Verkörperung von individueller Freude und gesellschaftlichem Frohsinn / Engagierter Fassnachter und berühmter Texter und Komponist von Schlagern und Liedern der 5. Jahreszeit
GIESSEN (fsy). Mit einem Bronzekopf, in Patina gehüllt, ehren die Giessener Bürgerinnen und Bürger seit gestern einen echten „Määnzer“.

Christina Hämmerle und Margit Sponheimer enthüllen die Skulptur und freuen sich über das Kunstwerk
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Christina Hämmerle und Margit Sponheimer enthüllen die Skulptur und freuen sich über das Kunstwerk
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Die Skulptur Toni Hämmerle wurde vor dem ehemaligen Finanzamt an der Gabelecke Stephan-, Goethe- und Lessingstrasse enthüllt und dem öffentlichen Stadtraum übergeben. Der Standort des neuesten "Giessener Kopfes" liegt schräg gegenüber, in der unmittelbaren Nähe und im Blickkontakt des Wohnortes, wo die Witwe des Geehrten Christina Hämmerle lebt. So schön können Zufälle sein!

Christina Hämmerle und ihre Schwester Anne-Ria Riga;
rechts Kulturdezernent Harald Scherer
(Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)

Gerührt über den schönen Moment erfreute es besonders die Familie des Geehrten und die Gäste, die zu der kleinen Feierstunde gekommen waren. Der studierte Musiker Toni Hämmerle, der 1914 in Mainz geboren wurde, arbeitete seit 1933 als Musiklehrer. Im Krieg verlor er sein Augenlicht. Seit 1950 lebte Toni Hämmerle in Giessen und arbeitete in der Telefonzentrale der Universität.
Der Giessener Bürger Toni Hämmerle engagierte sich bei der Giessener Fassenachtsvereinigung und trat mit seinem Chor „Die Hämmerles“ bei den jährlich stattfindenden Fassnachtssitzungen auf und bereicherte das Programm mit den Liedbeiträgen und mit seinen närrischen Kommentaren zum Zeitgeschehen vor Ort.
Berühmt wurde der Musiker Toni Hämmerle mit seinen Kompositionen und Texten von Schlagern und Karnevalsliedern, die unvergessen bleiben werden. Der Kulturdezernent der Stadt Giessen Harald Scherer erinnerte an die Lieder und Melodien, die aus der Feder von Toni Hämmerle sind und noch heute und immer wieder zur 5. Jahreszeit erklingen: „Humba, humba, humba täterä“, oder „Gell, du hast mich gelle gern, gelle ich dich auch“. Letzeres sang Margit Sponheimer, die gestern zur Feierstunde angereist war und gemeinsam mit Christina Hämmerle die Skulptur enthüllte und an den berühmten Giessener Fassnachter und Musiker erinnerte.

„Gell, du hast mich gelle gern, gelle ich dich auch“, eines der berühmten Karnevalslieder sang Margit Sponheimer
Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de

„Es ist der 11. der Giessener Köpfe“, die als Kunstwerke und Skulpuren an berühmte und bedeutende Giessener Bürgerinnen und Bürger erinnern sollen und über die ganze Stadt verteilt sind. Und „ etwas besseres gibt es für einen Fassnachter gar nicht“, wußte Hans-Peter Gumtz, dem „Till“ der Giessener Fassnacht, anzumerken.

Dr. Reinhard Kaufmann ist früh darüber, dass ein 11. Giessener Kopf seinen Standort im öffentlichen Stadtraum gefunden hat
Der Künstler Alf Becker hat den Bronzekopf geschaffen
Fotos: Frank Sygusch / Giessen-Server.de

Geschaffen wurde der Bronzekopf vom Bildhauer Alf Becker, der das Kunstwerk nach einer Fotoaufnahme und auf der Grundlage eines Tonkopfes geschaffen hat.. Durch die Initiative und finanzielle Unterstützung vom ehemaligen Kulturdezernenten Dr. Reinhard Kaufmann und dem Stadtverordnetenvorsteher Dieter Gail wurde die Umsetzung der Toni Hämmerle Skulptur ermöglicht.
Für die Familie des Geehrten sprach die Schwägerin Anne-Ria Riga Dankesworte und erinnerte an Toni Hämmerle, „der immer zu Späßen aufgelegt war“ und man spürte in seiner Umgebung die individuelle Freude, die er in seinen Melodien und Texten zu gesellschaftlichem Frohsinn werden ließ.
Giessen, 22. September 2009 / alle Fotos: Frank Sygusch (Giessen-Server.de)
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