Stadtrat Rausch erläutert das Vorhaben des Magistrats
GIESSEN (mip/r). Die ehemalige Elementary School, die Ende 2008 noch von der Stadt Giessen zur Aufnahme der Helmut-von-Bracken-Schule gekauft wurde, soll nach einem Beschluss des Magistrats nach dem Konzept "Passivhaus" bzw. zumindest "Niedrigenergiehaus" umgebaut werden. Wie Stadtrat Rausch in einer Presseinformation von heute mitteilt, wird derzeit die Realisierung einer Wärmepumpenanlage als Sole-Wasser-Anlage mit Erdwärmenutzung geprüft. Um den gewünschten "Passivhaus"-Standard zu erreichen, muss ein 30 %iger Anteil an regenerativer Energie, der aus dem Einsatz einer Wärmepumpenanlage erfolgen soll, dabei sein.
Im Gesamtkonzept ist vorgesehen, dass das im Winter abgekühlte Erdreich im Sommer zur Kühlung z. B. der Computerräume genutzt wird. Damit erhöht sich die Gesamteffizienz der Anlage ganz wesentlich, da auf Klimatisierungsgeräte in diesem Bereich komplett verzichtet werden kann. Durch den Einsatz einer erdgekoppelten Wärmepumpe lassen sich auch in der Energiebilanz des Gebäudes (Passivhausbewertung) diverse Maßnahmen kompensieren, so dass die Gebäudetechnik an sich günstiger hergestellt werden kann. Dieser Punkt betrifft insbesondere den Einsatz von Be- und Entlüftungsanlagen. Beim Einsatz einer Wärmepumpenanlage können zudem zusätzliche Fördermittel aus dem MAP-Programm der Bundesregierung beantragt werden, die auch gleichzeitig in Kombination mit dem Sonderinvestitionsprogramm genutzt werden können.
Bei dem bestehenden unsanierten Gebäude ist von einem Jahresheizungs-energieverbrauch von rd. 100.000 € pro Jahr auszugehen. Damit verbunden ist ein Co2-Ausstoß von ca. 215 Tonnen je Jahr. Für das angedachte Sanierungsziel der Passivhaus-Konzeption wird dagegen von nur noch rd. 7 % = 7.000 €/Jahr Heizkosten und einem um rd. 200 Tonnen/Jahr reduzierten CO2-Ausstoß ausgegangen. Alleine diese deutlichen Einsparungen rechtfertigen, so Rausch weiter, den Versuch, dieses neue Schulprojekt beispielhaft für einen großen Gebäudekomplex als Passivhaus-Standard zu erproben, um für die Zukunft Erfahrungen mit der Technik und den Nutzern zu sammeln. Die neuen Erkenntnisse können dann auch bei anderen vergleichbaren Projekten in der Zukunft genutzt werden. Erste Ingenieur- und Architektenleistungen für dieses Projekt werden in 2 - 3 Monaten abgeschlossen sein. Eine Gesamtprojektgenehmigung wird dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung dann vorgelegt werden.
Giessen, 04. Juni 2009
Mai 2012
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