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Barbara Heinisch: Schattenbilder und Körperklang im Tanz


Performance im Sprudelhof in Bad Nauheim mit Maike Hild (Tanz) und Frank Rühl (Gitarre) am 16. August 2008 / Farbige Spuren als imaginäres Ordnungsprinzip / Woher kommt die Farbgestaltung?



von Frank Sygusch




BAD NAUHEIM.               Der Auftakt ist in roter Farbe gehalten, den die Malerin Barbara Heinisch für ihre Performance als unvermeidbares Zeichen gestaltend einsetzt. Mit einem Zucken aus dem Handgelenk und im schnellen Ablauf wird die Farbe mit der linken Hand in einer bestimmten Konsistenz vom Pinsel aus im richtigen Zeitpunkt geworfen. Woher kommt diese Farbgestaltung und aus welchen Erinnerungen geleitet, ensteht dieser tiefe und abrupte Bewegungsimpuls?








Barbara Heinisch im Sprudelhof in Bad Nauheim /Fotos: Frank Sygusch)







Die auftreffenden Tropfen bilden eine gewollte Gestalt auf der gespannten Leinwand und alles spielt sich an der Grenze zum bewußt eingeplanten Zufall ab. Zumindest die Flußrichtung der Farbe ist beeinflussbar, denn wie für die Flüssigkeit, so für den Tanz, gilt das Gesetz der Schwerkraft; doch die Leinwand steht aufrecht in der frontalen Ebene als ein Gegenüber und ist empfänglich für den Klangkörper, erzeugt aus Farbe und Bewegung.








Farbklang - Klangbilder - Klangkörper








Barbara Heinisch streichelt mit der linken Hand die aufrechte Leinwand




Die Sprache der Farben aus dem Wechselspiel zwischen Emotion und Klang und dem Energiefeld zwischen Wahrnehmungsebenen
(Fotos: Frank Sygusch)




Der Farbklang, der sich anschließend aus den übereinander angeordneten Farbschichten organisiert, wie in einem Schwingungsfeld und in räumlicher Dimension entfaltet, legt spannende Strukturen frei, und entsteht aus den wahrgenommenen Klangbildern, die der Musiker Frank Rühl mit den Saiten seiner Gitarre im Klangkörper des Raumes erzeugt.





Frank Rühl an der Gitarre im Sprudelhof in Bad Nauheim
(Foto: Frank Sygusch)




Dann scheint das rot für den Betrachter plötzlich zu kadmium-orange zu werden, oder das violettblau aus rot und blau gehalten, verwandelt sich in ein azurblau und das vorgegebene citrongelb entschwindet aus den Erinnerungen der aufrechten Leinwand, zurück in den spontanen Rhythmus von Bewegungen geführt. Es ist das Wechselspiel zwischen Emotion und Klang und den Energiefeldern zwischen Wahrnehmungsebenen des Körpers, das in der Malerei als Aktion bei Barbara Heinisch über die Reihenfolge der Farben im zeitlichen Ablauf und über die Pinselführung als eine Umsetzung in Absicht entscheidet.








Körpergestus des Tanzes und Pinselstrich aus der Bewegung




(Fotos: Frank Sygusch)




Das in der Performance entstehende Kunstwerk, das abschliessend auf der Leinwand für immer in der Sprache der Farben lebt, entsteht aus der eigenen Erkundung von Bewegung und von Spannung getragen, aus Dynamik und Formkraft wahrgenommen und der Farbe erlebt als ein lebendiges Gegenüber mit Eigenwesen. Die während der Wahrnehmung aufgenommenen Impulse beziehen in der Hauptsache den improvisierten Körperklang ein, der zwischen Klang, Duktus und Rhythmus entsteht.








Körperklang und Schattenbilder







Der spontane Körpergestus des Tanzes durch die Tänzerin Maike Hild hinterläßt dabei die farbigen Spuren als ein imaginäres Ordnungsprinzip, das sich zwischen Verdichtung und Auflösung der Form bewegt. Die Farbklänge gelb, rot, violett, blau mit der unbunten Farbe schwarz auf hellem blau verteilt, entwickeln dabei die Vorstufen der Form, die sich zur unendlich räumlichen Dimension entwickeln, und im Körperklang die erinnerten Schattenbilder des Tanzes aufzulösen suchen.




Die seltsame und intensive Beziehung der Malerin zur Tänzerin bestimmt dabei den Farbklang des Körpers im unbunten Kleid, das zwischen Farbe und Bewegung im  Kontakt beständig streitet. Die aufrechte Leinwand und der expressionistische Pinselstrich gebärden sich dabei als wechselseitige Pole des lebendigen Gestaltungswillens.






Giessen, 23. August 2008 /Text und alle Fotos: Frank Sygusch


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