Durchschnittlich geleistete Arbeitszeit in 2008 je Erwerbstätigen: 1448 Stunden im Jahr
WIESBADEN (mip/r). In Hessen arbeiteten im Jahr 2008 die rund 3,1 Millionen Erwerbstätigen insgesamt über 4,5 Milliarden Stunden. Wie das Hessische Statistische Landesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilt, waren dies über 51 Millionen Arbeitsstunden oder 1,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit erreichte die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nach 2001 einen neuen Höchststand. Bundesweit betrug der Zuwachs 1,4 Prozent.
Wie in den Jahren zuvor, war der prozentuale Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden schwächer als bei der Erwerbstätigenzahl. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere der Abbau von Überstunden, die weitere Zunahme der Teilzeitarbeit, die Zunahme von Kurzarbeit zum Jahresende und ein Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen. Dagegen waren arbeitszeiterhöhend der Anstieg der Erwerbstätigenzahl um rund 43 000 Personen oder 1,4 Prozent, die steigende Anzahl von Personen, die einer Nebenbeschäftigung nachgingen, sowie die im Vergleich zum Vorjahr größere Zahl an Arbeitstagen.
Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit je Erwerbstätigen betrug im Jahr 2008 in Hessen 1448 Stunden und lag somit rund vier Stunden unter dem Niveau des Vorjahres, aber 15 Stunden über dem Bundesdurchschnitt. Damit setzte sich der seit 1998 anhaltende Rückgang – mit Ausnahme des Jahres 2004 – tendenziell fort. Die geleistete Jahresarbeitszeit lag im Berichtsjahr fast 51 Stunden oder gut drei Prozent unter dem entsprechenden Wert von 1998. Die Ursache hierfür liegt in den seitdem zunehmenden Teilzeitbeschäftigungsverhälnissen einschließlich der geringfügigen Beschäftigung mit weniger geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf. Der Anteil dieser Beschäftigungsverhältnisse an der Erwerbstätigkeit insgesamt erhöhte sich im Zeitablauf kontinuierlich. 1998 ging jeder fünfte Erwerbstätige einer solchen Tätigkeit nach; 2008 war es bereits jeder vierte.
Bei den hier vorgelegten Zahlen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamtes vom 14. Januar 2009 basieren, handelt es sich um Berechnungen des Arbeitskreises „Er-werbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (AK ETR)“, dem alle Statistischen Landesämter, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.
Weitere Ergebnisse zum Arbeitsvolumen können auf der Homepage des AK ETR unter www.statistik-hessen.de/erwerbstaetigenrechnung abgerufen werden.
Arbeitsvolumen
Das Arbeitsvolumen in Hessen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständiger beziehungsweise als mithelfender Familienangehöriger innerhalb Hessens eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Hingegen gehören die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise wegen Jahresurlaub, Erziehungsurlaub, Feiertagen, Kurzarbeit oder krankheitsbedingter Abwesenheit nicht zum Arbeitsvolumen. Das Arbeitsvolumen entspricht somit der Anzahl der Stunden, die während des Bezugszeitraums – d. h. im Jahr – tatsächlich am Arbeitsplatz erbracht wurden.
Giessen, 29. Januar 2009
September 2010
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