Tipps für ein unfallfreies Silvester
GIESSEN (mip/r). Die Nacht vom 31.12. auf den 01.01. gehört für die Feuerwehren und Rettungsdienste zu den arbeitsreichsten im ganzen Jahr. Die Feuerwehr Gießen hat sich auf diesen Tag sowohl in der Leitstelle, die alle Einsätze in Stadt und Landkreis koordiniert, wie auch in der Wachabteilung, durch erhöhte Vorhaltung von Einsatz- und Führungskräften vorbereitet. Die häufigsten Ereignisse in dieser Nacht sind Brände, Unfälle mit Knallkörpern oder Zwischenfälle, bei denen Alkohol mit im Spiel ist. „In der Silvesternacht 2007 kam es in Giessen zu einem Großbrand, ausgelöst durch eine Rakete“, erinnert sich Brandoberrat Harald Rehmann, Leiter der Feuerwehr Giessen. Grund genug auf verschiedene Risiken hinzuweisen.
Eine wesentliche Gefahr gehe in dieser Nacht von illegal nach Deutschland importierten oder selbst gebastelten Feuerwerkskörpern aus. „Diese Knallkörper sind völlig unkalkulierbar. Man weiß nicht, mit welcher Wucht sie explodieren und wie schnell die Zündschnur abbrennt. Vom Knalltrauma über Gesichtsverbrennungen und Augenschäden bis zur Amputation ist bei diesen Billigprodukten alles möglich“, weiß Harald Rehmann. Sein Rat: „Verwenden Sie ausschließlich Feuerwerkskörper, die eine Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben. Diese erkennt man an der sogenannten BAM-Nummer. Alles andere ist aus gutem Grunde für den Verkauf in Deutschland gar nicht zugelassen.“ Bei zugelassenem Feuerwerk sind auch Bedienungsanleitungen enthalten. Wer sich daran hält, ist auf der sicheren Seite. Der Abschuss von Raketen sollte nur aus einer geeigneten „Abschussrampe“ erfolgen. Am sichersten ist eine leere Flasche in einer Getränkekiste. Achten Sie bei der Wahl der Abschussrichtung auf Hindernisse wie Oberleitungen und Gebäudeteile, sowie auf offene Fenster.
Hausbesitzern und Mietern rät der Brandschutzexperte dazu, in der Silvesternacht Dachluken, Fenster und Balkontüren zu schließen und die Rollläden herunterzulassen. Empfehlenswert ist es auch zum Löschen von Entstehungsbränden einen gefüllten Wassereimer oder eine Blumenspritze bereitzuhalten.
Eines ist dem Leiter der Feuerwehr Giessen ein besonderes Anliegen: „Nehmen Sie Rücksicht auf Andere! Feuerwerkskörper dürfen nicht in die Richtung von Menschen geworfen werden. Kanonenschläge und andere laute Knallkörper sollten so gezündet werden, dass Menschen und Tiere nicht gefährdet werden. Silvester ist zum Feiern da und das geht am besten ohne Verletzte und Sachschäden.“
Wenn etwas passiert ist, gilt Ruhe bewahren. Bei Verbrennungen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte die Verletzung unter fließendem Wasser kühlen. Brennende Kleidung kann am besten durch Jacken oder Decken erstickt werden.
Kann ein Entstehungsbrand nicht beim ersten Versuch gelöscht werden, verlassen Sie sofort den Raum und denken Sie daran, Ihre Mitbewohner zu warnen. Wenn möglich schließen Sie Fenster und Türen, um eine weitere Brandausbreitung zu verhindern. Rufen Sie die Feuerwehr (Notruf 112) und erwarten Sie diese auf der Straße. Die Beamten der Berufsfeuerwehr und die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren Gießens sind auch in der Silvesternacht jederzeit für Sie da!
Giessen, 24. Dezember 2008
Februar 2012
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