GIESSEN (mip/r). „Rechtsextremismus ist unter den Jugendlichen im Landkreis Giessen immer wieder ein Thema – die rechte Szene ist aktiv, organisiert Freizeitaktivitäten und wirbt auf Dorffesten und Schulhöfen mit Erfolg junge Leute an. Dazu verändert und modernisiert sie stetig ihr Erscheinungsbild“ erklärt Wiebke Dierkes, Jugendbildungsreferentin des Landkreises Giessen.
Hierauf reagiert nun das Jugendbildungswerk des Landkreises laut Dierkes mit Projekttagen gegen Rechtsextremismus für Jugendliche sowie mit Fortbildungen für Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit.
Ein erster Projektdurchlauf fand laut Pressemitteilung der Kreisverwaltung vom 25.-26. Juni an der Friedrich Magnus Gesamtschule in Laubach statt.
Nahezu alle beteiligten Schülerinnen und Schüler der Klasse 9Rb, sowie ihre Klassenlehrerin Petra Helling berichteten über rechtsextreme Aktivitäten an der Schule und in ihrem privaten Umfeld. „Im Schulalltag fehlt jedoch oft die Zeit und das nötige Hintergrundwissen, um diese zum Thema zu machen und über Strategien der Gegenwehr zu sprechen“, sagt Wiebke Dierkes, die das Projekt durchgeführt hat.
Hier wollen die Projekttage ansetzen:
„Neben einer grundlegenden Kritik an den ideologischen Grundlagen des Rechtsextremismus, versuchen wir an den Projekttagen über rechtsextreme Symboliken und Szenecodes aufzuklären, um Jugendliche zu einem offensiven Umgang gegen Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten in ihrem Umfeld zu ermutigen“, so Dierkes.
Wie wichtig dieser ist, wurde den Schülerinnen und Schülern im Gespräch mit Alex, einem Ex – Neonazi klar, der über seinen Weg in die rechte Szene und darüber, dass „sich im keiner in den Weg stellte“ eindrucksvoll berichtete. Alex Schilderung über die rassistische Menschenverachtung und Brutalität der rechten Szene, aber auch über die Schwierigkeiten, der Szene den Rücken zu kehren, riefen bei den Jugendlichen Wut und Bestürzung hervor.
Auch für den Fall von Anwerbeversuchen durch örtliche NPD – Funktionäre oder Neonazis gab es Tipps: „Am besten gar nicht erst auf ein Gespräch einlassen und sich an die zuständigen Lehrerinnen und Lehrer oder an die Jugendpflege wenden“, riet Alex abschließend den Jugendlichen.
Anfragen für die Durchführung von Projekttagen oder Fortbildungsveranstaltungen können an das Jugendbildungswerk des Landkreises gerichtet werden: Wiebke Dierkes, 0641/93909107 oder per mail an wiebke.dierkes@lkgi.de
Giessen, 02. Juöi 2009
Mai 2012
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