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Mathematikum Giessen Jahresprogramm Mathematikum

Das Verhältnis von Masse zu Ladung und Liebigs Knallkugeln




GIESSEN (fsy).         In der Kampagne der Bundesregierung „Deutschland – Land der Ideen“ war das Giessener Liebig-Museum am Dienstag, den 18. Juli 2006, „der ausgewählte Ort“.





Das kleine historische Museum in der Liebigstraße gilt als die Geburtsstätte der Organischen Chemie, die für die Entwicklung moderner Industriegesellschaften von so großer Bedeutung ist.


Prof. Dr. Manfred Kröger






Justus Liebig hätte seine revolutionierenden Ideen ohne die Verbesserung der Feinwaagen niemals entwickeln können. Ein weiteres Beispiel für das Zusammenwirken und die Abhängigkeit von feiner Handwerkskunst und wissenschaftlicher Arbeit. Liebig wurde dabei von dem Schreinermeister Hoss unterstützt, der die Waagen immer weiter verbesserte, so dass diese Waagen schließlich von Giessen aus in alle Welt verschickt wurden.

Die Ideen waren der Ursprung für den heutigen Weltmarktführer im Waagenbau: die Firma Mettler-Toledo, die das Familienunternehmen in den 1950-er Jahren aufkaufte und heute noch in Giessen mit der Servicetechnik ansässig ist.





Chemie ist bunt und vielseitig (Bild: Frank Sygusch)



Ab 10.00 Uhr fanden im Liebig-Museum fünf Vorlesungen mit historischen Experimenten statt. Dann ließ es Eberhard Theophel knallen und stinken, ganz wie Liebig es getan hat.




Prof. Dr. Manfred Kröger (Bild: Frank Sygusch)


Prof. Dr. Manfred Kröger erzählt über Justus Liebig



Prof. Dr. Manfred Kröger bot im Wechsel Führungen durch die historischen Räume des Museums an.




Karl-Armin Opfer


Parallel dazu zeigte Karl-Armin Opfer von der Firma Mettler-Toledo im Mathematikum den Einsatz von modernen Hochleistungswaagen.





Prof. Dr. Bernhard Spengler (Bild: Frank Sygusch)



Prof. Dr. Bernhard Spengler vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Giessen zeigte, wie man heute massenspektrometrisch chemische Messanalysen durchführt.






Während Liebig noch daran verzweifelte, dass er zwischen pflanzlichen und tierischen Stoffen keine Unterschiede fand, kann die ultramoderne Waage am Institut von Prof. Spengler heute sogar zwischen menschlichen und synthetischen Hormonen unterscheiden und exakte Verhältniss von Masse zu Ladung bestimmen. Über eine Lifeschaltung zum Institut war Dr. Dieter Kirsch zugeschaltet, der das Messexperiment am Massenspektrometer durchführte.





Giessen, 20. Juli 2006 / Bilder: Frank Sygusch


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