gleichzeitig feier des zehnjährigen gründungsjubiläums des
neuen kunstverein giessen
GIESSEN (mip/r). Am samstag, 08.11.08 eröffnen der neue kunstverein giessen e.V. um 18h die Ausstellung mit kim nekarda
es ist zugleich die feier des zehnjährigen gründungsjubiläums.

kim nekarda ist 1973 in giessen geboren und benutzt den ausstellungsraum im rahmen unserer reihe "begehbare bilder" als combine painting.
am 09.11.08 findet um 14 uhr ein gespräch mit dem künstler statt und anschliessend gibt es im spanischen kulturverein kaffee und kuchen für die geburtstagskinder.
ausserdem erscheinen ein plakat zum jubiläum und eine edition vom kim.
zur eröffnung spricht meike behm, kunstverein lingen.

kim nekarda war reisestipendiat der hessischen kulturstiftung im jahr 2007. es folgt der auszug aus einem interview mit karin görner für maecenas.
hks:
Die auf den ersten Blick sehr heterogenen Sujets, die Sie aus der Malerei, aus der Literatur, dem Film und dem Comic heranziehen, irritieren, weil sie nicht die eine Geschichte erzählen, nicht das eine Thema variieren. Vielmehr findet da etwas statt, das an das Konzept der rhizomhaften Strukturen erinnert, die vor langer Zeit Deleuze und
Guattari als ästhetisches Ordnungssystem vorgeschlagen haben.
Wie gehen Sie formal, technisch um mit diesen Quellenmotiven, wie entsteht das Bild, oder auch der Text -- Sie haben ja erwähnt, dass Sie auf der Reise nach China mit dem Schreiben experimentiert haben?
Nekarda:
Die Linie der Tusche bleibt unbeweglich fixiert auf dem Bild erhalten, in seiner Unbeweglichkeit aber auch die Bewegung des Pinsels und darin der Pulsschlag der lebendigen Hand, des Handgelenks und übertragen gesehen des Lebens/Herzens.
Bei Hergé, dem Erfinder von Tim und Struppi wurde in der Fachliteratur für seinen Zeichenstil der Begriff der "Demokratischen Linie" geprägt. Ob Vordergrund oder Hintergrund, Groß oder Klein, von Bestand oder flüchtig, zu Vernachlässigendes oder Wichtiges, alles wird mit derselben schwarzen Umrisslinie versehen.
Während des Kalligrafiekurses sagten meine Lehrer zu mir, meine Linien seien "stubborn" also starrköpfig, hartnäckig, störrisch und stur und das ein Europäer niemals vollständig die Chinesische Malerei und Kalligrafie begreifen könne.
Giessen, 05. November 2008 / text-gestaltung: Markus Lepper / Bilder: über Markus Lepper (Neuer Kunstverein Giessen)
Mai 2012
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