GIESSEN (mip/r). Der Kirschbergschule in Reiskirchen wurde am Mittwoch, stellvertretend für alle Schulen des Landkreises, der erste Energieausweis überreicht. Die Übergabe bildet den Auftakt für sämtliche Schulen und sonstigen kreiseigenen Gebäude des Landkreises Giessen.
„Mit der Umsetzung der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EneV 2007) kommen wir heute unserer Verpflichtung nach, den Energieverbrauch an jedem kreiseigenen Gebäude öffentlich zu dokumentieren. Der zuständige Fachbereich in der Giessener Kreisverwaltung hat seit 1996 im Bereich Energiemanagement alle notwendigen Daten erfasst und ausgewertet“, so der Dezernent Siegfried Fricke einleitend.
Siegfried Fricke erklärte, dass bis zum 01.07.2009 in allen öffentlichen Gebäuden, mit einer Nutzfläche größer als 1.000 m² für die Öffentlichkeit gut sichtbar, Energieausweise auszuhängen sind. Dargestellt wird hier der spezifische Energieverbrauchskennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche (kWh/m²) für Heizenergie und Strom, resultierend aus dem Verbrauch der letzten drei Jahre an der der jeweiligen Liegenschaft.
Zur besseren Vergleichsmöglichkeit sehe man laut Schul- und Baudezernent Siegfried Fricke, auf dem Ausweis auch einen Vergleichskennwert, der auf einer umfangreichen Datenerhebung von Gebäuden gleicher Nutzungsart basiert. Darüber hinaus seien an dem Ausweis des Landkreises auch der Wasserverbrauch, sowie die jeweiligen Energie- und Wasserkosten ersichtlich. Ziel des Energieausweises sei es, für die Nutzer des Gebäudes eine gewisse Transparenz über den Energiebedarf desselben zu schaffen, einschließlich kurzer Erläuterungen zu den bereits durchgeführten oder geplanten Maßnahmen zur Energieeinsparung und Empfehlungen zur Nutzung und zum Betrieb des Gebäudes.
„An der Grundschule Reiskirchen konnte beispielsweise der Verbrauchskennwert durch eine im Jahr 2005 erfolgte Komplettsanierung der Heizzentrale von durchschnittlich 172 auf 112 kWh/m² gesenkt werden, dies entspricht einer witterungsbereinigten Einsparung von über 30%, “ so Mario Rohrmus (Fachbereichsleiter Schule und Bauen beim Landkreis Giessen).
„Der Vergleichswert für Grundschulen mit einer Turnhalle liegt bei 155 kWh/m², somit liegt die Grundschule Reiskirchen, auch den Strom- und Wasserverbrauch betreffend, erfreulicherweise beim Energielabel auf einer Skala von A bis G, im grünen Bereich B. Dieser dürfte sich in Zukunft durch die geplanten Maßnahmen des Investitionspaketes noch weiter verbessern“, erläutert Siegfried Fricke weiter.
„Übertragen auf alle Schulen im Landkreis ist der stetige Rückgang des Energiebedarfes auf die zahlreichen Maßnahmen im baulich-technischen und organisatorischen Bereich zurück zu führen. Denn im Vergleich zum Jahr 2000 fiel der Verbrauchskennwert für Heizung aller Schulen des Kreises von 149 kWh/m² im Jahr 2000 auf nur noch 105 kWh/m² in 2007, absolut von 33.036 MWh auf 24.604 MWh, also um 25%, im Strombereich von 19 auf 16 kWh/m². Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren die Ausweitung des Nachmittagsunterrichtes, der EDV, sowie die Ausstattung der Schulen mit Mensen weiter zugenommen hat“ so der Schul- und Baudezernent Siegfried Fricke abschließend.
Februar 2012
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