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Universität Giessen: Die Faktor VII aktivierende Protease

hemmt die Entstehung von Gefäßerkrankungen


Publikation von Gießener Wissenschaftlern im Journal of Experimental Medicine


GIESSEN (mip/r).          Herz- Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall stellen weiterhin die Haupttodesursache in der westlichen Welt dar. Ursächlich hierfür ist in den meisten Fällen eine fortschreitende Gefäßverengung, ausgelöst durch eine sich über Jahrzehnte entwickelnde atherosklerotische Gefäßerkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung hilft oft nur noch eine Aufdehnung der Gefäße durch einen Herzkatheter, doch auch hier kommt es in einer Vielzahl der Fälle zum erneuten Verschluss der betroffenen Gefäße (Restenose).

Giessener Wissenschaftler haben bei Forschungsarbeiten im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Kardiopulmonales Gefäßsystem“ (SFB 547) gemeinsam mit Kollegen aus Marburg und Dresden nun die noch weitgehend unverstandenen Mechanismen, die diesen Erkrankungen zu Grunde liegen, weiter aufgeklärt. Die kürzlich veröffentlichten Untersuchungsergebnisse von Sedding et al. zeigen, dass ein körpereigenes Enzym, die Faktor VII aktivierende Protease (FSAP), eine Schlüsselrolle bei Gefäß verengenden Erkrankungen spielt: FSAP spaltet und inaktiviert den Wachstumsfaktor (platelet-derived growth factor – PDGF), der hauptsächlich für die Zellvermehrung in den erkrankten Gefäßen zuständig ist. Indem es die schädliche Wirkung von PDGF auf die Gefäßwand unterbindet, schützt FSAP die Gefäße normalerweise vor bedrohlichen Verengungen.

Ungefähr 5% der Bevölkerung haben jedoch einen Gendefekt im Gen für FSAP, der dazu führt, dass das veränderte (defekte) FSAP den schädlichen Wachstumsfaktor PDGF nicht mehr spalten und inaktivieren kann. Die Untersuchungen von Sedding et al. legen nun nahe, dass Menschen mit diesem Gendefekt deutlich anfälliger für verengende Gefäßerkrankungen sind und somit eventuell ein erhöhtes Risiko haben, an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken.

In weiteren klinischen Untersuchungen soll nun überprüft werden, wie hoch das Risiko von Personen mit diesem Gendefekt ist, einen erneuten Gefäßverschluss zu erleiden, und ob durch eine Beeinflussung des FSAP ein therapeutischer Nutzen bei verengenden Gefäßerkrankungen erzielt werden kann.


Kontakt: Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Sandip M. Kanse,
Institut für Biochemie, Fachbereich Medizin
Friedrichstraße 24, 35392 Giessen
Telefon: 0641 99-47 521 (47 531)




Giessen, 12. Dezember 2006


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