
KARLSRUHE. Bereits im letzten Jahr zeichnete es sich klar und deutlich ab: Die art Karlsruhe ist ein Kunstmarkt mit Zukunft. Die einfache Idee mit Kunst eine Messe zu machen und in ein strukturiertes Veranstaltungskonzept umzusetzen ist mehr als gelungen. Im wahrsten Sinne des Wortes bietet die art Karlsruhe den Dialog zwischen klassischer Moderne und Gegenwartskunst und die Besucherinnen und Besucher können sich in den wunderbar hellen, lichten und säulenlosen Hallen in Kunst baden, soweit das Auge reicht.

Ewald Karl Schrade (mi.)
Größe allein macht eine Kunstmesse nicht mehr aus und so stellte Kurator Ewald-Karl Schrade sein Konzept in ein paar Sätzen vor, dass mittlerweile prägende Wirkung zeigt. „Nicht zu große Sprünge haben wir gemacht von 2007 nach 2008 und man muss ja immer noch Luft fassen für das nächste Jahr“, verkündete er schmunzelnd, weiß Schrade doch um das Besondere seiner Messeidee.



Der Termin liegt im Vorfrühling, vor den Messetagen der anderen großen Schauplätze in Basel und in Köln. Und eine gute Messe scheitert nicht an der Frage des Standortes, denn jede Messe hat ihr eigenes Konzept. Das klingt so einfach.


In Karlsruhe hatte man mit Beginn, vor fünf Jahren, auf den Dialog und das Miteinander zwischen klassisch moderner Kunst und der Gegenwartskunst gesetzt und das in einer klaren Präsentationsform in Messehallen umgesetzt. Die Skulpturen stehen auf den Skulpturplätzen zwischen der Malerei und beides ergänzt sich vortrefflich. Geboten werden: Schauplätze, Kunstplätze, Handelsplätze, Sammlerplätze, Umsatzplätze, Ideenplätze, Ruheplätze, kurzum ein Treffpunkt für Menschen, die auf Kunst treffen wollen.

Besonders aussagekräftig sind in diesem Jahr die zahlreichen OneArtist Shows, die den Galerien die Präsentation einer/s Künstlerin/s auf mindestens 25 Quadratmetern ermöglichen. Das Konzept bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit sich über einen größeren Ausstellungsraum Kunstwerke nur einer/s Künstler/in anzusehen. Neben dem ausführlichen Messekatalog mit über 540 Seiten wird ein Katalog mit den One Artist Shows von 272 Seiten präsentiert. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr ein OneArtist Show Preis vergeben, den das Land Baden-Württemberg und die Stadt Karlsruhe mit 15000 Euro ausgeschrieben haben.

Ein weiterer Preis, der Hans Platschek Preis 2008, wird ebenfalls zum ersten Mal vergeben. Es ist ein Preis, der sich markant von anderen bundesdeutschen Kunstpreisen unterscheidet. Mit F.W. Bernstein alias Fritz Weigle steht der erste Preisträger des Hans Platschek-Preises für Kunst und Schrift fest. Der 1938 geborene Grafiker, Lyriker und Satiriker erhielt heute den Preis verliehen.

F.W. Bernstein erhielt heute den 1. Hans.Platschek-Preis für Kunst und Schrift auf der art Karlsruhe (Fotos: Frank Sygusch)


F.W. Bernstein und der Journalist Prof. Manfred Eichel auf der art Karlsruhe
(Foto: Frank Sygusch)

In einer Sonderschau präsentiert sich in diesem Jahr das Emirat Sharjah. Bei der Eröffnung erklang Musik von Rhythmus- und Blasinstrumenten mit arabischen Quellen. Der internationale Blick der Messe art Karlsruhe zeigte damit Offenheit und Weitblick und trägt zur Verständigung der verschiedenen Kulturen bei. Erstmals ertönte eine Hymne, die Carl-Robert Helg, Chordirektor des Badischen Staatstheaters, eigens für die art Karlsruhe komponiert hatte.

Kulturszene am Golf: Die Sonderschau des Emirats Sharjah (Fotos: Frank Sygusch)

162 Ausstellerinnen und Aussteller und 23 Photogalerien / -editionen aus insgesamt 13 Nationen sind auf der art Karlsruhe 2008 vertreten. Der mutige Schritt, die Photographie als eigene Kunstform in das Konzept mit einzubinden ist beachtlich und lobenswert und wird viele Sammler anziehen.



Das Konzept der art Karlsruhe trifft auf steigende Resonanz und mit 12000 Besucherinnen und Besucher kamen 2000 mehr als im letzten Jahr zum gestrigen Eröffnungs- und Vernissagetag. Auch am Eröffnungstag konnten die Galeristen bereits erste Erfolgsmeldungen verkünden; so wurde Günther Ueckers Arbeit „Feld“ (2003) für Euro 95000 verkauft.
Günther Uecker - Feld (2003) - Nägel auf Leinwand auf Holz, Latex weiss, 106 x 89 cm, 2003
(Foto: Frank Sygusch)

Giessen, 28. Februar 2008 / alle Fotos copyright: Frank Sygusch / Giessen-Server.de
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