Im Zentrum für interkulturelle Bildung & Begegnung in Gießen las am späten Sonntagvormittag Dr. Volker Kölb einige Passagen aus seinem aktuellen Werk „Rathaus verrückt“

In der Schriftstellerei hat der derzeitige Stadtkämmerer und Schuldezernent der Stadt Giessen eine kreative und abwechslungsreiche Beschäftigung gefunden.

„Schon in meiner Jugendzeit war ich eine Leseratte“, berichtete er vor der Lesung bei einer Tasse Kaffee. Dabei zieht er genussvoll an seiner Pfeife und lässt anschliessend den Tabakrauch entweichen, „und bereits damals war der Wunsch vorhanden zu schreiben“.
Doch erst im Alter von 47 Jahren, nach der Pensionierung als Polizeipräsident, wurde der Wunsch in die Wirklichkeit umgesetzt.
Dem Autor ist es gelungen und er wirkt zufrieden an diesem Sonntag: Denn es ist bereits seine 6. Veröffentlichung aus der der Schriftsteller Volker Kölb heute vorliest.

Im „Rathaus verrückt“ treten die verschiedensten Protagonisten hervor, allesamt im Umfeld der Kommunalpolitik angesiedelt. Die Hauptfigur ist der städtische Rechtsrat Keller, den der Autor bereits in früheren Veröffentlichungen als Figur eingeführt hatte. Keller erzählt in verschiedenen Rollen und aus zahlreichen Perspektiven und der Leser kann den Gedanken, Phantasien und Vorschlägen des Rechtsrates folgen.
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Weitere Figuren, wie der im Hintergrund und ohne Fortune agierende Oppositionsführer und natürlich der Bürgermeister oder die Sekretärin des Rechtsrats Frau Zeisig, die mit einer kleinen Episode vorgestellt wird, werden im Verlaufe der Handlung präsentiert. Beim Ehepaar Zeisig, das in einem bescheidenen Eigenheim lebt, wohnt als Untermieter der junge Herr Peters, ein Student mit Hauptstudienfach Latein. Auf Wunsch und Anregung von Frau Zeisig soll der Student das Schlafzimmer des Ehepaars mit einem Wandgemälde verschönern. Ein gewagtes Unterfangen.
Die Satire ist ein Hauptelement der Werke von Volker Kölb, der im Grundberuf Volljurist ist und vor Jahren selbst einmal im Landratsamt Giessen tätig war und sich damit in seinen Büchern auch im Selbstbezug „auf die Schippe“ nimmt.
„Rathaus verrückt“ ist ein abgeschlossenes rundes Werk über eine kommunalpolitisch ver-rückte und komplexe Welt, und es zeichnet den Autor als versierten Erzähler aus.
(Giessen, 21. März 2006, Fotos und Text: Frank Sygusch)
Mai 2012
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