
GIESSEN (mip/r). Große Besorgnis haben die Bauaktivitäten auf der Giessener Rathausbaustelle (Berliner Platz) am vergangenen Freitagnachmittag, 19. Mai, bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern ausgelöst. Ab 13:00 Uhr bis in die späten Abendstunden hinein, so erklärte die Anwohnerinitiative „Unser Freundliche Rathaus“ traten im Umfeld der Großbaustelle z. T. penetrante Geruchsbelästigungen auf, die an ausgetretenes Altöl erinnerten. Auslöser waren wohl größere Erdbewegungen, die vermutlich ölhaltiges Material aus dem Bereich des ehemaligen Behördenhochhauses (am Rande der Ostanlage) an die Oberfläche beförderten.
Von Vertretern der Anwohnerinitiative „Unser Freundliches Rathaus“ wurde am Freitagabend beobachtet, dass die ausführenden Tiefbaufirmen eine rund 25 Quadratmeter und ca. 1 Meter tiefe Grube unterhalb des – in den Tagen zuvor entfernten – Betonfundaments des schon vor Jahren abgerissenen Behördenhochhauses ausgehoben hatten. Dieser beinahe schwarz aussehende und stark nach Altöl riechende Aushub wurde auf dem Baugelände an anderer Stelle aufgeschüttet und mit einer Plane abgedeckt. Am Samstagmorgen wurde dann die ausgehobene Grube mit anderem Erd- und Sandmaterial wieder aufgefüllt, sodass jetzt hieraus keine Geruchsbelästigungen mehr wahrzunehmen sind.

Schattenspiele (Bild: Frank Sygusch)
Angesichts der strengen Auflagen des Giessener Regierungspräsidiums für die Durchführung der Sanierungsarbeiten am Berliner Platz erwartet die Anwohnerinitiative eine schnellstmögliche Aufklärung über die Beschaffenheit des vorgenommenen Bodenaushubs. In diesem Zusammenhang ist auch der Frage nachzugehen, ob und in welcher Form die Aufsichtsbehörde Umweltbereich des RP Gießen in diese Tiefbauarbeiten auf dem Sanierungsgelände einbezogen war und ob die dazu notwendige Zustimmung erteilt hatte.
Die Vertreter der Anwohnerinitiative appellieren darüber hinaus an den Giessener Magistrat, seinen Ankündigungen aus dem Januar dieses Jahres Taten folgen zu lassen, d. h. die Anwohner über die Sanierungsaktivitäten ausreichend zu informieren und damit Gelegenheit zur Mitwirkung zu geben.
Bezüglich der Bautätigkeiten an den vergangenen Samstagen sind die Ausführungen des Giessener Baudezernenten Rausch – wie in Zeitungsberichten nach der Sitzung des Stadtparlaments am vergangenen Donnerstag wiedergegeben – auf ungläubiges Erstaunen bei der Anwohnerinitiative gestoßen. In den Gesprächen im Dezember 2005 und im Januar 2006 hatte Baudezernent Rausch – z. T. in Anwesenheit des Giessener OB Haumann – erklärt, dass die Sanierungsarbeiten in der Regel nur von Montag bis Freitag abgewickelt würden.

Gelegentliche Anwohnerproteste gegen Samstagsarbeiten während der Abbruchphase der Verwaltungsgebäude wurden mehrmals unter Verweis auf diese Festlegung („gilt noch nicht während des Gebäudeabbruchs“) zurückgewiesen.
Die Anwohnerinitiative „Unser Freundliches Rathaus“ geht deshalb weiterhin davon aus, dass Baudezernent Rausch und OB Haumann die Zusage einhalten und mit Beginn der eigentlichen Sanierungsarbeiten die Aktivitäten auf der Baustelle grundsätzlich nur von Montag bis Freitag stattfinden.
Giessen, 22. Mai 2006 / Bilder: Frank Sygusch
Mai 2012
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