GIESSEN-FRIEDBERG (mip/r). Einen Überblick über die Einwohner- und Beschäftigtenentwicklung der vergangenen 30 Jahre stellt die IHK Giessen-Friedberg vor. Die Zahlen zeigen, wie sich die insgesamt 60 Kommunen des IHK-Bezirks seit 1975 verändert haben. Das Zahlenwerk präsentiert die Beschäftigten- und Einwohnerzahl jeder der 25 Städte und Gemeinden des Wetteraukreises, der 18 Kommunen des Landkreises Giessen – wobei Biebertal und Wettenberg zum Bezirk der IHK Wetzlar gehören – und der 19 Städte und Gemeinden des Vogelsbergkreises.
Wetteraukreis schrammt die 300.000er Grenze
Nur knapp unter der Grenze zu 300.000 Einwohnern liegt der Wetteraukreis. Im Jahre 1975 zählte man zwischen Bad Vilbel und Butzbach, zwischen Ober Mörlen und Büdingen genau 245.575 Einwohner. Damit leben derzeit – genau am 30.6.2006 -gut 20 Prozent mehr Menschen als noch vor rund 30 Jahren im Wetteraukreis. Seit 2003 ist Bad Vilbel die größte Stadt des Kreises, davor lag Bad Nauheim an der Spitze der Einwohnerzahlen. Den größten Zuwachs an Einwohner allerdings verzeichnen Limeshain und Altenstadt: Dort leben heute 50 Prozent mehr Menschen als noch vor 30 Jahren. Jede Kommune des Wetteraukreises hat heute mehr Einwohner als 1975. Den geringsten Zuwachs hat mit gerade drei Prozent Hirzenhain.
Starker Zuwachs in Bad Vilbel, Rosbach und Reichelsheim
Die Beschäftigtenzahl im Wetteraukreis ist seit 1975 um ein Drittel gestiegen. Aktuell – genau am 30.6.2005 – arbeiten 70.979 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Kreis. Mit genau 11.204 Menschen kommt Friedberg auf die höchste Beschäftigtenzahl. Gefolgt wird die Kreisstadt von Bad Vilbel (9.628) und Bad Nauheim (9.013). Während die Zuwächse seit 1975 in Friedberg und Bad Nauheim mit knapp 20 Prozent eher moderat sind, hat Bad Vilbel heute fast doppelt so viele Beschäftigte wie 1975. Den größten Zuwachs an Beschäftigung allerdings können Rosbach und Reichelsheim vorweisen. Insgesamt hat der Kreis heute 32,9 Prozent mehr Beschäftigte als vor 30 Jahren. Lediglich Hirzenhain, Ortenberg und Butzbach haben heute weniger Beschäftigte als 1975. Im Jahre 2001 kam der Kreis mit genau 74.734 auf den höchsten Beschäftigtenstand der vergangenen 30 Jahre.
Nur Giessen hat weniger Einwohner
Der Landkreis Giessen zählt heute genau 255.677 Einwohner. Damit leben heute gut zehn Prozent mehr Menschen im Kreis als 1980*. Die Stadt Giessen hat heute 73.773 Einwohner. Damit hat die Universitätsstadt 3,4 Prozent weniger Einwohner als vor einem Viertel Jahrhundert. Sämtliche anderen Kommunen des Kreises dagegen zählen heute mehr Einwohner als 1980. Den höchsten Zuwachs verzeichnen Reiskirchen (plus 34,1 Prozent), sowie Pohlheim und Grünberg, wo im Juni 2006 rund 28 Prozent mehr Menschen lebten als 1980.
Boomtown Linden
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt im Landkreis Giessen heute genau um fünf Prozent über der Zahl von 1980. Genau 81.300 Beschäftigte wurden am 30.6.2005 gezählt. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Landkreis Giessen, genau 52,2 Prozent, arbeiten in der Stadt Giessen. Vor 25 Jahren lag der Anteil der Stadt an der gesamten Beschäftigung im Landkreis noch bei 59,8 Prozent: Mit genau 42.475 werden heute demzufolge 8,3 Prozent weniger Beschäftigte in der Universitätsstadt gezählt. Der Beschäftigungsrückgang in den beiden traditionellen Industriestandorten des Kreises, Heuchelheim und Lollar, ist mit knapp 20 Prozent noch deutlicher als in der Stadt Giessen.
Der weitaus größten Zuwachs an Beschäftigung dagegen wurde in Linden ermittelt: Arbeiteten 1980 genau 1.030 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Giessener Nachbarkommune, so werden heute 3.854 Arbeitsplätze gezählt: Eine bemerkenswerte Steigerung um 274 Prozent. Die nächst große Steigerung wird in Buseck (2.786 Beschäftigte) ermittelt: Dort hat sich die Beschäftigung im letzten Vierteljahrhundert verdoppelt.
Alsfeld hält Einwohnerzahl
In den 19 Kommunen des Vogelsbergkreises leben heute 115.277 Menschen. Dies entspricht einer Steigerung um genau 3,5 Prozent gegenüber 1975. Die größte Stadt – damals wie heute – ist Alsfeld mit 17.346 Einwohnern. Damit wurde die Alsfelder Einwohnerzahl von 1975 mehr oder weniger gehalten. Die Kreisstadt Lauterbach hat heute 14.367 Einwohner und damit um 4,8 Prozent weniger als vor 30 Jahren. Den größten Zuwachs an Einwohnern haben die Stadt Schotten und die Gemeinde Wartenberg mit einer Steigerung von jeweils ca. 17 Prozent. Mit 5,4 Prozent hat die Gemeinde Schwalmtal die relativ meisten Einwohner verloren.
Dramatischer Beschäftigungsrückgang im Vogelsberg
Im Vogelsbergkreis arbeiten heute 26.269 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Damit hat sich diese Zahl gegenüber 1980 um 4,9 Prozent verringert. Einen erheblichen Beschäftigungsrückgang hat die Stadt Alsfeld zu verzeichnen: Mit 5.771 arbeiten heute 20,4 Prozent weniger Beschäftigte in der größten Stadt des Kreises als 1980. In Lauterbach arbeiten im Juni 2005 6.046 Beschäftigte. Gegenüber 1980 ist dies ein Rückgang um genau 1,1 Prozent. Während Lauterbach mithin heute 275 Beschäftigte mehr als in Alsfeld gezählt werden, war es 1980 anders: Damals hatte Alsfeld 1.141 Beschäftigte mehr als Lauterbach. Die mit Abstand größte Steigerung der Beschäftigtenzahlen weist die Stadt Herbstein auf. Mit 1.167 Beschäftigten werden heute 67,0 Prozent mehr gezählt als vor 25 Jahren. Auch die Stadt Schotten hat mit einer Steigerung von 21,5 Prozent eine erfreuliche Zunahme der Beschäftigung zu vermelden.
Anmerkung:
*(Vergleichszahlen zu 1975 liegen für den Landkreis Giessen und den Vogelsbergkreis wegen der Gemeindereformen und der daraus resultierenden Nicht-Zuordenbarkeit einzelner Gemeindeteile nicht vor).
Giessen, 15. Dezember 2006
Mai 2012
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