GIESSEN (mip/r). Mathematikum zeigt Drucke, Grafiken und Fotografien
Verhüllter Reichstag in Berlin, 5600 Kubikmeter Paket in Kassel und jüngst noch in Erinnerung – Die Tore im New Yorker Central Park: Im September 2006 wird das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude auch in Gießen von sich reden machen. Mit 100 Skizzen, Drucken und Fotografien ihrer Projekte setzt das erste mathematische Mitmachmuseum seine Reihe „Kunst im Mathematikum“ fort.
Die Ausstellung „Christo und Jeanne-Claude – Unikate, Grafiken, Drucke und Fotos“ ist vom 9. September bis 15. Oktober zu sehen.
„Christo und Jeanne-Claude akzentuieren mit ihren Verhüllungen Grenzen. Grenzen sind auch in der Mathematik ein großes Thema“: Der Hausherr im Mathematikum, Prof. Albrecht Beutelspacher, schlägt den Bogen zwischen Projekten der beiden Künstler und seiner Wissenschaft. Ähnlich sieht es Saskia Hammann von der Wetzlarer Galerie am Dom, die wieder die künstlerische Leitung übernommen hat: „Neben all der Kreativität, gehört ganz viel Organisation und Planung zu den Projekten von Christo und Jeanne-Claude.“
Gemeinsamer Nenner für die Werke – ob Verhüllungen oder andere Installationen – ist die Verwendung von Stoff und Gewebe – vergängliches Material. Bewusst errichten Christo und Jeanne-Claude ihre Werke zeitlich begrenzt, um damit Gefühle zu wecken, die sonst anderen temporären Ereignissen zugeschrieben werden, etwa der Kindheit oder der Vergänglichkeit des eigenen Lebens.
Chronist der Projektkunst auf Zeit ist seit langem der Fotograf Wolfgang Volz. Seit 1971 arbeitet er exklusiv mit dem Künstlerehepaar zusammen, unter anderem war er technischer Geschäftsführer im Projekt „Verhüllter Reichstag“ 1995 in Berlin. Einige seiner Fotografien werden Projekte aus den USA, Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Europa in Gießen erlebbar machen. Volz referiert im Rahmenprogramm in einem Vortrag über das Werk von Christo und Jeanne-Claude.
Ebenfalls eng mit den Künstlern verbunden ist Hartmut Ayrle. Der Architekt und Professor an der Bremer Hochschule leitete die technische Umsetzung der Reichstagsverhüllung. In einem Workshop „Bauen mit Textil und Draht“ für Kinder gibt er seine Begeisterung für das Bauen mit ungewöhnlichen Werkstoffen an die jungen Besucher des Mathematikums weiter. In seinem Vortrag „Die Reichstagsverhüllung – ein Kunstwerk und seine bautechnische Realisierung“ berichtet er über die Verhüllung des Berliner Parlamentsgebäudes.
Wie zu den vorangegangenen Ausstellungen mit Werken von James Rizzi und von Janosch erwartet das Mathematikum auch diesmal einen Besucheransturm.
Giessen, 23. Juni 2006
Mai 2012
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