GIESSEN (mip/r). Pünktlich zu Beginn des Wintersemesters 2008/09 legt die Frauenbeauftragte der Justus-Liebig-Universität die neue Ausgabe von HEDWIG vor. Als Jubiläumsausgabe zu den Festlichkeiten von „100 Jahre Frauenstudium an der Universität Giessen, 1908-2008“ konzipiert, widmet sich die kommentierte und reich bebilderte Broschüre in der ersten Hälfte den einzelnen Veranstaltungen der Jubiläumsfeierlichkeiten. In der zweiten Hälfte informiert HEDWIG wie immer über Forschungsprojekte, gleichstellungspolitische Maßnahmen der Universität und natürlich über alle Lehrveranstaltungen an der JLU, die geschlechterspezifische Themen anbieten.
Ende Oktober 2008 feiert die Universität den Studienbeginn der ersten ordentlich immatrikulierten Studentinnen in Giessen vor genau hundert Jahren. Unter Federführung der Frauenbeauftragten, Marion Oberschelp, wurde vom 26. Oktober bis 01. November 2008 eine Woche voller Festlichkeiten, Veranstaltungen und Geselligkeit zusammengestellt, die ernsthaft und heiter an das historische Ereignis erinnern sollen.
HEDWIG stellt das Programm dieser Tage vor und informiert ausführlich über die einzelnen Veranstaltungen während der Festwoche. Höhepunkte sind der Festakt am 26.10.08 mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries als Festrednerin, die Eröffnung der historischen Ausstellung „Vom heimischen Herd in die akademische Welt“ und die Preisverleihung zum KurzGeschichten-Wettbewerb am 31.10.08, den die JLU für ihre Studentinnen ausgeschrieben hatte.
Im Mittelpunkt der Festwoche stehen die Vorträge renommierter Wissenschaftlerinnen der Frauen- und Geschlechterforschung: Prof. em. Dr. Sigrid Metz-Göckel, TU Dortmund, Prof. Dr. Elke Kleinau von der Universität Köln, Dr. Ursula G.T. Müller, Kiel, Dr. Andrea Löther vom CEWS Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung. Aus Gießen werden Prof. Dr. Barbara Holland-Cunz, JLU Gießen, apl. Prof. Dr. Irmtraud Sahmland, Universität Marburg, und Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, JLU Giessen, Vorträge halten. Wissenschaftlicher Höhepunkt ist der Besuch der berühmten amerikanischen Wissenschaftshistorikerin und -theoretikerin Prof. Dr. Londa Schiebinger, Stanford University/USA. Sie wird am Montag, 27.10.2008 sprechen.
Neben der Wissenschaft befassen sich auch künstlerische und kulturelle Veranstaltungen mit dem Thema „100 Jahre Frauenstudium“.
Trotz aller Festlichkeiten kommen die Lehre und Forschung mit Genderperspektive auch in dieser Jubiläumsausgabe nicht zu kurz. Zwei Forschungsprojekte, eine jüngst erschienene Publikation sowie die von der Arbeitsstelle Gender Studies und der Frauenbeauftragten veranstalteten Tagung „’Für Dein Alter siehst Du gut aus’. Körpernormierungen zwischen Temporalität und Medialität“ am 12. und 13. Dezember 2008 werden in der Rubrik Gender in der Forschung vorgestellt. Geforscht wird zu ganz unterschiedlichen Themen:
In Vorbereitung des Jubiläums arbeiten die Historikerinnen Dr. Eva-Marie Felschow und Dr. Irene Häderle und der Historiker Dr. Carsten Lind zum Thema „100 Jahre Frauenstudium an der Universität Giessen, 1908-2008“. Torsten Wöllmann analysiert die Debatte über das Schulversagen von Jungen in internationaler Perspektive, und das in diesem Jahr veröffentlichte Buch „Keine Tochter aus gutem Hause“ von Dr. Christiane Leidinger erforscht das kämpferische Leben der Forscherin und Feministin Johanna Elberskirchen.
In der Lehre werden an der JLU in diesem Wintersemester insgesamt 33 Seminare mit Geschlechterbezug angeboten, wie so oft vorwiegend von den geisteswissenschtlichen Fächern.
Die politische Partizipation von Frauen und Männern in West- und Osteuropa untersucht ein politikwissenschaftliches Seminar, gleich zwei Seminare werden von der Arbeitsstelle Gender Studies zur Diskussion und Einübung der Gender-Perspektive angeboten. Auch in diesem Semester befasst sich ein Seminar wieder mit Männern und Männlichkeit/en und fragt, welche Männlichkeitspolitiken im Zuge der aktuellen Debatten verfolgt werden. Ein besonderer Leckerbissen ist das musikwissenschaftliche/-pädagogische Seminar über die drei Komponistinnen Vita Kapralova, Barbara Heller und Pauline Oliveros. Hier ist sogar ein Vortrag der Komponistin Barbara Heller geplant, der von der Frauenbeauftragten gefördert wird. Mit Hinblick auf das Jubiläumsthema besonders interessant ist das historische Seminar über die Geschichte der Mädchen und Frauen in Gießen unter besonderer Berücksichtigung der Bildungsgeschichte. Noch sehr viel weiter zurück in die Vergangenheit reicht ein Seminar in den Altertumswissenschaften über „Frauen und ihre Kleider“. Die SeminarteilnehmerInnen untersuchen Ästhetik und Semantik weiblicher Tracht im antiken Griechenland. Dieses Seminar wird von der Frauenbeauftragten gefördert. Auch an den theologischen Fachbereichen werden spannende Themen angeboten, von Frauenbildern in frühchristlichen Evanglien über die Untersuchung, wie Martin Luther in seinen Schriften die Rollen und Aufgaben von Mann und Frau beschrieb bis zu der Beschäftigung mit Biografien und Berufsbildern evangelischer Frauen im Nationalsozialismus.
Neu ist die Rubrik Standpunkte, in der in Zukunft verschiedene Meinungen zu geschlechterpolitischen Themen zu Wort kommen sollen. In dieser Ausgabe nimmt Dr. Vera Pingoud, Mitglied der Projektgruppe audit familiengerechte hochschule, zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie für wissenschaftliche MitarbeiterInnen“ Stellung.
Ab sofort liegt die 44-Seiten-starke Broschüre zum Abholen bereit: in den Gebäuden der Universität, den Buchhandlungen und verschiedenen Einrichtungen der Stadt und bei der Frauenbeauftragten der Justus-Liebig-Universität. Oder online unter www.uni-giessen.de/cms/organisation/frb.
Kontaktadresse:
Marion Oberschelp, Frauenbeauftragte der Justus-Liebig-Universität
Ludwigstraße 23, 35390 Giessen
Tel. 0641/99-12050, Fax 0641/99-12059
E-Mail: Marion.Oberschelp@admin.uni-giessen.de
www.uni-giessen.de/cms/organisation/frb
Giessen, 29. September 2008
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