Energie, Reisen und viele Gebrauchsgüter billiger als im August
WIESBADEN (mip/r). Das Verbraucherpreisniveau sank in Hessen im September um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat und drückte damit die Jahresinflationsrate auf minus 0,8 Prozent. Im August hatte die Inflationsrate bei minus 0,3 Prozent und im Juli bei minus 0,9 Prozent gelegen, dem niedrigsten Wert seit Januar 1987 (minus 1,0 Prozent). Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, verbilligten sich im September neben Energie (minus 2,3 Prozent gegenüber August 2009) vor allem Pauschalreisen (minus 8,6 Prozent), die Personenbeförderung im Luftverkehr (minus 3,6 Prozent), Übernachtungen (minus 3,3 Prozent), Unterhaltungselektronik (minus 0,7 Prozent) und Haushaltsgeräte (minus 0,5 Prozent).
Auch die Preise für Nahrungsmittel gaben im September mit einem durchschnittlichen Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat weiter nach und lagen um 3,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Lediglich Fisch (plus 6,5 Prozent) wurde binnen Jahresfrist teurer. Die Preise aller übrigen Nahrungsmittel sanken im Vorjahresvergleich, allerdings unterschiedlich stark: Speisefette und -öle (minus 13,2 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (minus 10,6 Prozent), Gemüse (minus 8,8 Prozent), Obst (minus 6,8 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (minus 1,1 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (minus 0,4 Prozent).
Für Energie zahlten die Haushalte im September durchschnittlich um 2,3 Prozent niedrigere Preise als im Vormonat und 8,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Preise der einzelnen Energieprodukte entwickelten sich sehr unterschiedlich. Am stärksten sanken die Preise für Mineralölprodukte. Heizöl verbilligte sich binnen Jahresfrist um 35,0 Prozent und Kraftstoffe um 13,1 Prozent. Der Gaspreis gab um insgesamt 9,4 Prozent nach und die von den Mietern zu tragenden Kosten für Zentralheizung sanken um 3,1 Prozent. Dagegen ver-teuerte sich Strom binnen Jahresfrist um 6,5 Prozent. Wie stark die Konsumenten durch die sinkenden Preise für Mineralölprodukte entlastet wurden, zeigt die ohne Heizöl und Kraftstoffe berechnete Inflationsrate. Diese lag im September bei plus 0,1 Prozent und damit 0,9 Prozentpunkte über der Gesamt-Inflationsrate von minus 0,8 Prozent.
Bei Bekleidung und Schuhen liefen im September die Rabattaktionen für Sommerware aus und es wurden überwiegend die neuen Herbst- und Winterkollektionen angeboten. Im Durchschnitt verteuerten sich Bekleidung und Schuhe gegenüber August um 3,2 Prozent und kosteten damit wieder genau soviel wie vor einem Jahr.
Die Preise für Möbel und Einrichtungsgegenstände sanken gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent und binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent. Haushaltsgeräte wurden im Vergleich zum Vormonat 0,5 Prozent und zum entsprechenden Monat des Vorjahres 0,1 Prozent billiger.
Dem längerfristigen Trend weiter folgend waren die Güter und Leistungen der Nachrichtenübermittlung (minus 1,5 Prozent) sowie des Bereichs Unterhaltungselektronik (minus 5,3 Prozent) auch im September billiger als vor einem Jahr.
Die Preise für Pauschalreisen lagen im September trotz der saisonbedingten Abschläge von 8,6 Prozent gegenüber dem Ferienmonat August noch deutlich über dem Vorjahresniveau (plus 3,2 Prozent). Übernachtungen in Hotels und Privatunterkünften verbilligten sich gegenüber August um 3,3 Prozent und binnen Jahresfrist um 6,5 Prozent.
Giessen, 28. September 2009
Februar 2012
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