Philharmonisches Orchester Giessen | Musikalische Leitung: Carlos Spierer
Termin: Dienstag, 18. März 2008 | 20.00 Uhr | Großes Haus
GIESSEN (mip/r). Die Werke zweier der bekanntesten russischen Komponisten, Tschaikowsky und Prokofjew, stehen im Mittelpunkt des 7. Sinfoniekonzert am kommenden Dienstag, 18. März, um 20.00 Uhr im Stadttheater Giessen: Durch und durch romantisch und mit folkloristischen Anklängen das 1. Klavierkonzert von Peter Iljitsch Tschaikowsky und als „Lied auf den freien und glücklichen Menschen“ komponiert die 5. Sinfonie von Sergej Prokofjew. Eröffnet wird das Konzert traditionsgemäß durch ein junges musikalisches Talent der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, das in der Reihe „Auftakt“ sein Können unter Beweis stellen wird.

Lampe im Foyer des Giessener Stadttheaters (Bild: Giessen-Server.de)
Der erste Teil des Abends widmet sich Tschaikowskys 1874/75 komponiertem 1. Klavierkonzert in b-Moll, zu dem er – der selbst ausgezeichnet Klavier spielte – sich nicht zuletzt durch die Werke Chopins, Liszts und Schumanns inspirieren ließ. Anders als viele andere Komponisten des 19. Jahrhunderts hatte Tschaikowsky eine Vorliebe für virtuose Musik, die er in verschiedenen Werken für Violine, Cello oder Klavier umsetzte. Sein 1. Klavierkonzert besticht durch die kunstvolle Verarbeitung folkloristischer Melodien und die geglückte Verbindung zwischen wuchtigen, lyrischen und tänzerischen Elementen. Als Solistin konnte die international renommierte Pianistin Valentina Lisitsa gewonnen werden.
Knapp 70 Jahre später, mitten in den Wirren deszweiten Weltkrieges komponierte Sergej Prokofjew seine 5. Sinfonie. Prokofjew lebte zu dieser Zeit für mehrere Monate in einer staatlichen Künstlerkolonie, wo er seine Kollegen unentwegt antrieb, patriotische Kunst in Hinblick auf den bevorstehenden Sieg der Roten Armee zu schaffen und wo er mit Hingabe an seiner Sinfonie arbeitete. Sechzehn Jahre lang hatte Prokofjew zuvor eine sinfonische Pause eingelegt; nun schuf er ein Werk von beeindruckender Größe und einer bisher unerreichten dramatischen Ausdruckskraft, die an die von Schostakowitsch und Chatschaturjan geschriebenen Sinfonien erinnert.
Karten für das Sinfoniekonzert am kommenden Dienstag, 18. März, sind zum Preis von 7,50 Euro bis 23,50 Euro an der Theaterkasse, telefonisch unter (0641) 7957-60/-61 oder an der Abendkasse erhältlich.
7. Sinfoniekonzert – mit Werken von Peter Iljitsch Tschaikowsky und Sergej Prokofjew
Philharmonisches Orchester Giessen
Musikalische Leitung: Carlos Spierer | Solistin: Valentina Lisitsa – Klavier
Carlos Spierer studierte Dirigieren an der Musikhochschule Hamburg. Gleichzeitig nahm er an verschiedenen Meisterklassen teil, u.a. bei Leonard Bernstein, bei dessen Wettbewerb er 1987 den ersten Platz belegte. Von 1997-2000 war er als künstlerischer Leiter des Gävle Symphonieorchesters in Schweden und von 2003-2005 als Chefdirigent des Orquester Sinfonica de Mineria Mexico-City tätig. Engagements führten ihn u.a. nach Bremen (Deutsche Kammerphilharmonie), Berlin (Komische Oper), zu den Essener Philharmonikern, zum Radio-Orchester Brüssel, zum Orquestra Filharmónica de Buenos Aires, zum Louisiana Symphonic Orchestra New Orleans, zum Hessischen Landesjugendsinfonieorchester, nach Caracas, Huston, Tallin sowie nach Japan. Im ZDF dirigierte er zudem die Sendung „Klassisch”. Auf dem CD-Sektor wartet er durch zahlreiche Einspielungen auf. Die Aufnahme mit Werken des Schweden Oscar Byström wurde vom BBC Music Magazine mit dem Titel „CD des Jahres 1998” ausgezeichnet. Seit 2003 ist er GMD in Gießen. Erst kürzlich wurde das Philharmonische Orchester Gießen unter seiner Leitung (SALOME) bei einer Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“ lobend erwähnt.
Die 1969 in Sewastopol in der Ukraine geborene Pianistin Valentina Lisitsa wollte eigentlich professionelle Schachspielerin werden, doch ihr musikalisches Talent war zu groß, um nicht beachtet und gefördert zu werden. Mit drei Jahren begann sie, Klavier zu spielen und gab nur ein Jahr später ihren ersten Soloabend. Später besuchte sie die Lysenko Musik Schule für begabte Kinder und studierte später am Konservatorium in Kiew. 1991 gewannen sie und ihr späterer Ehemann Alexei Kuznetsoff den ersten Preis beim „Murray Dranoff Two Piano Competition“, der weltweit als einer der wichtigste Wettkämpfe für Klavierduette gilt. Im gleichen Jahr noch zogen beide in die Vereinigten Staaten, um von dort aus ihre Karriere als Konzertpianisten auszubauen. Es folgten zahlreiche Konzerte weltweit, u.a. beim Wiener Musikverein, in der Avery Fischer Hall und in der Carnegie Hall. Eine umfangreiche Diskographie sowie eine DVD mit 24 Etüden von Frédéric Chopin runden ihr bisheriges Schaffen ab und weisen sie als eine der wichtigsten Künstlerinnen ihrer Generation aus.
Giessen, 13. März 2008 / Foto: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
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