
Giessen (fsy). Mit dem Stück Tango von Gabriel Sala glänzten die Tänzerinnen und Tänzer der Giessener Tanzcompagnie zu Beginn der neuen Spielzeit 2006/07 am gestrigen Sonntag auf der Bühne im Großen Haus.
Das Stück, das bereits in der letzten Spielzeit für viel Aufsehen, Freude und Anerkennung bei den Besuchern geführt hatte, erzählt die Geschichte des Tangos in mehreren Sequenzen und zwei Haupteilen. Der Tango von Gabriel Sala, "als kulturelles Phänomen und Sozialereignis“ gedeutet und in einen Tanzabend umgesetzt, durchstreift ausgehend von der Mutter Milonga aus den Städten Buenos Aires und Montevideo über die gespiegelte Rückwanderung in die europäischen Metropolen nach Paris und Berlin den langen Weg zurück in die Ursprungsländer Argentinien und Uruquay.

Das Thema zwischen Tango und Politik; das soziale Elend und der Tango als Lied und Gesang in Textzeilen gedichtet, werden thematisch reflektiert und präzise eingefangen und in wunderbaren und graziösen Bewegungen tänzerisch umgesetzt und finden den eigenen Ausdruck durch Tanzkunst und Persönlichkeit.
Wie "ein verlassenes Geschöpf“, das sich aufhebt im Tanz auf der Bühne, gelang es der Tänzerin Miranda Glikson den gesungenen Tango der Malena in schöpferische Bewegungen umzusetzen, um die Traurigkeit der Bilder vergessen zu machen, die in der Kindheit und verlorenen Heimat entstehen.

An diesem Tanzabend verdiente es jede noch so kleine Bewegung und Geste genau beachtet, beobachtet und analysiert zu werden, denn alles war wirksamer Ausdruck im Wechselspiel zwischen real inszenierter Tangowelt und künstlerischer Tanzwelt.
Mit den Klangbildern und surrealen Bilderszenen hinter den weißen Tischen aus der Tango-Kathedrale Femina in Berlin, zeigte der Choreograph und Tänzer Sala, dass der Tango als Tanzform immer zur szenischen Wiederholung drängt, sich aber permanent verändert und anders ausdrücken will. Das gelingt den Tänzerinnen und Tänzern aber nur, wenn sie sich an die Traditionen des Tangos erinnern lassen:
Mit dem aufgeführten Tanzstück inszenierten die Tänzerinnen und Tänzern einen glänzenden Beitrag zur sozialen Konstruktion historisch dokumentierter Tanzwirklichkeit.

Es tanzten: Miranda Glikson, Mélodie Lasselin, Martyna Luczak, Susan McDonald (auch: Choreographische Assistenz), Svende Obrocki, Masami Sakurai, Magdalena Stoyanova, Julia Zeplichal und Marina Carl, als Gasttänzerin.
Kai Guzowski, Piotr Halicki, Kenneth A. Henry, Roland Hey, Kentaro Koide, Guido Markowitz. Hiroshi Wakamatsu, Paul Zeplichal und Norbert Tiedemann, als Gasttänzer.
Choreographie und Inzenierung: Gabriel Sala
Giessen, 11. September 2006 / alle Bilder: Frank Sygusch (Probenbilder)
Februar 2012
Giessen Links
Stadt Giessen
Justus-Liebig-Universität
Fachhochschule Giessen
Tourist Information Giessen
Kunsthalle Giessen
Stadttheater Giessen (Jahresprogramm)
Mathematikum in Giessen (Jahresprogramm)
Botanischer Garten in Giessen
Liebig Museum in Giessen
Kümmerei in Giessen
Messe Giessen