Osterferien machten Reisen im April 2009 teurer
WIESBADEN (mip/r). Das Verbraucherpreisniveau in Hessen lag im April um 0,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt hatte die Inflationsrate im März 0,2 und im Februar 0,9 Prozent betragen. Der leichte Anstieg der Inflationsrate gegenüber März ist durch die späten Osterfeiertage dieses Jahr und die damit verbundene Verschiebung der Reisesaison in den April bedingt. So waren im April Pauschalreisen um 16,5 Prozent und Übernachtungen um 4,2 Prozent teurer als vor einem Jahr. Für Mai erwartet das Hessische Statistische Landesamt wieder eine niedrigere Inflationsrate.
Gegenüber dem Vormonat blieb der Verbraucherpreisindex im April mit einem Minus von 0,1 Prozent fast unverändert. Billiger als im März waren Gas (minus 13,2 Prozent), Gemüse (minus 2,8 Prozent), alkoholfreie Getränke (minus 0,4 Prozent), Bekleidung und Schuhe (mi-nus 0,3 Prozent) sowie Unterhaltungselektronik (minus 0,3 Prozent). Entgegen dem Trend der vergangenen Monate stiegen die Preise für Mineralölprodukte – der Entwicklung auf dem Weltmarkt für Rohöl folgend – wieder merklich an. Kraftstoffe verteuerten sich um 4,5 Prozent, und der Heizölpreis stieg um 5,6 Prozent. Höhere Preise zahlten die Konsumen-ten auch für viele Produkte aus dem Bereich Wohnen und Haushaltsführung. Glaswaren und Geschirr verteuerten sich um 0,6 Prozent, Werkzeuge um 0,5 Prozent, Möbel um 0,2 Prozent und Haushaltsgeräte um 0,1 Prozent.
Obwohl das Niveau der Nahrungsmittelpreise im April gegenüber März wieder leicht um 0,1 Prozent stieg, waren Nahrungsmittel aufgrund der Preisrückgänge der vergangenen Monate 0,3 Prozent billiger als vor einem Jahr. Insbesondere Molkereiprodukte und Eier (minus 9,3 Prozent), Speisefette und -öle (minus 6,8 Prozent) sowie Obst (minus 4,1 Prozent) verbil-ligten sich binnen Jahresfrist merklich. Dagegen lagen die Jahresteuerungsraten von Fleisch (plus 4,3 Prozent), Gemüse (plus 3,2 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (plus 1,1 Prozent) merklich über der allgemeinen Inflationsrate.
Die Jahresteuerungsraten der Energieprodukte weichen trotz der deutlichen Preissenkungen für Gas im April und der wieder gestiegenen Preise für Kraftstoffe und Heizöl noch immer stark voneinander ab. Heizöl wurde binnen Jahresfrist 37,4 Prozent billiger, Diesel 21,6 Prozent und Superbenzin 13,0 Prozent. Dagegen lagen die Preise für Strom (plus 8,4 Prozent) und Gas (plus 4,8 Prozent) noch über dem Vorjahresniveau. Die Kosten für Zentralheizung stiegen um 13,0 Prozent.
Die Konsumenten werden durch die binnen Jahresfrist gesunkenen Preise für Mineralölprodukte deutlich entlastet : Die ohne Heizöl und Kraftstoffe berechnete Inflationsrate lag im April 2009 bei 1,4 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte über der Gesamt-Inflationsrate von 0,3 Prozent.
Eine besondere Situation ist im Bereich „Bildungswesen“ zu beobachten. Die Abschaffung der Studiengebühren zum Wintersemester 2008/2009 ließ die Jahresteuerungsrate für das „Bildungswesen“ auf minus 34,7 Prozent sinken. Hierdurch wird die allgemeine Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte nach unten gedrückt. Dieser „Basiseffekt“ ist noch bis einschließlich September 2009 wirksam.
Giessen, 28. April 2009
September 2010
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