Planungsinstrumente der Stadtplanung und gesamtstädtisches Rahmenkonzept vorgestellt / Stadterneuerung vor Stadterweiterung / BIDs im Herzen der Innenstadt / Giessen profiliert sich als Wissenschaftsstadt und -standort
GIESSEN (fsy). Eine japanische Delegation mit dreiundzwanzig Vorsitzenden verschiedener kommunaler Vereinigungen aus vierzehn Städten besuchte gestern die Stadt Giessen auf Einladung der IHK Giessen-Friedberg. Die Gäste aus Japan gehören dem „National Association of Chairpersons of City Councils“ an und waren am Vormittag direkt aus der schwedischen Hauptstadt Stockholm angereist. Dort hatten sich die hauptberuflichen Politikerinnen und Politiker aus Japan im Stadtteil Hammarby über die kommunalpolitischen Schwerpunktthemen „Naherholungsgebiet“ und das „Transportsystem“ der Stockholmer Stadtverwaltung informiert.

Gästebesuch aus Japan bei der IHK Giessen-Friedberg / Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann begrüßt den Gruppenleiter Shinichi Okubo
(Bild: Giessen-Server.de)

In Giessen wollten sich die Gäste aus Japan über die Planungsinstrumente der aktuellen Stadtentwicklung und das gesamtstädtische Rahmenkonzept informieren lassen und die praktische Umsetzung der Idee und des Konzeptes der BIDs (Business Improvements Districts) in der Giessener Innenstadt kennenlernen. Ziel der japanischen City Councils, die dem japanischen Ministerium für innere Angelegenheiten unterstehen, ist es die Entwicklung der Städte mit neuen Anregungen zu unterstützen und zu helfen, dass die Lebensqualität verbessert werden kann.

Dr. Frank Wendzinski begrüßte die japanischen Gäste im Plenarsaal der IHK Giessen-Friedberg. Hans Dettling und Dr. Holger Hölscher vom Stadtplaungsamt referierten anschliessend zu dem Thema Stadtplanung
(Bilder: Giessen-Server.de)

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Dr. Holger Hölscher
Nach der Begrüßung im Plenarsaal der IHK Giessen-Friedberg durch Dr. Frank Wendzinski erhielten die japanischen Gäste eine fachkompetente Einführung in die historische Entwicklung der Stadt Giessen und das strategische und räumliche Entwicklungskonzept (Masterplan Giessen 2020) vom Leiter und stellvertretenden Leiter des Stadtplanungsamtes in Giessen Hans Dettling und Dr. Holger Hölscher.

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Beide Vorträge enthielten viele Informationen zu den Rahmenbedingungen von konkreter Stadtplanung und stellten mögliche Planungsinstrumente vor. Besonders die Innenstadtplanung und die damit verbundenden Aufgaben einer verantwortungsvollen Stadtsanierung zu einem einheitlichen Struktur- und Handlungskonzept zusammen zu führen, stießen auf ein großes Interesse bei den Gästen aus Japan.

Sadullah Gülec, Geschäftsführer der Giessen Marketing GmbH
(Bild: Giessen-Server.de)
Anschließend erläuterte Sadullah Gülec, Geschäftsführer der Giessen Marketing GmbH, den japanischen Kommunalpolitikerinnen und –politikern die besonderen Stärken der Stadt Giessen, die ein enormes Profilierungspotential zeigt. Auch die Vorzüge und die Reize von Giessen und der unmittelbaren Umgebung, die oftmals erst auf den 2. Blick deutlich sichtbar hervortreten, beindruckten die japanischen Gäste.
Giessen zeigt ihre Stärken besonders in der Identitätsentwicklung als junge und moderne Wissenschaftsstadt mit einer Universität, die bereits eine lange Entwicklungsgeschichte durchlaufen, und zahlreiche berühmte Forscher und Erfindungen hervorgebracht hat.

Japanische Delegation besuchte Giessen
(Bild: Giessen-Server.de)
In der Stadtgeschichte kam dem Handel sehr früh eine besondere Bedeutung zu und es entwickelte sich ein traditionelles Handelszentrum in der Innenstadt und für die Region. Heute zieht die Einkaufsstadt Giessen große Besucherströme aus einem großräumigen Umfeld an.

Japanische Delegation besuchte Giessen
(Bilder: Giessen-Server.de)

Mit der vor zwei Jahren geschaffenen Giessen Marketing GmbH besteht eine Chance, dass sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen innerhalb eines städtischen Gestaltungsraumes gegenseitig in den konkreten Fragen für ein einheitliches Marketingkonzept für die Region und Stadt unterstützen; und den Weg in eine institutionalisierte Form gemeinsam bestreiten und gezielt nach übergeordneten Leitideen suchen. Eine regelmäßige auf Vertrauen geprägte professionelle Kommunikation und Vernetzung sollen hierbei helfen, dass öffentliche und private Sektoren kooperieren und in einer Gesamtverantwortung für die Region Entwicklungen und Erneuerungen gezielt steuern lernen.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren bereits mehrmals gemeinsam mit der Universität und Fachhochschule öffentliche Wissenschaftsfeste und –veranstaltungen erfolgreich durchgeführt, die überregional Beachtung gefunden haben.
Erst kürzlich setzte sich Giessen bei einem bundesweiten Wettbewerb durch und wird 2010 den Titel „Stadt der jungen Forscher“ tragen und viele Forschungsprojekte zwischen Schule und Universität entwickeln und unterstützen.
2014 wird in Giessen die hessische Landesgartenschau stattfinden. Entlang der beiden Flüsse Wieseck und Lahn wird dann die Stadt neue Entwicklungsmöglichkeiten nutzen können, um sich weiter zu einer „grünen Gartenstadt“ entwickeln zu können. Auch als Sportstadt ist Giessen bundesweit erfolgreich und seit Gründung der Basketball-Bundesliga bereits 42 Jahren Mitglied in der höchsten Spielklasse vertreten.

Heinz-Jörg Ebert (Vorsitzender des BID Seltersweg)
Bild: Giessen-Server.de
Über die Besonderheiten der Innenstadt und die BIDs, berichteten anschließend Petra Cremer vom Stadtplanungsamt und am Nachmittag Heinz-Jörg Ebert (Vorsitzender des BID Seltersweg).

Japanische Delegation besuchte Giessen
(Bilder: Giessen-Server.de)

Die Idee und Konzeption der BIDs (Business Improvement Districts) kommen ursprünglich aus Kanada. Die Innenstädte sollen hierbei durch „Innovationsbereiche“ für Bewohner, Geschäftsleute, Investoren, Kunden und Besucher und Gäste die Stadt attraktiver machen. Dafür waren gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich gewesen, die bereits zum Jahresende 2005 durch die hessische Landesregierung geschaffen wurden.

Japanische Delegation besuchte Giessen
Blaue Beleuchtung im Stadtverordnetensaal
Yukido Aso (Toyama City Councelor) am Rednerpult im Stadtverordnetensaal
(Bilder: Giessen-Server.de)

Japanische Delegation besuchte Giessen
Kurze Pause im Atrium des neuen Rathauses
(Bilder: Giessen-Server.de)

Die Stadt Giessen ist nun bundesweit die erste Stadt in einem Flächenland in Deutschland, die mit der Umsetzung der BIDs vor zweieinhalb Jahren gestartet war. Der Stadt Giessen kommt damit eine Vorreiterrolle in Hessen zu. Mit Attraktivität- und Aktivierungsmaßnahmen, die die Innenstadt beleben sollen, werden nach einem abgestimmten Maßnahmenkatalog über den Verlauf von fünf Jahren verschiedene Programmpunkte umgesetzt. Am Beispiel des BID Seltersweg zeigte Heinz-Jörg Ebert in einem rasanten Beitrag die bereits erfolgten Veränderungsmaßnahmen auf und stellte als besonderes Merkmal das neu konzipierte Beleuchtungskonzept entlang des Strassenverlaufs und der Häuserfassaden vor. Auch anhand von Zahlen zeigte der Vorsitzende des BID Seltersweg, dass der Mietzins und die Wertsteigerung der Immobilien vor Ort in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen sind.

Japanische Delegation besuchte Giessen
Rundgang durch die Innenstadt und Besichtigung des neuen Rathauses
(Bilder: Giessen-Server.de)

Als Abschluss der Veranstaltung führte der Geschäftsführer der BIDs Seltersweg und Theaterpark Markus Pfeffer die japanischen Gäste durch die Giessener Innenstadt und abschließend ins neue Rathaus. Dort erlebte die Gruppe eine Führung mit dem persönlichen Referenten des Oberbürgermeisters Lars-Burkard Steinz.

Japanische Delegation besuchte Giessen
Besichtigung der Kunsthalle im neuen Rathaus
(Bilder: Giessen-Server.de)

Gruppenleiter Shinichi Okubo aus Matsumoto
(Bild: Giessen-Server.de)
Giessen, 08. Juli 2009 / alle Fotos: Giessener-Server.de
Juli 2010
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