Fesselnde Körperakrobatik und -artistik / Herrliche Dressurkunst auf höchstem Niveau / Entzückende Situationskomik / Glanzvolles Circus Panorma und attraktive Revue in der Manege
GIESSEN. Sein Jubiläumsprogramm zum 100-jährigen Bestehen präsentierte gestern Abend der Münchner Traditionscircus Krone in Giessen und 1000 Gäste feierten die Giessener Premiere mit stehendem Applaus. Der Circus Krone gastiert noch bis zum 18. Juni in der Universitätsstadt Giessen und zeigt sein mitreißendes Programm.

Die Kostüme der Künstler in der Manege zeigten eine ausgewählte Farbenpracht
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Bereits vor dem Eingang wirkte das impossante Circuszelt mit seinen vier hohen Masten enorm anziehend auf die Besucherinnen und Besucher und die lebhafte Geräuschkulisse zog die Gäste magnetisch ins Innere des Circuszeltes. Zu Beginn des Programms begleitete das eigene Circus-Krone-Ballett alle Artisten in die Manege und die Auftaktrevue ließ sofort erahnen, welche hohe Cicuskunst in den folgenden drei Stunden die Nerven und Sinne der Gäste fesseln würde. Die Kostüme der Künstler in der Manege zeigten eine ausgewählte Farbenpracht, wunderschön anzusehen und in den tanzenden Bewegungen wurde die Vielfalt der Farben mit einer durchdachten Lichtchoreographie reizvoll unterstützt.

Mr. Dalmatin in der Manege im Circus Krone bei der Premiere in Giessen
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Gleich zu Beginn der Aufführungen ließ Mr. Dalmatin seine Dalmatinerhunde durch das Rund der Manege sausen und die Tiere führten temperamentvoll gestaltete Kunststücke zusammen mit einem Pony vor. Das alles faszinierte und entzückte das Publikum von Anfang an. Kurze Zeit später kamen Pudel dazu und die rasende Hundemenge verführte die Betrachter in die spannende Welt der Tierdressur.

Die Artistengruppe Catan zeigte ein Feuerwerk an Sprungtechniken mit der Schleuderwippe und
Kraftakrobatik in feiner Körperabstimmung präsentierte das Quartett Atlantis
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Zuvor zeigte die Artistengruppe Catan ein Feuerwerk an Sprungtechniken mit der Schleuderwippe. Der Ablauf der Vorführung ist rasant aufgebaut; und gefriert mit der Landung der Artisten am Ziel zu einer lebendigen Statue. Passgenau absolvierten die Artisten Pyramidensprünge vor und bauten höchste Menschentürme auf mit bis zu sieben bis zehn Metern. Kraftakrobatik in feiner Körperabstimmung zeigte das Quartett Atlantis aus der Ukraine. In Perfektion vorgetragene Figuren, die als Standbilder mit enormem Kraftaufwand ausbalanciert wurden, faszinierten das Publikum. Alles in schönem blauen Licht getragen und mit wunderbar kreativen Kostümen unterstützt.

Die weißen Stoßzähne von Colonel Joe blitzten im grellen Licht
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Dann betraten die grauen Riesen das Zirkuszelt, angeführt von Colonel Joe, einem der größten Elefantenbullen auf der Welt. Beim Anblick der großen Dickhäuter, die mit zarten Bewegungen und Drehungen feine Kunststücke zeigten, blieb vielen Kindern der Mund vor Schreck offen stehen, weil die Anspannung so groß und abenteurlich wirkte. Die weißen Stoßzähne von Colonel Joe blitzten im grellen Licht und die Peitsche des Elefantendomteurs James Puydebois knallte mit jedem Schlag auf den Manegenboden herzhaft auf. Die Großtiere drehten sich gekonnt im Ballettanz; stellten sich abwechselnd auf die Hinter- oder Vorderbeine; und die Augen der Tiere schienen alles genau wahrzunehmen, was im Cirkuszelt passierte.

Shao-Lin-Gruppe und Chy Fu Dey mit atemberaubender Körperbeherrschung zwischen Seele und Leib
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Mit verbundenen Augen sprang der Artist mitten durch einen drehenden Feuerreif, der mit scharfen Klingen gespickt war
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Anschliessend verzauberten die Shao-Lin-Gruppe und Chy Fu Dey mit atemberaubender Körperbeherrschung zwischen Seele und Leib. Schwertkämpfe und Kampfstöcke wurden geschwungen und die Schwerkraft und Energieströme schienen außer Kraft gesetzt, wenn schwere Steinplatten auf dem nackten Körper mit dem Hammer zertrümmert wurden und unter dem Rücken ein scharfes Nagelbrett lag. Mit verbundenen Augen sprang der Artist mitten durch einen drehenden Feuerreif, der mit scharfen Klingen gespickt war.

Jana Mandana Sembach-Krone (Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Die hohe Kunst der Dressurkultur mit Lipizzanern und Friesen vollführte in Perfektion Jana Mandana Sembach-Krone. Der wirkungsvolle und markante Kontrast der Pferde in der gegenläufigen Bewegung entlang der Manege war eine Augenweide für die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Der Artist und Clown Toni Alexis in der Circusmanege
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Die Lachmuskeln aller Gäste wurden auf die wunderbarste Weise von Toni Alexis und seiner Familie strapaziert. Mit Musik und Jonglage, Komik und Tragikwitz verzauberte der Clown das Publikum, das in die Interaktion spielerisch miteinbezogen wurde. Seit 45 Jahren steht der Artist Toni Alexis in der Circusmanege. Im vorletzten Jahr erhielt der Künstler die Auszeichnung "Premio Nacional de Circo 2006" durch das spanische Kulturministerium und Juan Carlos, König von Spanien, überreichte die Auszeichnung persönlich. Gestern vollzog der Clown seine reizvolle Kunst im Circuszelt in Giessen und begeisterte das Publikum.

Imposante Raubkatzen brüllten laut und grimmig in das Circuszelt und fletschten ihre großen Zähne. Innige Beziehung zwischen Mensch und Tier
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Elf große Löwen erlebten die Gäste in der Manege mit dem vielfach ausgezeichneten Dompteur Martin Lacey Jr. Die imposanten Raubkatzen brüllten laut und grimmig in das Circuszelt und fletschten ihre großen Zähne. Mit den gewaltigen Tatzen, so groß wie große Teller, versuchten die Tiere Martin Lacey Jr. einen Hieb zu versetzen: Doch der zeigte seine Dominanz in der Manege als Herr über die Wildtiere mit Sprache, Körperhaltung und Zeichen, so dass die Raubkatzen brüllend und knurrend die Kunststücke vorführten. Herzergreifend die Szenen, wenn der Löwe und Domteur sich küssen; oder Martin Lacey Jr. sich auf den Rücken des Löwen legte.

King Tonga, der weiße Löwe und Martin Lacey Jr. in enger Beziehung
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Dann erschien King Tonga, der weiße Löwe. Auf ihn haben viele Circusgäste gewartet: Eine Ausnahmeerscheinung im Circuszelt, galant und anmutend-groß zeigte sich das schöne Tier und Martin Lacey Jr. ließ erkennen, welche innige Beziehung zwischen Mensch und Tier besteht, als beide die Köpfe eng aneinander halten und dicht zusammenrückten.

Herrliche Situationskomik in perfekter Form vorgetragen mit Val de Fun
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Brüllend zum Lachen, immer wieder und mehrmals, wenn der Komiker Val de Fun brillierte. Spannungsreich seine Vorführungen im Wechsel mit einem Partner im vorausahnendem Interaktionschauspiel, das vom Publikum mit Klatschparaden begleitet wurde. Mal der lustige Tölpel, mal der mutige Angreifer und immer wieder der Tollpatsch, der am Schluss nass bis auf die Haut und fluchtartig die Manege verließ. Herrliche Situationskomik in perfekter Form vorgetragen und ein Knaller im Lachprogramm für die Circusgäste.

Rasante Reiterakrobatik im Rund er Manege im Circus Krone bei der Premiere in Giessen
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Im schnellsten Tempo ritt die Gruppe Iriston mit Pferden durch die Manege und vollführte rasante Reiterakrobatik vor. Das �Auf und Ab“ im Galopp und im Wechsel zwischen Pferden und Reitern verlief so schnell, dass das Publikum ständig applaudierte. Gekonnt drehte Crazy Williams auf einem riesen Todesrad, das an der Kuppel des Cicuszeltes befestigt war, innen und aussen stehend seine Runden. Alles bei rasanter Drehbewegung bis zum perfekten Salto Mortale auf der Aussenseite des Rades.

Crazy Williams vollführte einen Salto Mortale auf einem riesen Todesrad
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Hoch am Trapez mit großem Schwung und von drei verschiedenen Höhen aufeinander zu fliegend, vollführte die Gruppe Borzovi ihre glanzvolle Akrobatik vor. Mit hoher Geschwindigkeit und im freien Fall über verschiedene Ebenen glänzten die Artistinnen und Artisten mit einer waghalsigen Circusvorführung.

Die Gruppe Borzovi zeigte ihre glanzvolle Akrobatik hoch oben unter der Kuppel im Circuszelt
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
an, wenn alle Artisten noch einmal in einer Tanzrevue in die Manege steigen und zum Abschluss der Clown noch ein letztes Mal und ganz leise sein �Ahoi“ erklingen ließ. Dann wurde klar, dass die Vorführung vorbei ist, und wie ein Traum der plötzlich aufhört zu sein, endet die schöne Circuswelt.

Toni Alexis in der Circusmanege bei der Premiere in Giessen
(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Das Publikum ist begeistert und spendet minutenlang stehend Applaus. Der Programmablauf an diesem Premierenabend war souverän organisiert und das Licht mit zusätzlichen Effekten genau durchdacht. Die Choreographie der gesamten Circus-Aufführung verdient das besondere Prädikat: grandiose Circuskunst.
Der Jubiläumstournee sind viele Zuschauerinnen und Zuschauer zu wünschen. Denn der Circus ist eine Schule des Lebens und eine Kunstform der besonderen Art.
Giessen, 14. Juni 2008 / all pictures courtesy and copyright by: Frank Sygusch / Giessen-Server.de / alle Fotos urheberrechtlich geschützt: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
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