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Sehnsucht nach St. Petersburg


MÜNCHEN (mip/r).                     In St. Petersburg treffen sich vom 26. bis 28. Mai je sechs deutsche und russische Autoren zum literarischem Diskurs. Von deutscher Seite sind etwa Jens Sparschuh, Thomas Brussig und Katja Lange-Müller dabei. Die Idee zu diesem Literaturzirkel entwickelten Günter Grass und Daniil Granin, die die Autorengruppen begleiten werden.


St. Petersburg 26. bis 28. Mai 2008

Eine verlorene Liebe und die Zeit seines Erwachsenwerdens, in der er als Student aus der DDR in Leningrad war, sucht Alexander, Hauptfigur aus Jens Sparschuhs neuem Roman „Schwarze Dame“, im St. Petersburg der Gegenwart: „Russland und die helle Stadt am finnischen Meerbusen hatten ihm das Leben gerettet. Im letzten Moment war er dem deutschen Kleinkram entkommen“, schreibt Sparschuh, der sich damit bestens für das deutsch-russische Autorentreffen empfohlen hat.


Zu den weiteren deutschen Teilnehmern gehört Thomas Brussig, bekannt durch „Helden wie wir“ und den Bestseller „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“, der 1999 durch Leander Haußmann verfilmt wurde. Auch Katja Lange-Müller („Böse Schafe“) und Ilija Trojanow, der 2006 für „Der Weltensammler“ den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, werden in St. Petersburg dabei sein, ebenso Eleonore Hummel und Michael Kumpfmüller. Die russische Literaturszene wird vertreten durch Tatjana Moskiva, Sergej Nosov, Zachar Prilepin, Pawel Krussanow, Ilja Bojaschow und Dimitrij Gortschew, alle ausgewählt durch Daniil Granin.


Granin, Romancier, Erzähler und Essayist, erlangte etwa durch seine Dokumentation „Das Blockadebuch“ internationale Bekanntheit. Grass schätzt ihn besonders wegen seines zeitkritischen Essays „Das Jahrhundert der Angst“. Granin war 1989 Mitbegründer und erster Präsident des sowjetischen PEN-Zentrums.


Am 26. und 27. Mai diskutieren alle Autoren in einem Werkstattgespräch im Goethe-Institut ihre auf Russisch und Deutsch vorliegenden Texte. Bei einer Lesung mit Publikumsgespräch am 28. Mai in der Staatlichen Universität St. Petersburg stellt Günter Grass sein Gedicht „Kleckerburg“ vor, Daniil Granin einen Prosatext. Im Zentrum für zeitgenössische Literatur trifft Grass dann zehn junge Literaten aus St. Petersburg.


Der Literaturzirkel will einen kritischen Diskurs zwischen nicht nur sprachlich verschiedenen Literaturszenen initiieren. Themen wurden bewusst nicht festgelegt: „Wie ein solch offener Diskurs zwischen Autoren aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen abläuft, wird die spannende Frage sein“, so der Leiter des Goethe-Instituts St. Petersburg, Ralf Eppeneder.


Giessen, 06. Mai 2008


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