GIESSEN (fsy). Der in den Niederlanden geborene und aufgewachsene Künstler und Zeichenlehrer Hendrik Meijer malt in der Natur. Er bevorzugt Landschafts- und Naturmotive und die Bilder entstehen in den unterschiedlichsten Techniken: mit Öl, Pastellkreide, Acryl, Holzkohle und Wachsmalkreide und mit Aquarellfarben; oder mit Bleistift und Graphitstift unter dem unmittelbaren Eindruck gemalt und gezeichnet.

Die aktuelle Ausstellung des Künstlers vereint 50 Exponate, die in den zahlreichen Räumen des Weincontors in der Grünbergerstrasse ausgestellt sind. Hinzugefügt hat Hendrik Meijer 7 weitere Graphiken, die am Computer entstanden sind.

"Alte Eiche" Aquarell
Henrik Meijer gelingt es die Gegenstände in den zufälligen und im Augenblick vorgefundenen Erscheinungsformen festzuhalten und so entstehen zahlreiche einfühlsame Landschaftsbilder, in denen die kräftigen Farben im Rhythmus das Auge des Betrachters anziehen.
Der Künstler selbst hebt zwei der Bilder besonders hervor. Die beiden Bilder sind zu unterschiedlichen Perioden entstanden und behandeln doch das gleiche Thema: die springende Katze. In beiden Bildern kommt es zur formalen Deformierung des Katers, den der Künstler als dezentes, zurückhaltendes und angenehmes Wesen bezeichnet und dessen graziösen Bewegungen er im Bild einfangen wollte.

"Katze im Sprung" Öl auf Hartfaserplatte
Der schwarze Kater hat spitze aufgestellte Ohren, die wie Hörner wirken und die dunklen Farben sind betont klar in der Linienform gehalten und überwiegen im Bild aus der Form heraus im Vergleich zu den hellen Tönen im Kontrast.
Im zweiten Bild mit dem Kater findet sich ein kleiner roter und klarer Farbpunkt, fast in der Mitte des Bildes, der das Auge unwillkürlich von der großen Bewegungsform der Katze ablenkt, fesselt und unbeweglich bleibt. Damit wirkt der Raum in die Tiefe hinein und thematisiert die Bewegung, vielleicht entstanden als gestischer Pinselschwung des Künstlers.

Während der Vernissage erzählt Hendrik Meijer etwas persönliches über den braven Kater, der „ab und zu eine Maus einfängt und das kleine getötete Geschöpf ganz vorsichtig, einfühlsam und höflich vor der Eingangstür ablegt.“
Wir wissen nicht, ob dieser Akt eine Versöhnungsgeste des Tieres ist, das nach seiner Natur gehandelt hat und nach dem Katzensprung den tödlichen Biss am Genick der Maus ansetzte, aber dann doch davor zurückschreckte die Maus mit Haut und Haaren schnellstens aufzufressen. Und so eröffnet sich dem Betrachter ein anderes Bild mit dem kleinen Raubtier aus der Natur.

„Hemden am Horizont“ (Öl auf Hartfaserplatte)
Im Bild „Hemden am Horizont“ (Öl auf Hartfaserplatte) verwendete Henrik Meijer besondere Kompositionselemente, indem er geheimnisvoll und surreal verfremdet und im Wolkenbild ein Bildmotiv integriert. Auch hier wirken die klare Linienform und der bestechende Ausdruck, wie die Bilder "Libelle" und die "Wieseck an der Bleichstrasse", die zeichnerisch am Detail gemalt entstehen und dabei auch intuitiv erfassen und offen legen ohne unmittelbare Abbildhaftigkeit herzustellen.

"Libelle" Aquarell
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"Wieseck an der Bleichstrasse" Aquarell
Die Ausstellung ist bis zum 06. Januar 2007 zu sehen und kann während der Öffnungszeiten des Weinkontors von montags bis freitags von 10.00 bis 19.00 Uhr und samstags von 10.00 bis 16.00 Uhr besucht werden.
Giessen, 21. Oktober 2006 / alle Fotos: Frank Sygusch
Mai 2012
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