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Christoph Büchel - Deutsche Grammatik / Kunsthalle Fridericianum

05. September - 16. November 2008

KASSEL (mip/r).                                  Mit der großen Ausstellung Deutsche Grammatik von Christoph Büchel eröffnet die Kunsthalle Fridericianum ihre Spielzeit bis Dezember 2011. Unter der neuen Künstlerischen Leitung von Rein Wolfs versteht sich die Kunsthalle als Ort der Auseinandersetzung über Kunst, Humanität, Identität und gesellschaftspolitische Relevanz.

Der Schweizer Künstler Christoph Büchel (geboren in Basel, 1966) hat sich seit den neunziger Jahren mit komplexen Rauminstallationen und konzeptuellen Projekten einen Namen in der internationalen Kunstwelt gemacht. Hole in der Kunsthalle Basel (2005), Simply Botiful in der Hauser & Wirth Coppermill, London (2006-07) und Dump im Palais de Tokyo, Paris (2008) sind nur einige seiner bekannten grossen Installationsprojekte. Büchels Werke fordern eine aktive Beteiligung heraus und gestalten sich für die Besucher/innen manchmal als physisch anspruchsvoll und psychologisch beunruhigend. Wirklichkeit wird detailgetreu re-konstruiert; es entsteht ein Wechsel- und Verwirrspiel zwischen Realität und Fiktion.

In seinen konzeptuellen Arbeiten zeigt Büchel oftmals eine institutionskritische Haltung. 2002 versteigerte er seine Einladung zur Manifesta 4 auf eBay. In Capital Affair (zusammen mit Gianni Motti im Helmhaus in Zürich) versprach er das gesamte Ausstellungsbudget demjenigen Besucher, der einen in den leeren Ausstellungsräumen unter Aufsicht eines Notars versteckten Scheck findet. 2006 löste er in Salzburg eine intensive Kulturdebatte aus: Während des Kontracom Festivals organisierte er mit der von ihm gegründeten Aktion Reales Salzburg (ARS) erfolgreich das Bürgerbegehren Salzburg bleib frei, das zu einer stadtweiten Abstimmung führte und dessen Ziel ein fünfjähriges Moratorium für Gegenwartskunst im Stadtzentrum der Mozart-Metropole war.

Mit der Ausstellung Deutsche Grammatik thematisiert Christoph Büchel die jüngere deutsche Geschichte und aktuelle politische und gesellschaftliche Strukturen des Landes. 1818 schrieb Jacob Grimm, damals Bibliothekar im Kasseler Fridericianum, den ersten Band seiner Deutschen Grammatik; 2008 fungiert eben dieser Titel als Metapher für eine Ausstellung zur aktuellen deutschen Kultur. Christoph Büchel bespielt die 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche der Kunsthalle Fridericianum und bezieht den Außenraum mit ein. Mit einer Gesamtinstallation, in der Realitäten detailgetreu re-konstruiert und raumgreifend geschaffen werden, widmet er sich der Situation des Landes und der Bedeutung und Funktion des ältesten Museumsgebäudes des europäischen Festlandes. In diesem Rahmen findet am 6. und 7. September im Fridericianum die politica statt, die erste Parteienmesse Deutschlands.

Rein Wolfs hat sich für eine Ausstellung mit Christoph Büchel entschieden‚ „weil er imstande ist, die Verbindung zwischen Kunst und Gesellschaft offen zu legen, die momentane Condition Humaine zu markieren und den Diskurs über die Rolle und Bedeutung der Kunst anzukurbeln“. In der künftigen Programmierung der Kunsthalle Fridericianum werden genau diese Themen einen zentralen Stellenwert einnehmen.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Donnerstag, 4. September, 19 Uhr: Eröffnung

Samstag, 6. September, 18-24 Uhr: Sonntag, 7. September, 11-18 Uhr: politica

Ausstellungsdauer: 5. September bis 16. November 2008

Kunsthalle Fridericianum

Friedrichsplatz 18

D-34117 Kassel

Tel. +49 561 707 27 20

Email: office@fridericianum-kassel.de

www.fridericianum-kassel.de

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 11-18 Uhr


* * *


The Kunsthalle Fridericianum is opening its programme until December 2011 with a comprehensive exhibition by Christoph Büchel. The Kunsthalle, under the new artistic direction of Rein Wolfs, views itself as a place of engagement with the human condition, identity, art, and sociopolitical issues.

Since the 1990s, the Swiss artist Christoph Büchel (born in Basel, 1966) has made a name for himself in the international art world with complex installations and conceptual projects. Hole at the Kunsthalle Basel (2005); Simply Botiful at Hauser & Wirth Coppermill, London (2006-07); and Dump at the Palais de Tokyo, Paris (2008) are just a few of his acclaimed large-scale installations. Büchel’s works call for active participation and are sometimes physically demanding and psychologically disconcerting for viewers. Reality is reconstructed true to detail – there is an interplay and confusion between reality and fiction.

In his conceptual works Büchel displays an attitude that is critical of institutions. In 2002, he auctioned off his invitation to Manifesta 4 on eBay. In Capital Affair (together with Gianni Motti at the Helmhaus in Zurich), he promised to give the entire budget for the exhibition to the visitor who found a check hidden in the empty exhibition rooms supervised by a notary public. In 2006, he triggered an intense cultural debate in Salzburg: During the Kontra.com Festival, he successfully organised together with the Aktion Reales Salzburg (ARS) that he himself founded, a citizens’ petition under the motto Salzburg bleib frei (Salzburg Stay Free) leading up to a city-wide referendum over a five-year moratorium on contemporary art in the centre of the Mozart metropolis.

With the exhibition Deutsche Grammatik, Christoph Büchel deals with recent German history and current political and social structures in the country. In 1818 Jacob Grimm, at the time a librarian at the Kassel Fridericianum, wrote the first volume of his German Grammar; in 2008 the same title serves as a metaphor for an exhibition focusing on German culture. Christoph Büchel makes use of the 2,000-square-meter exhibition space of the Kunsthalle Fridericianum as well as the exterior area. With a comprehensive installation in which realities are reconstructed in a detailed, comprehensive spatiality, he addresses the situation in Germany and the meaning and function of the oldest museum building in continental Europe. In this framework the politica, Germany’s first political-party fair, takes place on September 6th and 7th.

Rein Wolfs opted for an exhibition by Christoph Büchel “because he is able to lay bare the connection between art and society, to elucidate the current condition humaine, and to stimulate discourse on the role and significance of art”. And precisely these issues will be of central importance in the future programme at the Kunsthalle Fridericianum.


For the exhibition a catalogue will be published.

Thursday, September 4th, 7 p.m.: opening

Saturday, September 6th, 6 p.m. to midnight; Sunday September 7th, 11 a.m. to 6 p.m.: politica

The exhibition runs from September 5 to November 16, 2008.




Giessen, 15. August 2008


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