GIESSEN (mip/r). „Militante Inklusions- und Exklusionskonzepte und europäische Integration: Antemurale, Vormauer, Bollwerk, Festung Europa“, so lautet der Titel einer Tagung, die das Historische Institut gemeinsam mit dem „Giessener Zentrum Östliches Europa“ (GiZO) vom 27. März (Beginn: 14.00 Uhr) bis 29. März 2008 veranstaltet. Die Tagung wird organisiert von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg und findet statt im Alexander-von-Humboldt-Haus, dem Neuen Gästehaus der Justus-Liebig-Universität Giessen.
Das suggestive Bild einer Gemeinschaft in der belagerten Festung, die auf der Vormauer verteidigt werden muss, wurde im Spätmittelalter vom Heiligen Stuhl eingeführt und fand ein europaweites Echo. Die Christenheit bzw. Europa galten als Festung, die – u.a. gegen Moslems, Türken und Moskowiter – verteidigt werden müsse. Gefragt wird unter anderem, ob solche militante Auffassungen eine europäische Integration bereits in der frühen Neuzeit förderten.
Um das Aufgreifen von Konzepten einer „Vormauer Europas“ und einer „Festung Europa“ in der Moderne geht es im zweiten Teil der Tagung. In der Moderne finden sich Selbstwahrnehmungen als Grenzgesellschaften häufig in Konflikten, sie werden literarisch verarbeitet, aber auch propagandistisch beschworen. Die Tagung möchte eine Lücke füllen: In Projekten zu Europa-Vorstellungen der letzten Jahre wurden vielfach gemeinsame europäische Vorstellungen untersucht, weniger aber auf eine Integration durch gemeinsame Feindbilder abgehoben.
Kontakt: Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg
Osteuropäische Geschichte
Otto-Behaghel-Straße 10 D, 35394 Giessen
Telefon: 0641 99-28251
Giessen, 26. März 2008
Mai 2012
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