
WIESBADEN (mip/r). Die Bevölkerungszahl Hessens hat weiter abgenommen. Am 30. Juni 2006 hatte das Bundesland nach Feststellung des Hessischen Statistischen Landesamtes 6 077 300 Einwohner. Das waren gut 15 000 weniger als am Anfang des Jahres. Die Abnahme war darüber hinaus deutlich höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (minus 4900). Ausschlaggebend hierfür war ein höherer Sterbeüberschuss (minus 5100) und insbesondere ein stark gestiegener Wanderungsverlust (minus 9900).
Die Zahl der Zuzüge nach Hessen nahm dabei um 2800 auf gut 70 100 ab, gleichzeitig stiegen die Fortzüge aus Hessen um 7000 auf knapp 80 100. Maßgeblich für die hohe Nettoabwanderung war die Entwicklung der Auslandswanderungen (einschließlich “unbekannt“ und „ohne Angabe“). Bedingt durch die deutlich gestiegenen Fortzüge ins Ausland (plus 8300) bei einer gleichzeitigen Abnahme der Zuzüge aus dem Ausland (minus 2400) ergab sich hier ein Wanderungsverlust von 10 700 Personen. Verantwortlich hierfür war vor allem die Entwicklung bei Ausländern, insbesondere bedingt durch eine Melderegisterbereinigung der Stadt Frankfurt am Main: Im Rahmen dieser Aktion wurden zu Beginn dieses Jahres etwa 8200 ausländische Personen von Amts wegen nach „unbekannt“ abgemeldet. Demgegenüber spielten die Wanderungsbewegungen von Deutschen in oder aus dem Ausland nur eine kleinere Rolle: Hier ergab sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2006 eine Nettoabwanderung von 2650 Personen. Untergliedert nach Herkunfts- bzw. Zielländern verzeichnete Hessen die höchsten Wanderungsverluste deutscher Personen gegenüber der Schweiz (minus 367), den Vereinigten Staaten (minus 295), England (minus 225) und Österreich (minus 128). In Bezug auf die Binnenwanderung bzw. Wanderungsverflechtungen mit den anderen Bundesländer gab es demgegenüber einen Wanderungsgewinn von rund 800 Personen (1. Halbjahr 2005: 35). Dabei fiel der positive Saldo gegenüber den neuen Bundesländern um rund 400 auf 2100 Personen, während die Nettoabwanderung in die alten Bundesländer um 1000 auf minus 1300 Personen sank.
Giessen, 06. November 2006 / Bild: Frank Sygusch
Mai 2012
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