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GIESSEN 46ers im starken Aufwärtstrend





Die GIESSEN 46ers sind ein erstklassiger Bestandteil im aktuellen Stadtbild von Giessen (Bild: giessen-server / Frank Sygusch)




GIESSEN (mip/r).                          Die GIESSEN 46ers können am Samstag mit einem Heimsieg gegen die EWE Baskets Oldenburg auf Platz 16 vorrücken – Cheftrainer Scalabroni: Mannschaft ist hochmotiviert und zieht voll mit.



Nach dem gelungenen Auswärtsdebüt in Ulm gibt Ken Scalabroni, der neue Cheftrainer der GIESSEN 46ers, am Samstagabend (20 Uhr, Sporthalle Ost) gegen die EWE Baskets Oldenburg seinen Heimeinstand. Im Falle eines weiteren Sieges würde den 46ers in der BBL-Tabelle erstmals in dieser Saison der Sprung weg von den Abstiegsrängen gelingen. Momentan belegt das Giessener Team mit 4:22 Punkten den 17. Platz hinter der punktgleichen BG Karlsruhe, die am Sonntag RheinEnergie Köln empfängt.






James Head # 5 - einer der Leistungsträger bei der GIESSEN 46ers (Bild: giessen-server / Frank Sygusch)




Ein Erfolg gegen die Niedersachsen würde die gute Laune bei den 46ers-Akteuren weiter steigen lassen. Der 82:76-Erfolg in Ulm, gleichzeitig das erste Pflichtspiel in dieser Saison, in dem die 46ers 80 oder mehr Punkte erzielten, wirkte wie ein Befreiungsschlag. Gute Stimmung herrschte auch am Donnerstagabend, als in der Übungseinheit der Basketball zeitweise gegen einen Football eingetauscht wurde. „Alles in allem hat die Mannschaft gut und konzentriert trainiert. Wir haben versucht, im defensiven Bereich weiter voranzukommen. Ich denke, unsere aggressive Verteidigung und die Tatsache, dass wir gut gereboundet haben, waren die ausschlaggebenden Punkte für unseren Sieg in Ulm“, meint Ken Scalabroni, der nach dem 23. Trainerwechsel in der 40-jährigen Bundesligageschichte des Giessener Teams als vierter Amerikaner nach Charles Toth (1988/1989), Joseph Whelton (1999-2003) und Chris Finch (2003/2004) die Head Coach Position bekleidet.


Auch das mannschaftliche Zusammenspiel im Angriff wurde in den letzten Tagen weiter vorangetrieben. Scalabroni ließ viel Fünf-gegen-Fünf spielen und versuchte, Unsauberkeiten auszumerzen. Der bisherige Saisonverlauf habe gezeigt, dass es für das Team nicht einfach sei, Punkte zu erzielen. „Deshalb ist es wichtig, dass wir die Angriffe konzentriert vortragen und gute Wurfpositionen kreieren“, so Scalabroni, der morgen bis auf den am Knie verletzten Ernests Kalve auf alle Spieler zurückgreifen kann.






Die GIESSEN 46ers Fans stehen am Samstag hinter der Mannschaft (Bild: giessen-server / Frank Sygusch)




Um gegen Oldenburg die Oberhand behalten zu können, wird nach Meinung des 50-jährigen Amerikaners eine Steigerung seiner Mannschaft im Vergleich zum Ulm-Spiel vonnöten sein: „Oldenburg ist stärker einzuschätzen als Ulm. Die Mannschaft ist talentierter und sehr stark besetzt. Auf jeder Position stehen Trainer Don Beck zwei gute Spieler zur Verfügung. Die Mannschaft ist ungemein athletisch und schnell. Zu Beginn der Saison haben sie ein paar Schwierigkeiten gehabt – das Team war fast komplett neu zusammengestellt worden, dazu kam die Verletzung von Tyron McCoy – doch mittlerweile hat sich Oldenburg leistungsmäßig stabilisiert. In der letzten Woche haben sie gegen Karlsruhe (98:61) wohl ihre beste Saisonleistung gezeigt.“

Die Ausgeglichenheit des im Vergleich zum Vorjahr verjüngten Oldenburger Kaders, dem mit McCoy, Ajmal Basit und Heiko Schaffartzik auch drei Ex-Giessener angehören, wird daran ersichtlich, dass Don Beck keinen Spieler länger als 30 Minuten pro Partie auf dem Feld belässt und in der Offensive nur schwer ausrechenbar ist. Mit Powerforward Desmond Penigar (14,8), Center D´Or Fischer (12,3) und den Guards McCoy (11,3), Dan Grunfeld (10,9) sowie dem vor wenigen Wochen nachverpflichteten Doron Perkins (10,0) steuern fünf Spieler zwischen zehn und 15 Punkten pro Partie bei. Nach der Rückkehr von Teamkapitän Tyron McCoy, der zu Saisonbeginn wegen einer Verletzung am Oberschenkel mehrere Wochen lang ausgefallen war, hat das mit 0:10 Punkten in die Saison gestartete Baskets-Team wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Mit „Katze“ McCoy, dem nur schwer zu kontrollierenden Herzstück des Teams, holten die EWE Baskets 10:4 Punkte aus den letzten sieben Spielen, womit man sich wieder an die Play-Off-Plätze herangearbeitet hat. Aktuell belegen die Niedersachsen mit 12:14 Punkten den elften Tabellenplatz.

Ligaspitze stellen die morgigen Gäste beim Kampf um die Rebounds dar. Das Team um den wendigen und sprungstarken 2,08m-Center D´Or Fischer, der neben 6,8 Rebounds beeindruckende 2,7 Blocks pro Spiel zu Buche stehen hat, sammelt im Schnitt 39,2 Rebounds pro Spiel ein. Schwachpunkt der Truppe ist die Ballkontrolle, keine Mannschaft in der BBL leistet sich so viele Ballverluste pro Spiel wie Oldenburg (18,0).

„Wir müssen versuchen, von der ersten bis zur letzten Minute den Ton anzugeben. Es wäre schön, wenn wir das Spiel wie in Ulm mit einer Führung im Rücken bestreiten könnten. Aber wir müssen bei einem starken Gegner wie Oldenburg natürlich damit rechnen, dass das nicht geht. Dann müssen wir versuchen, Coolness zu bewahren und dran zu bleiben. Wir müssen beißen und kämpfen. Ich bin positiv gestimmt. Das, was ich aus der ersten Woche hier mitnehme, ist, dass die Mannschaft gewillt ist, voll mitzuziehen“, sagt Scalabroni, der auch auf die Heimspielatmosphäre in der Sporthalle Ost setzt: „Ich war ja mit meinen früheren Teams schon mehrere Male in der Halle, habe also schon gespürt, wie das ist. Es war immer schwierig in der Osthalle zu spielen. Es war immer sehr laut. Dadurch, dass es sehr eng ist und die Zuschauer quasi direkt auf den Spielern drauf sitzen, spürt man das alles viel intensiver. Ich freue mich darauf, das nun von der anderen Seite aus erleben zu können.“




Giessen, 15. Dezember 2006 / Bilder: giessen-server - Frank Sygusch


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