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Inflationsrate in Hessen sinkt im Dezember auf 0,9 Prozent


Durchschnittliche Inflationsrate 2008 beträgt 2,8 Prozent



WIESBADEN (mip/r).                      Das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen lag im Dezember nur noch um 0,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, ist die erneute Ab-schwächung der Inflationsrate auf nochmals niedrigere Preise für Kraftstoffe und Heizöl zu-rückzuführen. Im Juni hatte die Inflationsrate mit 3,8 Prozent den höchsten Wert des Jahres erreicht. Im Durchschnitt des Jahres 2008 betrug die Inflationsrate 2,8 Prozent und lag damit deutlich höher als 2007 (2,2 Prozent).




Gegenüber dem Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex im Dezember um 0,4 Prozent. Hierfür maßgeblich sind die saisonal hohen Preise für Pauschalreisen (plus 19,8 Prozent ge-genüber November 2008) und Mieten für Ferienwohungen (plus 66,7 Prozent). Ebenfalls teu-rer als im November waren Gemüse (plus 5,5 Prozent), Mineralwasser (plus 0,9 Prozent), Heimtextilien (plus 0,7 Prozent), Möbel und Einrichtungsgegenstände (plus 0,4 Prozent) sowie die Energieträger Gas (plus 1,5 Prozent) und Strom (plus 0,4 Prozent). Niedrigere Preise als im November zahlten die Konsumenten nicht nur für Heizöl (minus 22,4 Prozent) und Kraftstoffe (minus 7,8 Prozent), sondern beispielsweise auch für Kaffee (minus 4,6 Prozent), Bekleidung und Schuhe (minus 1,4 Prozent), Milch (minus 1,2 Prozent), Personalcomputer (minus 0,9 Prozent) und Haushaltsgeräte (minus 0,2 Prozent).






Das Niveau der Nahrungsmittelpreise stieg im Dezember zwar saisonbedingt wieder an (plus 0,7 Prozent), die Jahresteuerungsrate verringerte sich jedoch weiter auf 2,3 Prozent. Im März hatte die Teuerung bei Nahrungsmitteln mit einer Jahresrate von fast zehn Prozent ihren Hö-hepunkt erreicht. Überdurchschnittlich stark verteuerten sich binnen Jahresfrist Fleisch und Fleischwaren (plus 6,3 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse (plus 4,8 Prozent) sowie Obst (plus 3,3 Prozent). Billiger wurden Butter (minus 26,4 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (minus 5,4 Prozent) sowie Gemüse (minus 0,3 Prozent).




Der seit Juli sinkende Weltmarktpreis für Rohöl setzte auch im Dezember seine Talfahrt fort und drückte die Preise der von den Endverbrauchern nachgefragten Mineralölprodukte weiter nach unten. Im Vergleich zu Dezember 2007 kostete Heizöl über ein Viertel weniger (minus 25,6 Prozent). Kraftstoffe verbilligten sich binnen Jahresfrist um 16,3 Prozent. Ohne Heizöl und Kraftstoffe gerechnet lag die Inflationsrate im Dezember bei 1,8 Prozent. Beim Gaspreis, der mit zeitlicher Verzögerung der Entwicklung des Ölpreises folgt, ist noch keine Entlastung für die Verbraucher zu spüren. Die Jahresteuerungsrate für Gas erreichte im Dezember 23,7 Prozent. Strom verteuerte sich binnen Jahresfrist um 6,1 Prozent.




Der Verlauf der Inflationsrate im Jahr 2008 wurde durch die Entwicklung der Energiepreise und den Wegfall der Studiengebühren zum Wintersemester 2008/2009 geprägt. Zur Jahres-mitte waren Heizöl und Kraftstoffe so teuer wie nie zuvor. Die Inflationsrate erreichte im Juni mit 3,8 Prozent den höchsten Wert seit September 1993. In der zweiten Jahreshälfte sorgte der drastische Rückgang der Weltmarktpreise für Rohöl für wieder sinkende Heizöl- und Kraftstoffpreise und damit für eine merkliche Abschwächung der Inflationsrate. Die Abschaffung der Studiengebühren im Oktober drückte die Inflationsrate ebenfalls nach unten, was den deutlichen Sprung von 3,3 Prozent im September auf 2,0 Prozent im Oktober mit erklärt. Die weitere Abschwächung auf 1,0 Prozent im November und 0,9 Prozent im Dezember ist vor allem dem fortgesetzten Ölpreisverfall zu verdanken.






Giessen, 31. Dezember 2008


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