
Tagung vom 14. bis 16. September 2006 im Senatssaal der Justus-Liebig-Universität Giessen
Wissenschaften im 20. Jahrhundert: Universitäten in der modernen Wissenschaftsgesellschaft
GIESSEN (mip/r). Im Jahr 2007 feiert die Universität Giessen ihr 400. Gründungsjubiläum. Dies ist Anlass, den Ort und die Funktion der Universitäten in der modernen Wissensgesellschaft zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Tagung zu machen. „Wissenschaften im 20. Jahrhundert: Universitäten in der modernen Wissenschaftsgesellschaft“ lautet das Thema der interdisziplinären Tagung von Experten, die vom 14. bis zum 16. September 2006 im Senatssaal der Justus-Liebig-Universität Giessen (Hauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen, Beginn: 17 Uhr) stattfindet. Organisatoren sind Prof. Dr. Jürgen Reulecke, Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Erinnerungskulturen“ (Historisches Institut der JLU) und Prof. Dr. Volker Roelcke, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin.
Im Blickpunkt der Wissenschaftler stehen drei grundlegende Prozesse, die näher beschrieben und analysiert werden:
die Ausdifferenzierung wissenschaftlicher Disziplinen unter dem Einfluss wissenschaftsimmanenter Dynamiken und politischer Entwicklungen des 20. Jahrhunderts;
die zunehmende Autoritätwissenschaftlicher Deutung und Expertise im Alltag im Sinne der Strukturierung von Wahrnehmung im öffentlichen und privaten Leben – etwa mit der Folge, dass Problemwahrnehmungen durch wissenschaftliches Wissen geprägt und in wissenschaftlichen Begriffen kommuniziert werden;
die Institutionalisierung und Differenzierung des Wechselverhältnisses zwischen Wissenschaft und Politik in Form von Politikberatung, Forschungsförderung und Forschungssteuerung – also die Legitimierung von Politik durch Wissenschaft, wie umgekehrt die Ressourcenzuweisung für die Wissenschaften seitens der Politik.
Welche Auswirkungen haben diese Prozesse auf die Entwicklung der Universitäten in Deutschland gehabt? Wie sind sie durch Akteure aus den Universitäten mit geprägt worden? Mit Blick auf den „Jubilar“ und andere Universitäten soll auch gefragt werden, wie sich Aspekte der skizzierten Prozesse lokal manifestiert haben – etwa, ob und warum sie sich an bestimmten Orten früh oder spät, rasch oder langsam bzw. überhaupt anders vollzogen haben.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jürgen Reulecke, Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen
Otto-Behagel-Straße 10, Haus G, 35394 Gießen
Telefon: 0641/99-310 90, Fax: 0641 99-3 10 79
Prof. Dr. Volker Roelcke, Institut für Geschichte der Medizin
Jheringstraße 6, 35392 Gießen
Telefon: 0641/99-477 01, Fax: 0641 99-477 09
Mai 2012
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