. Während John vor den Behörden fliehen muss, wartet Magda Tag für Tag vergeblich auf ein Visum für sich und ihr Kind, das sie in ein freies Land ausreisen lässt. Doch das Konsulat erweist sich als ewiges Wartezimmer, eine unmenschliche Bürokratie waltet ihres Amtes, und die zum Greifen nah geglaubte Freiheit entpuppt sich als ein unerreichbarer Traum. Am Rande der Verzweiflung, sieht sich Magda in einer Sackgasse, aus der ihr nur ein einziger, endgültiger Ausweg bleibt.
Das 1950 in New York uraufgeführte Musikdrama DER KONSUL wurde am Stadttheater Gießen zuletzt 1978/79 in der Inszenierung des Komponisten Gian Carlo Menotti selbst aufgeführt.
Nun legt die Intendantin Cathérine Miville mit der Neuinszenierung des Werkes ihre erste Regiearbeit für Gießen vor.
Die musikalische Leitung hat, wie schon damals, Herbert Gietzen. Die Rolle der Magda Sorel ist bei der Sängerdarstellerin Sabine Paßow in den besten Händen; schon als FEDORA (Umberto Giordano), als Marie in WOZZECK oder alsBlanche in der der deutschen Erstaufführung von ENDSTATION SEHNSUCHT (André Previn) begeisterte sie das Gießener Publikum mit starker Stimme und durch ihre intensiven Interpretation dieser Frauenfiguren.
Menotti (*1911) schildert in seiner Oper die Furcht, Frustration und das Misstrauen derjenigen, die vor den Toren einer vermeintlich besseren Welt ausharren und die in den langen Listen der ewig Wartenden nicht mehr sind als eine Nummer – die Freiheit bleibt für sie eine bloße Utopie. Mit dieser Thematik ist DER KONSUL auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Werk von höchster Aktualität; nicht zuletzt vor dem Hintergrund hitziger Diskussionen um Asylverfahren und afrikanische Auffanglager, um Einbürgerung und Abschiebung in unserem Land. Schon bei der Uraufführung wurde deutlich, dass Menotti ein Werk von musikalisch wie textlich unvergleichlicher Suggestionskraft und politischer Brisanz geschaffen hatte. Der Komponist wurde für DER KONSUL mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.
Premiere: Samstag, 20. Mai 2006 | 19.30 Uhr | Stadttheater Gießen,
Großes Haus
Weitere Termine: 24. Mai; 4., 11. und 29. Juni sowie 7. Juli 2006 |
jeweils 19. 30 Uhr
Giessen, 09. Mai 2006 / mip/r.
Mai 2012
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