Frankfurt am Main bei den durchschnittlichen Jahresarbeitsstunden an der Spitze
WIESBADEN (mip/r). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Hessen von 2000 bis 2007 um über 47 000 oder 1,5 Prozent auf 3,088 Millionen. Rechnet man die unterschiedlichen Arbeitszeiten der Erwerbstätigen in Vollzeitbeschäftigen-Einheiten um, entspricht dies 2,593 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen (Vollzeitäquivalente); das sind 29 900 Vollzeitäquivalente oder 1,1 Prozent weniger als 2000. Die Zahl der von den Erwerbstätigen insgesamt geleisteten Arbeitsstunden verringerte sich in diesem Zeitraum um 0,5 Prozent auf nunmehr 4,5 Milliarden Stunden. Gründe hierfür sind die zunehmende Zahl der Teilzeitbeschäftigten bzw. der atypischen Arbeitsver-hältnisse mit geringeren Arbeitszeiten bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Vollzeitbeschäftigten.
Diese unterschiedlichen Entwicklungen der Erwerbstätigkeit auf Landesebene sind auch auf regionaler Ebene zu beobachten: Von 2000 bis 2007 registrierten 15 hessische Landkreise und kreisfreie Städte Arbeitsplatzgewinne und elf Arbeitsplatzverluste. Umgerechnet in Vollzeitäquivalente bzw. geleistete Arbeitsstunden fällt die Bilanz ungünstiger aus. Danach meldeten von den 26 Landkreisen und kreisfreien Städten nur neun eine positive Entwicklung. In allen Regionen lag die Entwicklung der Vollzeitäquivalente bzw. des Arbeitsvolumens unterhalb der Entwicklung der jeweiligen Erwerbstätigenzahl. Rechnerisch kamen 2007 auf 100 Erwerbstätige zwischen 79 (Rheingau-Taunus-Kreis) und 88 bzw. 87 (Frankfurt am Main und Main-Taunus-Kreis) Vollzeitäquivalente. Auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen zeigt ein ähnliches Bild. Mit deutlichem Abstand liegt Frankfurt am Main mit 1520 geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen an der Spitze. Die wenigsten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden für die Landkreise Rheingau-Taunus, Marburg-Biedenkopf (jeweils 1390), Giessen, Limburg-Weilburg (jeweils 1393) und Lahn-Dill (1398 Stunden) errechnet.
Die zunehmende Arbeitszeitflexibilisierung (Teilzeitbeschäftigung, marginale Beschäftigungen wie Mini- und Ein-Euro-Jobs) führt dazu, dass die Erwerbstätigenzahl als "ungewichtete Kopfzahl" die Beschäftigungssituation nicht mehr adäquat abbildet. So hatten im Jahr 2007 in Hessen die Teilzeit-beschäftigten und die marginal Beschäftigten zusammen einen Anteil von fast 26 Prozent an den Erwerbstätigen insgesamt, bei erheblichen regionalen Unterschieden. Die Spannweite reichte von fast 21 Prozent in Frankfurt am Main bis über 32 Prozent im Rheingau-Taunus-Kreis und den Landkreisen Giesen und Limburg-Weilburg. Die Berechnung des Arbeitsvolumens (in geleisteten Arbeitsstunden) und der Vollzeitäquivalente (Erwerbstätige umgerechnet in Vollzeitbeschäftigten-Einheiten) ergänzen deshalb die Erwerbstätigenzahl.
Weitere detaillierte Ergebnisse zum regionalen Arbeitsvolumen enthält die soeben erschienene Gemeinschaftsveröffentlichung „Standard-Arbeitsvolumen in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland 1999 bis 2007“ des Arbeitskreises Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder. Daten zu „Erwerbstätige in Vollzeitäquivalenten in den kreisfreien Städten und Land-kreisen der Bundesrepublik Deutschland 1999 bis 2007“ sind in der Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter der Länder veröffentlicht.
Beide Publikationen werden im Onlineangebot des HSL kostenlos zum Download angeboten (www.statistik-hessen.de/erwerbstaetigenrechnung).
Giessen, 27. August 2009
Februar 2012
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