Klassisch humorvoll, sexy in schwarz mit Spitze, melancholisch getragen, krachermäßig komisch
GIESSEN (fsy). Humorvoll gestalteten die vier jungen Damen den Abend mit Salonmusik der 20ger und 30ger Jahre, Chanson und purem Entertainment. Der Auftritt war gespickt mit viel Witz und Ironie. Beides wird präzise und sekundengenau an ganz bestimmten Stellen platziert und in besonderen Momenten gezündet. Und das Giessener Publikum war begeistert von dem Ensemble mit den klassischen Musikinstrumenten. Das Programm kommt aber gar nicht so klassisch daher sondern ganz lässig mit eigenen Arrangements und die Musikerinnen wußten gekonnt zu bezaubern und setzten die Instrumente auf ganz vielfältige Weisen ein. Teilweise mit akrobatischem Einsatz und mit einer besonderer Komik versprühten die Damen pure Theateratmosphäre von der Bühne und das steckte an.

Salut Salon versprüht im Kulturcafé bei Karstadt in Giessen tolle Stimmung
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

„Gerade aus Sankt Petersburg ist das Quartett zurückgekehrt“, begrüßte Hans A. Pitzke die vier Musikerinnen, die hinter dem Bühnenvorhang bereits laut mitdachten und –lachten: Das Lachen des Quartetts steckte sofort an und gab bereits einen hörbaren Einblick in die Lebensfreude und Dynamik, die kurze Zeit später das Bühnengeschehen beherrschten.
Stücke wie „Was kann das Herz dafür?“ und „Mein Mann will mich verlassen, Gott sei Dank!“ von Georg Kreisler sorgten von Beginn der Veranstaltung für viel Spaß und Beifall.

Iris Siegfried und Angelika Bachmann an den Geigen
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Die Bühnenshow von Salut Salon ist bis ins Detail ausgefeilt choreographiert, das Bühnelicht ist anspruchsvoll farbig und ein Bühnendurchgang war extra eingerichtet worden. Der Charme der Damen, die in schwarzer Mode mit Spitze gekleidet auftraten, ist überwältigend. Und mit technischem Können überzeugten die Musikerinnen, die auf hohem künstlerischem Niveau arbeiten.
Nach dem zweiten Stück wird sofort ein netter Herr in der ersten Reihe auf die Schippe genommen … doch er darf in Ruhe sein Erdbeereis weiteressen und braucht keine Angst um sich zu haben: Die Spannung steigt und das bringt den Kontakt zum gesamten Publikum. Es kribbelt im Saal und später können alle mitsingen: der Text wird von der Banderole abgerollt und das Publikum lacht und singt mit.

Das Publikum singt mit ...
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Der ganze Abend ist eine Mischung aus Musikerlebnis, Kabarett und Überraschungen: die klassische Musikausbildung bleibt dezent im Hintergrund, aber ist bestimmend für den Spaß, den die vier Künstlerinnen um die klassische Musik auf der Bühne zelebrieren. Der geistreiche Wortwitz wird mit Komik verbunden und es sieht so aus, als ob der Spaß auf der Bühne authentisch ist. Mehrsprachig singen die vier Frauen a cappella und die Melodie führt die gemeinsamen Textstimmen zu einer besonders feinen Lautlichkeit in der Aufführung zusammen. Das klingt ganz wunderbar und das Giessener Publikum ist entzückt. Als Mozart als kleine Puppe am Klavier aus dem Hintergrund mitspielen darf, wirkt das ganz lieblich und clownesk. Schon zur Pause erhielt das Quartett aus Hamburg einen tollen Beifall.

Valerie Stab am Klavier und am Cello Anne-Christine Schwarz
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Giessen, 25. April 2009 / alle Fotos: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
Februar 2012
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