
GIESSEN (mip/r). Unter dem Titel „Der Goldene Schritt“ werden in Gießen ab Mitte November 2006 parallel an drei Orten Werke des Künstlers Manfred Stumpf zu sehen sein. Neben der Ausstellung „Laserschnitte und neue Zeichnungen“ in der Giessener Kunsthalle, werden weitere Arbeiten im Neuen Kunstverein Gießen und in der Evangelischen Propstei Oberhessen präsentiert.
Der 1957 im hessischen Alsfeld geborene Manfred Stumpf studierte an der Städelschule in Frankfurt/Main, an der Cooper-Union in New York und an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und erhielt 1989 ein Stipendium der Villa Massimo in Rom. Es folgten Ausstellungen u.a. in Tokio, Jerusalem und New York. Heute lehrt Stumpf an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach/Main. Bedingt durch seine Professur an der HfG, liegt Stumpfs eigenes großes Ausstellungsprojekt bereits fünf Jahre zurück, umso gespannter darf man auf die neuen Arbeiten des Künstlers sein, die für Gießen entstanden sind.
Manfred Stumpfs bevorzugtes Medium ist die Zeichnung. Damit bezieht er sich auf eine der ältesten Abstraktionsleistungen des Menschen. Durch die Reduktion auf die Linie besitzen seine Zeichnung die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge schnell, einfach und präzise darzustellen. Ein zentrales Thema der Arbeiten Stumpfs ist die Religion. So tauchen religiöse Motive der Kunstgeschichte immer wieder auf, wobei einzelne Elemente durch deren isolierte Darstellung, Variation und Kombination mit Zeitgenössischem auf ihre Grundsubstanz hin überprüft und erforscht werden.
Eröffnung: 18. November 2006
16 Uhr: Neuer Kunstverein Gießen, Ecke Licher Straße/Nahrungsberg
Die Ausstellung „In memoriam Bernd Growe“ im Neuen Kunstverein Gießen widmet Stumpf dem 1992 im Alter von 42 Jahren verstorbenen Kunsthistoriker Bernd Growe, der von 1979-90 an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent tätig war. Growe stellte 1985 zusammen mit Studierenden der JLU Arbeiten von Stumpf in den Räumen des Kunsthistorischen Instituts aus. Im Kunstverein werden kleinformatige Buntstift-Zeichnungen von Stumpf zu sehen sein.
17 Uhr: Evangelische Propstei Oberhessen, Lonystraße 13
Für die Evangelische Propstei Oberhessen gestaltete Stumpf ein Triptychon mit Szenen des Einzugs in Jerusalem, des Abendmahls und der Auferstehung sowie eine Christus-Skulptur. Beide Werke werden sich ab dem 18. November dauerhaft in der Propstei befinden. Ein vergoldetes Facettenkreuz von Manfred Stumpf hängt bereits seit dem Frühjahr 2006 seitlich über dem Eingang der Propstei.
18 Uhr: Kunsthalle Gießen, Berliner Platz 2
Den Höhepunkt des Ausstellungsprogrammes und Abschluß des Abends bildet die im Rahmen des Projektes „Kunstgeschichte und zeitgenössische Kunst“ der JLU organisierte Ausstellung in der Kunsthalle. Bereits zum elften Mal findet das studentische Projekt statt, für das der Kunsthistoriker und Projektleiter Prof. Marcel Baumgartner schon renommierte Künstler wie Adrian Schiess, Felix Droese, Marko Lehanka oder Tamara Grcic nach Gießen holte. Dieses Jahr präsentiert das Ausstellungsteam, bestehend aus Studierenden des Faches Kunstgeschichte, nun „Laserschnitte und neue Zeichnungen“ von Manfred Stumpf.
Giessen, 06. November 2006 / Bild: privat
Mai 2012
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