Dietmar Seibert, Herborn, liest aus seinem Roman
GIESSEN (mip/r). Am Donnerstag, den 27. November 2008 um 19.00 Uhr im Gemeindehaus der Pankratiusgemeinde, Georg-Schlosser-Straße 9, liest der Autor Dietmar Seibert selbst aus seinem Roman: „Zum Schluss ist es immer das Herz".
Dietmar Seibert hat einen psychologischen und gesellschaftskritischen Roman geschrieben, der sich mit der Frage des Alters und des Alterns in einer Gesellschaft auseinandersetzt, die sich immer weniger als eine Solidargemeinschaft begreift. Gewachsene Strukturen wie Familien oder Dorfgemeinschaften zerfallen mehr und mehr, neu errichtete Lebensformen greifen nicht, Individuen sind zunehmend mit sich selbst beschäftigt. Beschrieben wird die Problematik, die sich ergibt, wenn einerseits die Möglichkeiten der Lebensverlängerung durch die Medizin und andererseits die fehlende Bereitschaft für die Last der Pflege sichtbar werden.
Die Lesung findet statt im Rahmen des Kulturprogramms des Forum Pankratius und ist gleichzeitig Teil der Mitgliederversammlung des Fördervereins Gießen e.V. der Ev. Pflegezentrale.
Dietmar Seibert ist 1961 geboren und arbeitet als Klavierlehrer und freischaffender Pianist in Mittelhessen. Als leitender Mitarbeiter einer sozialen Einrichtung konnte er an entscheidender Stelle Einblicke in den Heimbetrieb nehmen. Der Roman und der Autor selber lenken den Blick auch auf eine zunehmend mit sich selbst beschäftigte Gesellschaft und deren Individualisierung. Diese Sichtweise trifft sich mit dem Selbstverständnis des Fördervereins Ev. Pflegezentrale, dessen selbst gestellte Aufgabe auch auf Überwindung der Folgen dieser Selbstbeschäftigung zielt.
Giessen, 20. November 2008
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