BERLIN (mip/r). Die biologische Vielfalt Afrikas scheint unerschöpflich. Allein auf dem Tafelberg in Südafrika kommen mehr als 500 Heidekraut-Arten vor, in ganz Deutschland sind es gerade mal vier. Dieser natürliche Reichtum Afrikas ist durch großflächige Veränderungen der Landnutzung durch den Menschen bedroht. Afrikanische und deutsche Forscher haben sich zusammengetan, um die komplexen Beziehungen zwischen Mensch und Natur besser zu verstehen. Mehr als 400 Wissenschaftler und mehr als 70 Institutionen bilden das Forschernetzwerk BIOTA-Afrika (Biodiversity Monitoring Transect Analysis in Africa), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet wurde.
Das vom BMBF und einer Reihe afrikanischer Institutionen finanzierte Großprojekt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Flora und Fauna des Kontinents eingehend zu erforschen sowie Veränderungen in den Naturräumen zu beobachten und zu messen. Das BMBF fördert das Forschernetzwerk mit rund 6 Millionen Euro im Jahr. Insbesondere die Folgen des Klimawandels und die sich durch Globalisierung verändernde Landnutzung stellen eine große Gefahr für die Artenvielfalt Afrikas dar - und drohen intakte Lebensräume zu zerstören. Ziel von BIOTA ist es, auf Grundlage wissenschaftlicher Kenntnisse Prognosen über die künftige Entwicklung der biologischen Vielfalt zu treffen. Zudem geht es darum, Strategien zu entwickeln, die eine nachhaltige Nutzung durch die Menschen ermöglichen und zugleich den Erhalt der biologischen Vielfalt sichern.
Das deutsch-afrikanische Projekt erfasst Veränderungen auf dem gesamten Kontinent in vier geografisch definierten Untersuchungsräumen: BIOTA Southern Africa, BIOTA West Africa, BIOTA East Africa und BIOTA Maroc. So weitläufig wie das Forschungsgebiet, so groß ist die Bandbreite an Fragen, denen sich die Wissenschaftler stellen - und die sie zu beantworten suchen. In Südafrika und Namibia analysieren die Forscher beispielsweise Satellitenbilder aus den vergangenen 20 Jahren, um Aussagen über die zunehmende Verwüstung von Weideflächen durch Übernutzung zu treffen. In Burkina Faso gehen sie der Frage nach, wie Fische von Umweltveränderungen beeinflusst werden. Und im ostafrikanischen Kakamega Forest entwickeln die Wissenschaftler neue Modelle zur nachhaltigen Nutzung von Regenwäldern.
Das kontinentale Beobachtungsnetzwerk BIOTA erlaubt es, über längere Zeiträume die Veränderungen in der Natur Afrikas zu erfassen - und gezielt Maßnahmen zu ergreifen, diese einzigartigen Lebensräume zu erhalten.
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie im Internet unter www.biota-africa.org, http://www.bmbf.de/de/12460.php und www.dlr.de.
Giessen, 25. Mai 2008
Februar 2012
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