
GIESSEN (fsy). "Mich nennen hier alle Siggi", begrüßt der Drachenprofessor die kleinen Gäste im großen Chemie-Hörsaal an der Universität Giessen. Etwa 100 Kinder sind der Einladung von Prof. Dr. Siegfried Schindler gefolgt und voller Erwartung aus den verschiedenen Kindertagesstätten "Auf dem Gleienberg" (Lich), "Finkenweg" (Wettenberg), "Spatzennest" (Reiskirchen) und der Georg-Diehl-Kindertagesstätte (Buseck) angereist, um zu sehen, was es auf sich hat mit dem Huhn, das Angst hat vor dem Fuchs und träumt ein Drache zu werden, der Feuer spuckt und gefährlich ist. Aber was muss ein Drache alles können, um den bösen Fuchs in die Flucht zu schlagen? Vielleicht braucht der Drache ein Schwert? Oder vielleicht eine besondere Drachenzauberhaut?

Und dann geht es endlich los und das Licht im Hörsaal wird zurückgedreht. Der Assistent von Siggi, Herr Scheld, der im Drachenwald Drachenpipi besorgt hat, hilft dem Drachenprofessor, genauso wie Wuschel eine Handpuppe. Doch einzelnen Kindern ist das alles ein bisschen zu unheimlich, und einige fangen an zu kreischen oder zu quietschen. Andere wollen genau wissen, wo der Drache denn eigentlich wohnt und wann er endlich hierher kommen wird. Aber Siggi beruhigt die Kinder und teilt ihnen mit, dass der große Drache gar nicht kommen kann. Der Drache, den nun alle auf der Leinwand im großen Bild sehen können ist nämlich viel zu groß und er kann leider nicht hier in den Raum herkommen, er passt nicht durch die Tür! So ist das halt mit den großen und gefährlichen Drachen, die ordentlich Feuer spucken, wenn sie müssen. Aber die Geschichten, wie und was mit dem Drachen alles passiert ist, das kann der Mann in den Turnschuhen schon erzählen.

Aber zuallererst zeigt er allen sein leuchtendes Laserschwert und zieht es heraus. Das Schwert blinkt ziemlich hell im Raum und alle schauen und hören spätestens jetzt sehr aufmerksam zu. Und jetzt braucht auch keiner mehr Angst zu haben im dunklen Raum, denn der Mann, der über den Drachen, das Huhn und den Fuchs erzählt hat ja ein Laserschwert!
Und dann geht alles Schlag auf Schlag und es folgt eine Vorführung nach der anderen und die Kinder sind begeistert von der ganzen Sache:

Zerknitterte Luftballons, die der Drachenprofessor aus einer dampfenden, rauchenden Kiste herausholt und die sich alsbald wie von alleine aufblasen und immer größer und größer werden, bis die ganze Luft wieder drin ist. Und dann auch noch das: Das Huhn lässt vor Schreck aus drei Metern Höhe ein Ei fallen. Ein rohes Ei und es fällt auf ein Stück Drachenhaut, das der Assistent aus dem Wald besorgt hatte. Und was passiert: Das Ei zerspringt überhaupt nicht, sondern bleibt vollständig ganz und heile, weil eben die Drachenhaut so ist. Wow! Und deshalb kann man den Drachen auch nicht besiegen, weil seine Haut undurchdringbar ist. Das klingt interessant und manche der Kinder staunen mit Bewunderung auf das, was da vorne alles vor ihren Augen passiert.
Dann die Vorführung mit der Drachen-Zauberwatte, die zischend verglüht und spurlos verschwindet. Denn sobald die Zauberwatte mit Feuer in Berührung kommt, zischt und knistert es ordentlich und mit viel Rauch verschwindet die Zauberwatte. "Das gibt´s doch nicht, wo issen die Watte hin?", fragt eines Kinder in der 2. Sitzreihe. Die Zauberwatte ist weg ...

Und natürlich die Sache mit dem Drachenpipi, das sich grün, orange und gelb färben kann und wenn das Pipi mit Sägemehl und Feuer in Berührung kommt, verzischt es ebenfalls mit einem tollen Geräusch. Da ruft eines der neugierigen Kinder: „Und was ist, wenn der mal Stinker machen muss“? Auf diese schnelle und unerwartete Frage musste auch Siggi laut lachen, wie alle anderen im Saal.

Lauter kleine Experimente der Chemie für Kinder, um ihr Interesse für die Wunder der Naturereignisse zu wecken und ihren Blick für Reaktionen zu schärfen. Lauter Experimente um die Themen Feuer und Rauch. Alles altersgemäß in einer Geschichte mit dem großen und kleinen grünen Drachen erzählt, so dass es die Kinder als spannend und voller Begeisterung erleben. Eine tolle und wichtige Veranstaltung des Fachbereiches.

Und zum Schluss die süße Überraschung: Zauberdrachenbonbons steckt der Drachenprofessor in eine volle Coca-Colaflasche. Denn so sagt er, „so ein Drachenmagen im Bauch des Drachens funktioniert so ähnlich, wie eine Colaflasche. Und Drachen vertragen es auch nicht, wenn zu viele Bonbons in den Drachenmagen kommen. Und was dann passiert, das zeigt der Siggi den Kindern zum Abschluss. Als die Pfefferminzbonbons in die Flasche fallen entsteht eine hohe und schnelle Fontäne, die hoch in die Luft schießt.

Und natürlich hat ein Kind eine logische Schlussfolgerung mit passendem Kommentar parat: „Der Drache kotzt“. Und alle Kinder kreischen und rufen, wie so oft an diesem Vormittag: „Nochmal, mach das nochmal!“
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Giessen, 08. Juli 2006 / alle Bilder: Frank Sygusch
Februar 2012
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