(fsy). Vertreterinnen und Vertreter aus den Sportvereinen von Giessen und Umgebung nutzten am 10. März im Bürgerhaus von Wieseck die Gelegenheit, um gegenüber den anwesenden Kommunalpolitikern aus Stadt und Landkreis Kritik und Wünsche zu äußern. Es entwickelte sich eine interessante und offene Diskussionsrunde am Freitagabend.

Zunächst aber erhielten Dietlinde Elies, 2. Kreisbeigeordnete im Landkreis; Dr. Klaus Dieter Greilich, Stadtverordneter und Facharzt für Sportmedizin (2.v.l.); Frank Kaufmann, Kreistagsmitglied und selbständiger Finanzberater (2.v.r.); Heinz-Peter Haumann, Oberbürgermeister der Stadt Giessen und Stefan Becker, 1. Kreisbeigeordneter im Landkreis Giessen unter der Gesprächsleitung von Dr. Zielinski (1.v.l.) Gelegenheit ihre eigene Affinität zum praktischen Sport offen zu legen. Alle waren in ihrer Jugend aktive Sportler und treiben auch heute noch regelmäßig Sport, soweit die Terminplanung und das Zeitdeputat dies zu lassen.
Die durchschnittliche Größe der Sportvereine in der Region Giessen liegt derzeit bei 220 Mitgliedern, berichtete Dr. Zielinski, der Vorsitzende des Sportkreises Giessen.
Der Sport gilt in Deutschland als die größte Volksbewegung und die überragende Bedeutung für die soziale Integration und Gesundheitsförderung über alle Altersbereiche hinweg ist unbestritten. Doch auch in der Region Giessen wird sich der demographische Wandel auswirken und in der Zukunft neue Rahmenbedingungen für langfristige Konzepte, Planungen und Sportförderung setzen. Das gilt für eine Sportstättenentwicklungsplanung ebenso, wie die Möglichkeit der Einrichtung von speziellen Leistungszentren. Die Region Giessen hat in fast allen Sportbereichen leistungsstarke Angebote vorzuweisen; und die Entwicklung solcher Erfolge ruht besonders im ehrenamtlichen Engagement.
Sehr froh sei man über die Einrichtung der Geschäftsstelle des Sportkreises in der Innenstadt, obgleich auch hier, vom Oberbürgermeister Haumann selbst eingebracht, noch eine bessere Koordinierung zwischen Stadt, Landkreis und den Landesbehörden erreicht werden muss.
Berechtigte Kritik und konkrete Anfragen gab es auch von Vereinen und Sportarten, die nicht wie die Ballsportarten und die Leichtathletik ständig im Rampenlicht der Berichterstattung stehen: So klagten die heimischen Radrennfahrer aus Klein Linden über die bürokratischen Hürden und Kosten, wenn offizielle Veranstaltungen geplant werden und für Ampelausschaltungen Gebühren in Höhe zwischen Euro 1500.- und 16.000.- anstehen und vom austragenden Verein getragen werden müssen. �In anderen Bundesländern wird da einfach ein Leinensack darüber gehängt und die Sache ist erledigt". In Hessen stehen sich hier Landes- und Kommunalbehörden im Weg und verhindern, wegen Zuständigkeiten und fehlenden Ermessensspielräumen und fehlender Koordinierung auf �un"-bürokratischem Wege, notwendige sportliche Entwicklungen und regionale Erfolge. Da jeder sportliche Erfolg natürlich auch eine Werbung und Hinweis für die Region ist, sollte hier besser koordiniert werden.
Oder ein Segelverein, der als e.V. in Giessen gemeldet ist und dessen Sportgelände im Lahn-Dillkreis (Dutenhofen) liegt, suchte die konkrete Unterstützung der Kommunalpolitik, weil der Pachtvertrag ausgelaufen ist und ein vertragsloser Zustand zwischen Eigentümer und Verein besteht. Auch hier könnte die Kommunalpolitik im Dialog helfen, vermitteln und unterstützen, um den Gewinn an Freizeitattraktivität für die Region und die Menschen für die Zukunft zu gewährleisten.
Zu wenig Kunstrasenplätze im Verhältnis zur Größenfläche und Leistungsstärke der Region mahnten die Zuhörer ebenfalls an. Aber auch konkrete Anregungen und Vorschläge der Politiker wurden an das Publikum zurückgespielt. So äußerte sich Dr. Klaus Dieter Greilich (1. Vorsitzender des TSV Klein Linden) zum Planungsstand und der Einrichtung der täglichen Sportstunde an Grundschulen in der Stadt. Hier zeigen Schulen die Bereitschaft und das staatliche Schulamt muss jetzt die Fachkräfte zuteilen. Auch ein Stadtmarathon Giessen / Wetzlar ist im Gespräch, um die Attraktivität der Stadtentwicklung und Region für den Breitensport und den Handel zu erhöhen, ist im Gespräch.
Die hauptamtlichen Politiker zeigten ein offenes Ohr für die Anregungen und Dietlinde Elies (2. Kreistagsbeigeordnete im Landkreis Giessen) bot allen Teilnehmern an, sich in Zukunft bei allen Schwierigkeiten und Fragestellungen direkt und unbürokratisch zu melden, damit schneller kommuniziert, gehandelt und geholfen werden kann. "Wo dann im Ermessensspielraum und der Zuständigkeit Möglichkeiten sind, kann dann schneller reagiert werden."
Mai 2012
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