GIESSEN (mip/r). Feierlich, auf den kommenden Advent einstimmend und ganz und gar der französischen Musik gewidmet zeigt sich das 3. Sinfoniekonzert, in dessen Mittelpunkt das REQUIEM von Gabriel Fauré steht und damit ein Chorwerk, dessen Musik vollkommene atmosphärische Zartheit und Gelöstheit verspricht. Zuvor jedoch komplettieren zwei kontrastierende, rein sinfonische Werke das Konzert: Leicht und temperamentvoll die Sinfonie C-Dur von Georges Bizet, von zarter Schlichtheit hingegen die PAVANE POUR UNE INFANTE DEFUNTE von Maurice Ravel.
Das Sinfoniekonzert ist am 13. November im Großen Haus des Stadttheater Giessen und am 16. November in der Stadthalle Wetzlar zu hören. Beteiligt sind Chor und Orchester des Stadttheater Giessen, der Kammerchor Giessen-Wetzlar, der Giessener Konzertverein und die Wetzlarer Singakademie. Als Solisten treten Alfia Kamalova (Sopran) und Matthias Ludwig (Bariton) auf. Für die musikalische Leitung und Choreinstudierung zeichnet Jan Hoffmann verantwortlich.
Ganz der Trauer gewidmet ist das Hauptwerk des 3. Sinfoniekonzerts: Das REQUIEM von Gabriel Fauré, das der Komponist nach eigenen Aussagen „ohne Anlass“ und ausschließlich zu seinem Vergnügen komponiert habe. Entstanden in den Jahren 1877 bis 1891 und den üblichen, wenngleich gekürzten liturgischen Texten folgend, zeichnet sich diese Trauermusik allerdings durch eine ganz eigene Deutung des Todes aus: In fast schon belcantoartiger Manier meidet Fauré, anders als viele seiner Vorgänger, die Schrecken des Jüngsten Gerichts. Und so zeigt sein „REQUIEM des permanenten Pianissimo“ den Tod nicht von seiner grausamen Seite, sondern mit Eleganz und Anmut als eine Art Wiegenlied, als einen Schlaf in ewiger Seeligkeit.
Am Beginn seiner musikalischen Laufbahn schuf Georges Bizet ein Werk, das allein schon als Komposition eines frühreifen Jugendlichen mit entsprechenden Werken Mozarts und Mendelssohns vergleichbar ist: die Sinfonie in C-Dur. Der immense Wert dieser im Herbst 1855 entstandenen Komposition wurde allerdings viele Jahrzehnte verkannt, so dass sie erst 1935 zu Uraufführung gelangte. Seitdem jedoch gehört diese lebhafte und durch jugendliche Spontaneität geprägte Sinfonie, in der unverkennbar die Züge Bizets Vorbilder zu erkennen sind – allen voran die Züge Haydns, Mozarts, Schuberts und Gounods – zu den beliebtesten Werken des Franzosen.
Als ein Werk vollkommen anderen Zuschnitts zeigt sich die 1899 komponierte PAVANE POUR UNE INFANTE DEFUNTE von Maurice Ravel; ein menuettartiger, ruhiger und anmutiger Tanz, ganz im Stile der höfischen Schreittänze des 16. Jahrhunderts gehalten, allerdings mit den für Ravel typischen Verfremdungen: scharfe Dissonanzen und überzeichnete Akzentuierungen mischen sich in eine pseudo-antike, melancholisch angehauchte Klangwelt in Moll. Übersetzt bedeutet der Titel zwar Pavane für eine verstorbene Prinzessin, Ravel betonte allerdings, dass er keinen Trauermarsch im Sinn gehabt habe. Vielmehr habe ihn der Klang des Titels gereizt, wie auch die Vorstellung von „einer Pavane, wie sie von solch einer kleinen Prinzessin, wie Velásquez sie am spanischen Hof gemalt hatte, wohl getanzt werden könnte (Ravel).“
Musikalische Leitung und Choreinstudierung: Jan Hoffmann
Mit: Alfia Kamalova – Sopran | Matthias Ludwig – Bariton
Mit: Chor und Orchester des Stadttheater Giessen | Kammerchor Giessen-Wetzlar |
Giessener Konzertverein | Wetzlarer Singakademie
13. November 2007, 20.00 Uhr | Großes Haus
16. November 2007, 20.00 Uhr | Stadthalle Wetzlar
Giessen, 08. November 2007
Mai 2012
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