Nahrungsmittel wieder billiger
GIESSEN (mip/r). Das Verbraucherpreisniveau in Hessen lag im Februar um 0,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Januar hatte die Inflationsrate 0,8 Prozent und im Dezember 0,9 Prozent betragen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, ist die Inflationsrate seit Juni 2008 bis zu diesem leichten Anstieg ständig zurückgegangen. Allerdings dürfte sich der Trend sinkender Inflationsraten - unterstützt von statistischen Basiseffekten - in den nächsten Monaten noch fortsetzen und im Sommer vorübergehend zu einer „negativen Inflationsrate“ führen.
Gegenüber dem Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex im Februar um 0,6 Prozent und damit etwas stärker als im gleichen Monat des Vorjahres (plus 0,5 Prozent). Teurer als im Januar waren aufgrund des Kollektionswechsels Bekleidung (plus 1,3 Prozent) und Schuhe (plus 0,5 Prozent). Hinzu kamen Preissteigerungen bei Möbeln und Einrichtungsgegenstän-den (plus 0,4 Prozent) sowie Strom (plus 0,3 Prozent). Die weltweit größte Konsumgüter-messe in Frankfurt am Main ließ dort die Hotelkapazitäten knapp werden und die Übernachtungspreise kräftig nach oben schnellen, was sich auch im „Landesdurchschnittspreis für Hotelübernachtungen“ mit einem Plus von 19,1 Prozent niederschlug. Der Valentinstag dürfte weitgehend für den Preisanstieg von 13,3 Prozent bei Schnittblumen verantwortlich sein
Nach den saisonüblichen Preissteigerungen im Dezember und Januar sank das Niveau der Nahrungsmittelpreise im Februar wieder (minus 0,5 Prozent). Die Jahresteuerungsrate ging auf 1,2 Prozent zurück und war damit so niedrig wie zuletzt im Mai 2006. Die Preisentwicklung der einzelnen Nahrungsmittel verlief sehr unterschiedlich. Gemüse (plus 10,2 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 5,5 Prozent) verteuerten sich binnen Jahresfrist be-sonders stark. Für Brot und Getreideerzeugnisse zahlten die Verbraucher um 1,6 Prozent höhere Preise. Deutlich billiger waren Molkereiprodukte und Eier (minus 8,2 Prozent), Spei-sefette und -öle (minus 5,6 Prozent) sowie Obst (minus 3,7 Prozent).
Nicht nur Nahrungsmittel wurden im Februar billiger. Heizöl kostete 5,7 Prozent weniger als im Januar, Wintersportartikel sanken im Preis um 5,6 Prozent, Diesel um 3,5 Prozent und Unterhaltungselektronik um 0,3 Prozent.
Die Jahresteuerungsraten der Energieprodukte weichen aufgrund der unterschiedlichen Preisbildungsprozesse noch immer stark voneinander ab. Heizöl wurde binnen Jahresfrist fast 29 Prozent billiger, Diesel 17 Prozent und Benzin gut zwölf Prozent. Dagegen verteuerte sich Gas um fast 21 Prozent. Die Kosten der Zentralheizung stiegen um gut 15 Prozent und für Strom mussten gut acht Prozent höhere Preise gezahlt werden.
Eine besondere Situation ist im Bereich „Bildungswesen“ zu beobachten. Die Abschaffung der Studiengebühren zum Wintersemester 2008/2009 ließ die Jahresteuerungsrate für das „Bildungswesen“ auf minus 34,5 Prozent sinken. Hierdurch wird die allgemeine Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte nach unten gedrückt. Dieser „Basiseffekt“ ist noch bis einschließlich September 2009 wirksam.
Giessen, 26. Februar 2009
Mai 2012
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