GIESSEN (mip/r). Giessener Team setzt sich im Pokalspiel beim Zweitliga-Tabellenführer BBC Bayreuth im dritten Viertel vorentscheidend ab – 27 Punkte von Jean Francois - 46ers treffen Übereinkommen mit Ronnie Taylor
Durch einen 79:71 (28:20/36:34/54:46)-Erfolg beim Zweitligisten BBC Bayreuth haben sich die GIESSEN 46ers am Mittwochabend für das Achtelfinale des BBL-Pokalwettbewerbes qualifiziert. Vor 1.200 Zuschauern in der Oberfrankenhalle war Jean Francois mit 27 Punkten der erfolgreichste Werfer des Giessener Teams.
Der 25-jährige US-Forward bestätigte seine gute Form vom letzten BBL-Spiel gegen Tübingen und trumpfte in Bayreuth besonders zu Beginn des dritten Viertels auf, als er die ersten elf Punkte für seine Mannschaft erzielte, die daraufhin mit 47:42 vorne lag (25.). Nach Korberfolgen von Brian Snider, Gerrit Terdenge und einem erfolgreichen Dreierversuch von Obie Trotter hatten sich die 46ers in der 29. Minute beim 54:42 wie schon Mitte des zweiten Viertels (34:23/16.) eine zweistellige Führung erarbeitet.
Während man den Vorsprung bis zur Pause (36:34) fast vollständig verspielt und nach zwei aufeinander folgenden Dreiern des Bayreuther Guards Johannes Schlamminger in der 23. Minute kurzzeitig sogar mit 38:40 in Rückstand gelegen hatte, ließen sich die Mittelhessen die Butter im letzten Viertel nicht mehr vom Brot nehmen. Nach dem 57:49 (32.) bauten die Gäste ihre Führung durch einen 7:0-Lauf vielmehr weiter aus (64:49/35.). Auch zu Beginn der Schlussminute stand ein klares 71:59 für die 46ers zu Buche. Mit dem bekannten Prinzip „Schneller und risikoreicher Abschluss im Angriff, schnelle Fouls in der Verteidigung“ versuchte der Tabellenführer der 2. Liga Süd in der Schlussphase das Ruder noch einmal herumzureißen, doch mehr als der 71:77-Anschluss acht Sekunden vor dem Ende war für die Truppe aus der Wagnerstadt nicht drin. Brian Snider sorgte mit zwei verwandelten Freiwürfen für den 71:79-Endstand.
Neuzugang Danilo Pinnock, der sein erstes Pflichtspiel für die Truppe von Cheftrainer Stefan Koch bestritt, gehörte neben Obie Trotter, Rouven Roessler, James Head und Robert Maras der Startformation an und begann sehr stark. Bis zum 11:8-Zwischenstand aus Gießener Sicht (5.) gingen allein sieben Zähler auf das Konto des 22-jährigen US-Amerikaners, der ein solides Debüt ablieferte. Am Ende standen für den Aufbau- und Flügelspieler in 24:32 Minuten acht Punkte, fünf Ballgewinne, zwei Assists, zwei Blocks, ein Rebound und eine Feldwurftrefferquote von 25 Prozent (3/12) zu Buche. Nach seinem furiosen Start überdrehte der pfeilschnelle und sprungstarke Ex-Spieler der Los Angeles Lakers etwas und wandelte durch einige überhastete Aktionen den einen oder anderen Ballgewinn schnurstracks in einen Ballverlust um.
Schon in der 3. Minute hatte James Head das Spielfeld vorsichtshalber verlassen müssen. Der Powerforward hatte im Vorfeld der Pokalpartie leichte muskuläre Probleme oberhalb des Knies gehabt und in den ersten beiden Spielminuten in der Oberfrankenhalle auf Cheftrainer Stefan Koch nicht den Eindruck gemacht, als ob er sich vollkommen ungehemmt bewegen könne. Für den 31-jährigen US-Amerikaner wurde Gerrit Terdenge auf das Parkett beordert.
„Das Wichtigste ist, dass wir eine Runde weiter sind. Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der Lage gewesen wären, unsere Überlegenheit ein Stück weit konzentrierter und konstanter auszuspielen. Aber wir befinden uns nach dem Hinzukommen von Danilo Pinnock und James Head, der heute als Vorsichtsmaßnahme früh vom Feld genommen wurde, und der Wiedereingliederung der zuletzt verletzten Spieler in einer Situation, in der wir uns erst wieder neu finden und aufeinander abstimmen müssen. Wir haben die Bayreuther zwar auf fünf von 22 Dreiern gehalten, können aber speziell mit unserer Verteidigungsleistung gegen die Spieler Tetzner und Schlamminger nicht zufrieden sein“, resümmierte Stefan Koch.
Ronnie Taylor hatte die Fahrt nach Bayreuth zwar zusammen mit der Mannschaft angetreten, gehörte in der Oberfrankenhalle aber nicht dem 46ers-Aufgebot an. Stefan Koch dazu: „Wir haben uns vor dem Bayreuth-Spiel mit Ronnie zusammengesetzt und uns mit ihm über seine Situation unterhalten. Er hat uns zu verstehen gegeben, dass er mit der Rolle und der Spielzeit, die er bei uns zuletzt bekommen hatte, nicht glücklich ist. Wir haben das Übereinkommen getroffen, dass er uns jederzeit verlassen kann, wenn er einen Klub findet, der ihm die Rolle geben möchte, die er sich vorstellt. In Bayreuth hat Ronnie nicht mehr gespielt, weil ich nur Leute zum Einsatz bringen wollte, mit denen ich auch für die Zukunft plane.“
Punkteverteilung:
GIESSEN 46ers: Snider 6, Head 0, Terdenge 6, Kalve 2, Pinnock 8, Trotter 14, Maras 11, Francois 27, Roessler 5, Hartenstein 0.
BBC Bayreuth: Harrelson 7, Hänel 8, Schlamminger 12, Schoch 5, Montag 0, Tetzner 19, Golob 10, Grübler 10.
Giessen, 23. November 2006
Mai 2012
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