GIESSEN (mip/r). Am Dienstag , 7. November 2006 | 20.00 Uhr | Stadttheater Giessen, Großes Haus
Sergej Rachmaninow – Sinfonie Nr. 2 in e-Moll op. 27
Philharmonisches Orchester Giessen
Musikalische Leitung: Herbert Gietzen
Zwei große Sinfonien stehen auf dem Programm des 3. Sinfoniekonzerts am Dienstag, 7. November um 20.00 Uhr im Stadttheater. Unter der musikalischen Leitung von Herbert Gietzen erklingt die Sinfonie Nr. 41 in C-Dur (KV 551), genannt „Jupitersinfonie“, von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die Sinfonie Nr. 2 in e-Moll op. 27 von Sergej Rachmaninow. Es spielt das Philharmonische Orchester Giessen.
In ihrer Synthese aus klassischer und barocker Kompositionsweise wird die „Jupitersinfonie“, entstanden 1788 drei Jahre vor Mozarts Tod, häufig als Höhepunkt der klassischen Sinfonik vor Beethoven bezeichnet. Berühmt geworden ist dieses letzte rein sinfonische Werk Mozarts insbesondere für seinen vierten Satz, der durch kontrapunktische Konstruktionen verblüfft: Bruchlos vollzieht sich in diesem Finale die Vereinigung von barockem und klassischem Geist, von Fuge und Sonate. Der Komponist zeigt sich hier als ein raffinierter und geistreicher Kontrapunktiker der alten, barocken Schule und spricht doch seine eigene, klassische Sprache. Mit der Sinfonie Nr. 41 (den Beinamen "Jupiter-Sinfonie" erhielt sie erst nach Mozarts Tod) schuf Mozart ein Werk, das in die Musikgeschichte zurückblickte und gerade damit zukunftsweisend war.
In die Jahre 1906/07 fällt nicht nur die Gründung des Giessener Stadttheaters, sondern auch die Entstehung der Sinfonie Nr. 2 in e-Moll op. 27 von Sergej Rachmaninow. Noch ganz im Zeichen der Romantik präsentiert sich dieses Werk, das durch seinen lyrischen Gestus und seine überbordende Fülle an schwelgerisch-strömenden Themen besticht. Gegenüber der Vorgängersinfonie zeigt es größeren Erfindungsreichtum und musikalischen Gehalt; auch die Instrumentierung ist deutlich differenzierter. Aus den kleinsten Motiven entspinnen sich breit strömende Melodien in den für Rachmaninow so typischen dunklen und gedämpften Klangfarben, die den Komponisten ohne Zweifel als einen echten Romantiker ausweisen – eine Linie, der er trotz vielfältiger Kritik von avantgardistischer Seite zeitlebens treu blieb.
Einführungsvortrag mit Musikdramaturg Christian Steinbock um 19.15 Uhr im Foyer
Karten: 7.50 bis 23.50 Euro
Giessen, 06. November 2006
Mai 2012
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