
GIESSEN (fsy). Für das Heimspiel gegen die Bamberger Brose Baskets hatten die treuen Fans der 46ers bereits spezielle T-Shirts angezogen. Eine gewisse Vorahnung geisterte seit der letzten Woche in der Basketball begeisterten Stadt Giessen umher: Der Kampf gegen den Abstieg hat nun begonnen und zusammen mit den Fans soll dieser Weg gemeinsam bestritten werden. Von nun an gilt es sich auf jene Mannschaften zu konzentrieren, die ab Tabellenplatz 13 abwärts positioniert sind.

Robert Maras zeigte sich spielstark und überlegen (Bild: Frank Sygusch)
Doch in den ersten Minuten der Partie zeigte sich das Giessener Team überraschend aufgeräumt und spielstark. Nach der gewohnten unsicheren 1. Minute spielte die erste Fünf sehr konzentriert und konnte den Gegner zweimal regelrecht überlisten. Ein starker Robert Maras sicherte zweimal wichtige Rebounds und die Giessener 46ers lagen in der 7. Minute tatsächlich mit 5 Punkten beim Spielstand von 13:8 in Führung. In der Osthalle hielt es niemanden mehr auf den Plätzen, denn eine Überraschung schien sich anzubahnen.

Roessler punktet sicher und konzentriert (Bild: Frank Sygusch)
Der Trainer von Bamberg, Dirk Bauermann schien etwas zu ahnen und musste seine Mannschaft mit aller Lautstärke zurück ins Spiel holen. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich das Potential in der jungen Giessener Mannschaft, das man so nur aus der letzten Spielzeit kannte: ein Vermögen zu überraschen blitzte auf und der Gegner stutzte und machte Fehler. Bis zur Hälfte des 1. Viertels zeigte sich die Giessener Mannschaft kämpferisch und konzentriert zugleich und das wurde mit Punkten belohnt.

In den beiden Kalenderwochen 43 und 44 beginnen alle Namen der Gegner mit dem Anfangsbuchstaben B : Berlin, Bamberg und Bremerhaven.
Ohne nennenswerte Chance unterlagen die 46ers mit knapp 20 Punkten am 27. Oktober gegen Alba Berlin. Einen anderen Ausgang der Partie hatte letzte Woche auch niemand erwartet. Sollte nun gegen Bamberg ein erster Sieg gelingen?

Das Spiel vom 27. Oktober gegen Alba Berlin ist längst abgehackt, und am Sonntag kommen die Eisbären von der Nordseeküste (Bild: Frank Sygusch)
Doch im 2. Viertel gerieten die 46ers wieder durcheinander. Die in den früheren Spielen aufgetretenen und klar aufgezeigten Fehler und Spielschwächen traten erneut zutage: Fehlpässe durch die Zone; Resignationsverhalten nach Ballverlusten; zu langsames Umschalten bei Änderung der der variablen Zonenverteidigung des Gegners, Abschlussschwächen in der Offensive und Unkonzentriertheit bei leichten Spielsituationen. Das alles hätte vermieden werden müssen, um zu sicheren Punkten und Ballgewinnen zu kommen.

Wohin mit dem Ball, wenn die Zonendeckung variiert? (Bild: Frank Sygusch)
Zudem agierten die Giessener wiederholt glücklos, als die Wurfversuche aus sicheren Dreierpositionen nur knapp das Ziel verfehlten. Der Mannschaft fehlt im Moment das Selbstvertrauen und der mutige Schritt zu erkennen, einfach den sicheren Weg zu gehen und aus den eigenen Fehlern zu lernen. Das können andere Mannschaften auch: Bamberg verringerte in der 2. Halbzeit die eigenen unnötigen Ballverluste um 50% und das sind einfache Mittel, die ein Spiel auf dem Spielfeld entscheiden können.

Snider versucht den Spielaufbau zu stören (Bild: Frank Sygusch)
Zur Pause kämpfte sich die Giessener Mannschaft nochmals auf 3 Punkte zum 26:29 heran; aber bereits Minuten nach dem Halbzeitwechsel hatte sich ein 10-Punkte Vorsprung der Bamberger eingestellt, den die 46ers bis zum Ende nicht mehr aufholen konnten.

Die Zuschauer applaudierten der Mannschaft trotzdem, denn gestern war für einige Minuten die Spielstärke und Geschlossenheit in das Team zurückgekehrt. Die Eisbären, an der Nordseeküste beheimatet, werden der nächste Gast sein und die 46ers herausfordern.
Neben Nürnberg ist Giessen jetzt das einzige sieglose Team der Liga, aber das kann sich schon bald ändern.

Obie Trotter etwas ratlos - wie soll´s weitergehen ... (Bild: Frank Sygusch)
Giessen, 03. November 2006 / alle Bilder: Frank Sygusch
Mai 2012
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