am Samstag, 28. Oktober 2006 | 19.30 Uhr | Stadttheater Gießen, Großes Haus
Inszenierung Thomas Goritzki
Bühne und Kostüme Monika Gora
Prospero, ehemals Herzog von Mailand, wurde vor 12 Jahren von seinem Bruder Antonio entmachtet und mitsamt seiner Tochter Miranda auf See ausgesetzt. Die Liebe zu seinen Büchern war ihm zum Verhängnis geworden, hinderte sie ihn doch daran, sein Reich zu regieren und drohende Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Gerade diese Bücher jedoch lieferten ihm das Wissen und die Zauberkräfte, dank derer er und seine Tochter überleben konnten.
Als sich eines Tages die Flotte des Königs von Neapel samt aller seiner ehemaligen Feinde ihrem Refugium nähert, befiehlt Prospero dem Luftgeist Ariel, das Schiff in einem Sturm stranden zu lassen. Von Rache geleitet, verstrickt er die Schiffbrüchigen in seinem Zauber, treibt sie gegeneinander und an den Rand des Wahnsinns. Blut wird zum einzigen Trachten aller auf der Insel. Doch schließlich besinnt sich Prospero und entscheidet sich für die Versöhnung – nicht ohne seiner Magie abzuschwören.
Prospero gilt als der große Weise der shakespeareschen Dramen. Thomas Goritzkis Inszenierung geht der Frage nach, wie sich Weisheit behaupten kann in einer Zeit, die alles andere als weise ist, und die den persönlichen Vorteil zur Maxime allen Handelns erhoben hat. Wie steht es in einer Epoche des Nicht-Verzeihens, Nicht-Vergebens, Nicht-Vergessen-Könnens mit Hilfsbereitschaft und Unterstützung? Wie kann Gemeinschaft entstehen, wenn der Stärkere stets dem Schwächeren seinen Willen aufzwingt und Rache zu einem Wert an sich geworden ist? DER STURM ist nicht zuletzt eine Untersuchung darüber, ob der Rache, dem Machtwahn und der Gewalt nur noch mit überirdischen Mitteln zu begegnen ist.
Weitere Vorstellungen: 4., 10. und 30. November sowie 22. Dezember2006; 21. Januar (15.00 Uhr); 11. und 24. Februar; 18. und 29. März2007 | jeweils 19.30 Uhr sofern nicht anders angegeben
Giessen (mip/r), 16. Oktober 2006
Mai 2012
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