
Die Werke in dieser Ausstellung haben mindestens zwei Dinge gemein: sie zeigen Ansätze, skulptural mit Video zu arbeiten - und sie evozieren in ihrer zurückhaltenden Präsenz Vorstellungen und Erinnerungen im Bewußtsein des Betrachtenden, die zum untrennbaren Bestandteil ihrer Erscheinung werden. Doch tun sie das beide auf ganz verschiedene Art.
Laura Kuchs "Two swans a carpet and a tune“ erzählt eine Geschichte.
Eine Geschichte mit offenem Ende und: einer offenen Handlung. Die Melodie schafft Atmosphäre, die Symbolik gibt eine Richtung vor, doch die wahre Geschichte kann der Zuschauer nur erspüren. Sie bleibt ein Gefühl, eine Ahnung. „Two swans a carpet and a tune“ ist auch ein Zusammenspiel von Kitschmotiven - und am Ende doch weit mehr.
In André Normanns Arbeiten der "little things"-Gruppe entstehen durch die Verbindung von Projektionen, physischen Dingen und realem Raum poetisch, sogar romantisch klingende Bilder, die ihrerseits zur Projektionsfläche der Erinnerung des Betrachters werden. Die kleinen Dinge, so scheint es, geben der Erinnerung großen Raum.
Beider Künstler Arbeiten lassen an ein Zitat von Paul Auster denken, der schreibt, es stehe "Erinnerung - also nicht als die Vergangenheit in uns - [...] als Beweis für unser Leben in der Gegenwart. Wer wirklich in seiner Umgebung anwesend sein will, darf nicht an sich selbst, sondern muss an das denken, was er sieht. Um da zu sein, muss er
sich vergessen. Und aus diesem Vergessen kommt das Erinnerungsvermögen." (Paul Auster: Die Erfindung der Einsamkeit, Rowohlt Verlag 1993)
Laura Kuch, *1980. Studium der Visuellen Kommunikation seit 2000 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Freien Bildenden Kunst seit 2005 an der Städelschule, Frankfurt a.M.; Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes 2005.
André Normann, *1980, Studium 2001-02 an der Freien Kunstakademie Essen, 2002-03 an der Kunstakademie Münster, seit 2003 Kunstakademie Düsseldorf (bei Prof. Helmut Federle).
Die Vernissage findet statt am Samstag, dem 11. November, um 18:00 Uhr; am darauf folgenden Sonntag, dem 12. November, um 15:00 Uhr gibt es ein öffentliches Künstlergespräch mit Laura Kuch und André Normann.
Die Ausstellung dauert bis zum 29.11. und ist jeden Mittwoch und Samstag von 16 bis 19 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung.
Kunstraum Doppelzimmer
Ludwigstraße 33
35390 Giessen
Giessen, 06. November 2006 / Bild: Doppelzimmer Kunstraum
Mai 2012
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