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Gesundheitsregion der Zukunft - Mit timm in Mittelhessen

Jetzt den Wettbewerbsvorteil nutzen

GIESSEN (mip/r).    timm, das Kooperationsnetzwerk für die mittelhessische Medizinwirtschaft, schickt die Region Mittelhessen ins Rennen um die deutsche „Gesundheitsregion der Zukunft“. Bei diesem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden die besten Konzepte zur regionalen Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich Gesundheit ausgezeichnet. Mittelhessen tritt dabei mit einem klaren Wettbewerbsvorteil an.

Die Konzentration von Hochschulen, die in der Medizin über exzellente Kompetenzen verfügen, ist in Deutschland einmalig. In der Wirtschaft sind zahlreiche Unternehmen aus Medizintechnik und Life Sciences in der Region zu Hause.

„Durch die von timm geförderte enge Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen ergeben sich zwei Effekte“, erklärt Dr. Christian Schulze, Geschäftsführer der TransMIT GmbH und verantwortlich für timm, „Zum einen verkürzt sich für Medizinprodukte und Medikamente der Weg von der Innovation in der Forschung zum Markt. Zum anderen verbessert sich durch eine engere Zusammenarbeit, beispielsweise der Kliniken, die Patientenversorgung. Durch die Weiterentwicklung und Verzahnung bestehender Netzwerke in Wissenschaft und Wirtschaft ergeben sich für die Medizinregion Mittelhessen gute Chancen, Gesundheitsregion der Zukunft zu werden.“

Besonders im Bereich Herz/Lunge verfügt Mittelhessen über hervorragende Kompetenzen in der Forschung und der Patientenversorgung. Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg bildet gemeinsam mit der Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim, dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und dem Exzellenz-Cluster „Kardiopulmonales System“ der Universität Gießen ein bundesweit einzigartiges Zentrum für Herz und Lunge. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden direkt in Diagnostik und Behandlung der Patienten umgesetzt.

Die Mediziner des Lungenzentrums Giessen gehören zu den besten Experten für seltene Lungenerkrankungen, wie zum Bespiel dem Lungenhochdruck. Zahlreiche Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet werden hier behandelt. Das internationale Forschungsnetzwerk zur idiopathischen Lungenfibrose (IPF) wird zudem von Giessen aus koordiniert.

Auch in der Erforschung von Infektionskrankheiten ist Mittelhessen gut aufgestellt. In Marburg wurde Anfang dieses Jahres ein Hochsicherheitslabor eröffnet. Es ist das erste BSL 4-Labor (Biologisches Sicherheitslevel 4) in Deutschland, das eine Errichtungs- und Betriebsgenehmigung für S4-Erreger, wie zum Beispiel Ebolaviren, erhalten hat. Besonders bei der Erforschung von Pandemien wird das Labor in Marburg eine zentrale Rolle spielen.
„Damit hat die Region die besten Voraussetzungen, um auch in Zukunft Zentrum medizinischer Forschung zu bleiben“, erklärt Dr. Schulze.


Eine digitale Patientenakte, wie sie bundesweit eingeführt werden soll, wird in Mittelhessen bereits seit Januar 2007 als Pilotprojekt getestet.

CIMECS (Central Interdisciplinary Medicare System) ist eine webbasierte interdisziplinäre Kommunikationsplattform mit einer zentralen Datenarchivierung am Universitätsklinikum in Gießen. Die Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken und den Krankenkassen wird dadurch erheblich vereinfacht und Mehrfachuntersuchungen entfallen. Anders als bei anderen System dieser Art bestimmt der Patient selbst, wer auf seine Daten zugreifen darf.


Dass aus der Medizinwirtschaft auch erfolgreiche Neugründungen hervorgehen und sich in Mittelhessen ansiedeln, beweisen die Beispiele der Giessener EpiRet GmbH und der Marburger sterna biologicals GmbH & Co KG.

Die 2007 gegründete EpiRet GmbH gehört zu den Gewinnern im diesjährigen Gründerwettbewerb Science4Life. Das Giessener Unternehmen wird die weltweit erste in das Auge implantierbare, drahtlose Sehprothese zu einem marktfähigen Produkt entwickeln, produzieren und weltweit vermarkten. Im März 2008 wurde das neuartige Retinaimplantat erstmals erfolgreich bei sechs blinden Patienten eingesetzt. Neurophysiker der Philipps-Universität Marburg waren an der Untersuchung der Testpersonen beteiligt.

Die sterna biologicals GmbH & Co KG, unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Renz, wurde als spin-off aus der Abteilung für Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik der Philipps-Universität Marburg und dem TransMIT-Zentrum für Immunmodulation gegründet. sterna entwickeln neuartige Medikamente zur Behandlung von Volkskrankheiten wie Bronchialasthma und rheumatischer Arthritis.



Über timm

timm Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen ist das Kooperationsnetzwerk für die mittelhessische Medizinwirtschaft, das bei der regionalen Patentverwertungsagentur TransMIT GmbH angesiedelt ist. Die TransMit GmbH verfügt seit Jahren über fundiertes Know-how im Technologietransfer.

timm richtet sich an Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, das Universitätsklinikum, Wirtschaftsförderer der Region, Städte und Kommunen und andere Interessierte mit Bezug zur Medizinwirtschaft.

Durch die enge Vernetzung und Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft soll das enorme Potenzial, über das die Region Mittelhessen in der Medizinwirtschaft verfügt, nutzbar gemacht werden.

Das Projekt wird vom Land Hessen und der Region gemeinsam finanziert. Partner sind die Wirtschaftsförderer von Stadt und Landkreis Giessen, der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, die Rhön-Klinikum AG, die Weiss Klimatechnik GmbH, der Verein MitteHessen e.V., die IHK Giessen-Friedberg, die Philipps-Universität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Giessen und die Fachhochschule Giessen-Friedberg.


Giessen, 14. April 2008


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