BARTSCH, NORWAY.TODAY und DER GOTT DES GEMETZELS sind ab Freitag wieder im TiL zu sehen
GIESSEN (mip/r). Mit seiner intimen Atmosphäre ist das TiL weit mehr als die Experimentierwerkstatt des Stadttheaters – lebendiges Gegenwartstheater wird hier durch den direkten Kontakt zur Bühne ganz unmittelbar erfahrbar. Ab dem kommenden Freitag laden die hier die Inszenierungen von BARTSCH, NORWAY.TODAY und DER GOTT DES GEMETZELS, die bereits in der vergangenen Spielzeit das Publikum überzeugten, erneut zum Mitfühlen, Amüsieren und Reflektieren ein.

(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Julie und August haben sich via Internet an einer Klippe in Norwegen verabredet, um gemeinsam in den Tod zu springen. Doch nun stoßen die beiden Todesmutigen plötzlich auf Widersprüche in ihrer Weltsicht, die ihnen zuvor so unumstößlich schien. Gemeinsam unter dem Polarhimmel ist es plötzlich schwierig, die richtigen Abschiedsworte für Familie und Freunde auf Video zu sprechen. Der Regisseur und Dramatiker Igor Bauersima entwickelte das Stück NORWAY. TODAY (Wiederaufnahme am 25. September um 20 Uhr) nach einer wahren Begebenheit.
Traurige Berühmtheit erreichte Jürgen Bartsch, der für den Mord an vier Jungen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Aus über 400 an den Journalisten Paul Moor gerichteten Briefen, die der Metzgersohn im Gefängnis verfasste, entwickelte Oliver Reese, der neue Intendant am Schauspiel Frankfurt, mit BARTSCH, KINDERMÖRDER einen erschütternden Monolog, der bohrende Fragen aufwirft: Wann beginnt ein Opfer, Täter zu werden? Und hört es dabei auf, selbst Opfer erschütternder Umstände zu sein? Die Wiederaufnahme ist am 26. September um 20 Uhr, im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch statt.

(Foto: Frank Sygusch / Giessen-Server.de)
Bei Annette und Alain, Michel und Veronique fängt dagegen eigentlich alles ganz harmlos an: Ganz einträchtig wollen die beiden Ehepaare beim gemeinsamen Genuss von Kirschkuchen eine handgreifliche Auseinandersetzung ihrer Söhne aus der Welt schaffen. Doch nach und nach bröckelt die Fassade der kontrollierten Höflichkeit. Ab dem 27. September, 20 Uhr, geht DER GOTT DES GEMETZELS von Yasmina Reza, wieder im TiL über die Bühne. Die ebenso erhitzten wie unterhaltsamen Wortgefechte der vier Akteure kann man bereits in der dritten Spielzeit hautnah mit erleben.
Karten für alle Vorstellungen sind an der Theaterkasse, (Johannesstraße 1, Telefon 0641 / 7957-60 /-61 oder an der Abendkasse im TiL erhältlich.
NORWAY. TODAY
Schauspiel von Igor Bauersima
Wiederaufnahme am 25. September 2009 | 20.00 Uhr | TiL-studiobühne
Inszenierung: Meike Niemeyer | Bühne und Kostüme: Thomas Döll | Video: Andreas Mihan |
Mit: Christin Heim; Rainer Hustedt
BARTSCH, KINDERMÖRDER
Eine Selbstdarstellung mit Texten aus den Briefen Jürgen Bartschs an Paul Moor von Oliver Reese
Wiederaufnahme am 26. September 2009 | 20.00 Uhr | Til-studiobühne
im Anschluss nachgefragt - Publikumsgespräch
Inszenierung: Dirk Schulz | Bühne und Kostüme: Lukas Noll | Mit: Frerk Brockmeyer
DER GOTT DES GEMETZELS
Komödie von Yasmina Reza
Wiederaufnahme am 27. September 2009 | 20.00 Uhr | TiL-studiobühne
Inszenierung: Cathérine Miville | Bühne und Kostüme: Lukas Noll | Mit: Kyra Lippler, Carolin Weber; Christian Fries, Roman Kurtz
Giessen, 24. September 2009
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