GIESSEN (mip/r). Ein russisches Fernseh-Team des Senders TK Kultura war heute im Rahmen von Dreharbeiten über deutsch-russische Wissenschaftskooperationen zu Gast in Giessen, um über das von der Justus-Liebig-Universität koordinierte Internationale Graduiertenkolleg „Enzymes and Multienzyme Complexes Acting on Nucleic Acids“ (Giessen – Marburg – Moskau, Sprecher: Prof. Dr. Peter Friedhoff, Institut für Biochemie) zu berichten. Die Rundreise des russischen Teams durch deutsche Universitäten wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt und begleitet. Bei Interviews mit Wissenschaftlern und Graduierten sowie Laborbesuchen im IFZ Giessen konnte sich das russische TV-Team von der erfolgreichen Zusammenarbeit im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs überzeugen.

Der Sprecher des Internationalen Graduiertenkollegs „Enzymes and
Multienzyme Complexes Acting on Nucleic Acids“ (Giessen – Marburg –
Moskau), Prof. Dr. Peter Friedhoff, Institut für Biochemie (Bild: Wolfgang Wende)
Das im Herbst 2006 von der DFG eingerichtete Internationale Graduiertenkolleg „Enzymes and Multienzyme Complexes Acting on Nucleic Acids“ verknüpft die Arbeit von acht Arbeitsgruppen der Justus-Liebig-Universität Giessen, zwei der Philipps-Universität Marburg mit sieben der Lomonosow-Universität und der russischen Akademie der Wissenschaften (RAS) in Moskau. Im Rahmen dieses Graduiertenkollegs sollen Doktoranden der beteiligten Gruppen von der Expertise der anderen Gruppen für ihre eigene Arbeit profitieren. Alle Gruppen interessieren sich, allerdings mit leicht unterschiedlichem bzw. komplementärem Schwerpunkt, für die enzymatischen Reaktionen, die mit der Speicherung, Weitergabe und Veränderung der genetischen Information einhergehen und typischerweise von großen Enzymkomplexen katalysiert werden. Das Graduiertenkolleg, als dessen Sprecher Prof. Dr. Peter Friedhoff und als Koordinatorin Dr. Anja Drescher vom Institut für Biochemie fungieren, arbeitet ferner mit zwei assoziierten Instituten aus Warschau und Vilnius zusammen und wird von der DFG zunächst für viereinhalb Jahre mit über 1,8 Millionen € gefördert. Von russischer Seite wird das Kolleg mit sieben Förderverträgen der RFBR (Russian Foundation for Basic Research) seit 2007 gefördert. Derzeit sind im Programm auf deutscher Seite 18 und auf russischer Seite zwölf Graduierte aktiv.

Das russisches Fernseh-Team des Senders TK Kultura im IFZ Giessen bei Aufnahmen im Labor (Bilder: Wolfgang Wende)

Bislang gab es zahlreiche Arbeitstreffen, u.a. zwei Workshops in Moskau (2007) und Giessen (März 2008 auf Schloss Rauischholzhausen) sowie ein so genanntes Offspring-Meeting Anfang dieses Jahres, das von und für die Graduierten in Moskau organisiert wurde. Ferner haben bereits mehrere Forschungsaufenthalte sowohl von Moskauer Studierenden in Giessen und Marburg als auch von deutschen Studentinnen und Studenten bei den Moskauer Kollegen stattgefunden. Außerdem haben schon mehrere Giessener und Moskauer Studenten die Chance zu einem Forschungsaufenthalt bei dem ausländischen Partner genutzt.
Kontakt: Dr. Anja Drescher
Institut für Biochemie der JLU
Heinrich-Buff-Ring 58
35392 Giessen
Tel.: 0641/99-35401
Giessen, 28. April 2008
Februar 2012
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