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Neuerungen in Hessen zum Schuljahresbeginn begrüßt

Giessener SPD Landtagsabgeordnete Merz und Schäfer-Gümbel begrüßen erste Schritte hin zu einer neuen Schulpolitik in Hessen / Schulstandortpläne des Kreisneigeordneten Fricke im Landkreis sind hinfällig / Weitere Änderungen bei G-8 erforderlich


GIESSEN (mip/r).                          In einer gemeinsamen Erklärung begrüßen die beiden sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Gerhard Merz und Thorsten Schäfer-Gümbel die zum Schuljahresbeginn in Kraft getretenen Änderungen im Bereich der Schulpolitik in Hessen. „Die bisher verabschiedeten Maßnahmen sind lediglich erste Schritte hin zu einer neuen Schulpolitik und zu einer neuen schulischen Wirklichkeit, weitere Schritte müssen folgen. Einige der größten Fehlentwicklungen konnten korrigiert werden, andere Bereiche dagegen leider noch nicht“, erklärten die beiden SPD-Politiker. Dies gelte vor allem für den verkürzten gymnasialen Bildungsgang G8.


G 8 oder G 9 / Punkte oder Noten / Erlasse und Bestimmungen / Richtlinien und Evaluation: Auf die Schulen in Giessen kommen Veränderungen zu
(Pestalozzischule in Giessen - Fotos:Giessen-Server.de)

Weiterhin betonten die beiden SPD-Politiker, dass es „positiv sei, dass auf Antrag der SPD die Mogelpackung „Unterrichtsgarantie plus“ von einem mit den notwendigen Finanzmitteln ausgestatteten Programm zur Sicherstellung verlässlicher Schulzeiten abgelöst wurde. Ab dem Schuljahr 2008/09 können die Schulen frei undin eigener Verantwortung über den Einsatz der Mittel entscheiden, umauch bei Unterrichtsausfall pädagogisch hochwertige Angebote zu organisieren. Dies bedeutet gleichzeitig, dass Unterricht von nun an wieder ausschließlich von voll ausgebildeten Lehrkräften gemacht werden soll. Gleichzeitig heißen wir jedoch auch andere Kräfte in den Schulen herzlich willkommen“.

G 8 oder G 9 / Punkte oder Noten / Erlasse und Bestimmungen / Richtlinien und Evaluation: Auf die Schulen in Giessen kommen Veränderungen zu
(Ricarda Huch Schule in Giessen - Fotos:  Giessen-Server.de)

Ebenfalls auf Antrag der SPD seien die Richtwerte zur Klassenbildung, die zu immer größeren Klassen einerseits, zur Gefährdung von Schulstandorten vor allem in ländlichen Räumen andererseits geführt hatten, aus dem Schulgesetz gestrichen worden. „Damit leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur Sicherung von Bildungsangeboten vor allem in den vom demographischen Wandel besonders betroffenen Regionen Hessens. Durch die neuen Richtwerte sind auch die Schulstandortschließungspläne des Kreisbeigeordneten Fricke im Landkreis Giessen hinfällig. Hier sind ja auch immer die Richtwerte als Schließungsgrund vorgeschoben worden. Ich bezweifle jedoch, dass Herrn Fricke diese Tatsache interessiert.“

„Darüber hinaus habe die SPD im Hessichen Landtag dafür gesorgt, dass die Querversetzung nur noch als absolute Ausnahme angewandt werde und dass Eltern künftig nicht mehr bei den Schülerbeförderungskosten herangezogen werden könnten. Die SPD habe immer darauf bestanden, dass der Zugang zu Bildungsangeboten nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig gemacht werden dürfe. Dies gilt für Hochschulen und Schulen gleichermaßen, fuhr Merz fort.

„Dringender Handlungsbedarf“ besteht Merz zufolge weiterhin bei den Problemen des verkürzten gymnasialen Bildungsgangs. „Viele Eltern stellen in diesen Tagen fest, dass weder das 11-Punkte-Programm von Kultusminister Banzer noch die Wahlmöglichkeiten zwischen G8 und G9 an den Kooperativen Gesamtschulen die Probleme von G8 nachhaltig lösen. Das Kultusministerium hat an Symptomen herumgedoktert, aber das Übel nicht an der Wurzel gepackt. Dieses Übel ist nach wie vor die unpädagogische, nicht kindgerechte Verkürzung der Schulzeit in der Mittelstufe. Das ist das Bild, das sich aus Gesprächen mit Giessener Schulleitern ergab. Deshalb werde ich auch weiterhin jeden Wunsch von Schulen unterstützen, die zu G9 zurückkehren möchten. Und deswegen wird die gesamte SPD weiter dafür werben, die Mittelstufe auch im gymnasialen Bildungsgang wieder sechsjährig zu organisieren. Eine Verkürzung der gesamten Schulzeit eines Kindes bis zum Abitur lässt sich besser durch eine flexiblere und der kindlichen Entwicklung angepasste Neustrukturierung der Schuleingangsphase und durch eine Reorganisation der Oberstufe erreichen“, so Merz weiter.

Die Sozialdemokraten erklärten abschließend, dass im kommenden Herbst weitere Maßnahmen und Gesetzesinitiativen notwendig seien, um den entstandenen Schaden der CDU-Schulpolitik aus den vergangenen Jahren rückgängig zu machen.


Giessen, 12. August 2008 / alle Fotos: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)


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